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Letzte redaktionelle Änderung 21.7.2004
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Schwangerschaft,
Stillen, Abstillen und die Allergien
Die Mutter ernährt während der Schwangerschaft
und der Stillzeit nicht nur sich aber auch das Kind. Es ist
allgemein bekannt, dass die Ernährung während dieser Zeit genügend,
ausgeglichen und besonders reichhaltig an Vitaminen, kalium-,
magnesium-, kalzium- und eisenhaltigen Stoffen sein soll.
Weniger bekannt ist, dass die Ernährung der
Mutter auch Einfluss auf die Allergien der
Kinder hat. Wenn die Mutter einseitig grosse Mengen von demselben
Lebensmittel zu sich nimmt, besteht die Gefahr, dass das Kind
allergisch darauf wird.

Z.B. in der USA leiden viele Menschen unter der
gefährlichen Erdnussallergie, die in Europa (noch) äusserst selten
vorkommt. Der Grund: in der USA ist die an und für sich gesunde
Erdnussbutter sehr beliebt und verbreitet, die aber leicht Allergien
hervorruft. Die Kinder der Mütter, die während der Schwangerschaft
(grosse Mengen, ununterbrochen, fast jeden Tag, also nicht
rotierend) Erdnussbutter konsumieren, leiden unter Erdnussallergie.
Die Mütter nicht.*

Für die Entstehung der Nahrungsmittelallergien
und -unverträglichkeiten kann der Hautkontakt mit dem
Stoff, der die Allergie oder Unverträglichkeit verursacht,
entscheidend sein, was besonders für Säuglinge und Kleinkinder
gilt. Nahrungsmittelallergien auf Erdnüsse entwickelten eher die Säuglinge,
derer Haut mit Erdnusssalbe eingeschmiert wurde, als die, derer Mütter
ihre Brustwarzen mit solchen Cremes gepflegt haben und welche sie
„nur“ „mitgesaugt“ haben. Sehr empfindlich dafür ist die
entzündlich veränderte Haut beim Ekzem. Man soll also Crèmes und
Salben mit pflanzlichen Zusätzen wie Erdnüssen, Mandeln, Avocados
und Aloe vera vorsichtig anwenden. Ähnliche Kreuzreaktionen können
auch zwischen Lunge und Haut und umgekehrt entstehen. Patienten mit
Allergien auf Fische und Meeresfrüchte berichten über stärkere
Reaktionen bei Berührung oder Einatmung als bei ihrem
Verzehr.
Besonders gefährdet sind Kinder der Eltern mit
Allergien. Das häufigste Lebensmittel, das die Allergien hervorruft
ist die Kuhmilch, schon auch
deswegen, weil die Kinder sehr früh mit Kuhmilch und
Kuhmilchprodukten gefüttert werden. Man sollte lieber Kindernahrung
mit anverdauten, die Allergien weniger verursachenden, sog.
hydrolysierten Kuhmilchprodukten verwenden.
Für die Entstehung von Allergien und Unverträglichkeiten
bei gestillten Kindern ist das Verhältnis von Omega-3
und Omega-6 ungesättigten Fettsäuren in der Muttermilch
wichtig.
Die Zeichen der Allergien sind verschieden. Das
Kind kann Ausschlag, Milchschorf haben oder Schnupfen, häufige
Ohrentzündungen und Infektionen mit Husten und erschwerter Atmung,
Koliken, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung. Später können sich
davon Ekzem, Asthma, Überaktivität, Unruhe und andere allergische
Erkrankungen entwickeln.
Was kann die Mutter dagegen tun:
-
Sie ernährt sich während
der Schwangerschaft und der Stillzeit abwechslungsreich,
besonders achtet sie darauf, nicht zu viel und nicht dauernd
Milch und Milchprodukte zu essen. Am besten, sie ernährt sich
nach dem Rotationsprinzip.
-
Sie stillt möglichst
solange, bis das Kind langsam auf die normale Kost übergehen
kann (4-6 Monat).
-
Falls sie es nicht
kann, verwendet sie allergiearme, sog. hypoallergene, anverdaute
Produkte.
-
Das Kind wird auch
abwechslungsreich, möglichst nach dem Rotationsprinzip
ernährt.
-
Die kinesiologischen
Methoden helfen nicht nur bei der Suche nach dem krankmachenden
Lebensmittel bei Mutter und Kind, sondern sie können die
krankhafte Reaktion auf die Reize (Trigger) verringen, bremsen,
beseitigen. Beide Behandlungen, die kinesiologische NAET
und die Rotation, ergänzen und
unterstützen sich gegenseitig.
Manche Empfehlungen zum Abstillen:
-
Das Kind soll sich
möglichst langsam, ob von der Brust oder von der Flasche abwöhnen.
-
Die Ergänzungsernährung
soll nicht vor dem 4. und nicht nach dem 6. Monat einsetzen**,
bei allergiegefährdeten Säuglingen erst ab dem 7. Monat.
-
Die ergänzenden Lebensmittel sollen einfach
sein und sie sollen stufenweise eingeführt werden. Die Breie
sollten erst in Abstand von einer Woche, später in 3-4
Tagesschritten eingeführt und auf ihre Verträglichkeit hin
geprüft werden.
Detaillierte Empfehlungen für Allergiker und
Anleitungen mit Rezepten findet man im ausgezeichneten Buch von K.
Buchart und Mitarbeiterinnen "Nahrungsmittelallergie.
Ein Leitfaden für Betroffene".
Es verlangt anfangs etwas mehr Konzentration und
Anstrengung mit Einkaufen und Kochen, aber man hat dafür weniger Mühe
mit den Krankheiten - die Kinder sind gesünder, auch als
Erwachsene. Es lohnt sich, oder?
Unsere vielen anderen Seiten über die Bedeutung
und Auswirkung von Lebensmittelallergien finden Sie in der "Ernährung"
unter "Lebensmittelintoleranzen".
* Long A: The
nuts and bolts of peanut allergy. N Engl J Med 2002;346(17)1320.
** Zwei
neue Arbeiten ("Timing
of initial cereal exposure in infancy and risk of islet autoimmunity"
und "Early
infant feeding and risk of developing type 1 diabetes-associated
autoantibodies") über den Zusammenhang zwischen der
Zeit der Einnahme von Getreideprodukten und Vorkommen von
Zuckerkrankheit bestätigen es.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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