Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte redaktionelle Änderung 5.8.09

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Phosphor in der Ernährung*

 

Phosphor erfüllte vom Beginn des Lebens mehrere wichtige Aufgaben:

  • Die Phosphorsäure bildet das Gerüst der Nukleinsäuren, die die Erbübertragung gewährleisten und die Eigenschaften der Zellen und Organismen bestimmen.

  • Der Phosphor ist u. a. Bestandteil der Hülle, der Kruste und des Knorpel- und Knochengerüstes der Lebewesen.

  • Die Verbindung zwischen zwei Phosphorsäuren, sogenannte Pyrophosphat-Bindung enthält die Energie, die fast alle Lebewesen brauchen. So wie die Dampflok mit dem Druck des Dampfes, die Diesellok mit dem Druck des verbrannten Dieselbenzins und die Elektrolok mit der elektromagnetischen Energie, so "laufen" wir mit der Pyrophosphatbindung. Diese Bindung verbrauchen wir sowohl in unseren Muskeln bei Bewegungen, wie im Hirn beim Denken, bei der Aufnahme und Umwandlung der Stoffe, wie auch zur Ausscheidung von Speichel, Säften, Urin und Stuhl.

  • Da die Phoshporsäure Salze mit verschiedenen Säurestärken bilden kann, beteiligen sich Phosphorsalze am Bestehen des wichtigen Gleichgewichts des Säure-Basen-Haushaltes.

Da der Phosphor in allen Lebewesen, auch in Bakterien, Algen und Pflanzen vorhanden ist, leiden wir nie unter Mangel dieses mengen- und bedeutungsmässig wichtigen Elementes. Sogar die Veganer, die keine Lebensmittel mit hohem Phosphorgehalt zu sich nehmen, kennen keinen Phosphatmangel. Die Niere scheidet dann weniger Phosphat aus. Die einzige Ausnahme sind Leute mit einer seltenen, angeborenen Störung, des sogenannten Phosphatdiabetes, bei dem die Niere übermässig Phosphat verliert, was der Schweizer Kinderarzt, Prof. Fanconi in Zürich, in den 50-ger Jahren des vorigen (20.) Jahrhunderts entdeckte.

Unsere Speisen enthalten Phosphat in zwei Formen, organisch gebunden und als anorganische Salze. Das organisch gebundene Phosphat wird durch verschiedene physikalische und chemische Prozesse in die anorganischen Salze verwandelt. Das geschieht z. B. schon wenn man die Milch erwärmt, oder das Fleisch stehen lässt oder einfriert. Die Phosphorsalze werden einerseits besser in das Blut überführt, resorbiert, als die organischen Verbindungen, andererseits bilden sie im Darm mit Kalzium und Magnesium nicht lösliche und nichtresorbierbare Salze. Damit vermindern sie das Angebot an Kalzium und Magnesium (und auch Eisen, Zink!) für den Körper und auch auf diese Weise tragen sie zur Verarmung der Knochenmasse, zur Entstehung der Osteoporose, bei.

Unter der ursprünglichen Ernährung, mit der sich die Menschheit tausende von Jahren ernährte, kam es nur bei überernährten Menschen, von denen es nicht allzu viele gab, zum Phosphorüberschuss. Der Stoffwechsel reagiert darauf sofort. Ein Hormon, sog. Parathormon, wird in den Nebenschilddrüsen vermehrt produziert und der überschüssige Phosphor wird in den Nieren ausgeschieden. Diese Ausscheidung ist aus für uns auf ersten Blick nicht gut ersichtlichen Gründen durch vermehrte Freisetzung von Kalzium aus den Knochen und dessen Ausscheidung in den Nieren begleitet. Sie ist desto grösser, je weniger Kalium im Blut vorhanden ist. Offensichtlich herrschte während der Entwicklung der Menschheit selten und nur kurzfristig Phosphorüberschuss, und es gab immer genug Kalzium und Kalium.

Dies hat sich in den letzten Jahren in den wohlhabenden und wohlernährten Industrieländern wesentlich geändert. Wir essen sehr viele hochphosphathaltige Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Getreide und wenig von den phosphatarmen und kaliumreichen Gemüsen, Salaten und Obst. Unsere Nahrungsmittelindustrie setzt Phosphorsalze (noch ungehindert) den Produkten zu. Der Anteil der künstlichen Zusätze kann mehr als ein Viertel des schon übermässigen Phosphorangebots ausmachen (der täglicher Bedarf eines 70 kg schweren Menschen ist ca. 1,5 g Phopshat (davon die Hälfte löslich), wir konsumieren oft mehr als doppelte!).

Das Phosphat im Blut steigt durch den Konsum von Kochsalz. Das Kochsalz beschleunigt sowohl die Aufnahme des Phosphats aus dem Darm wie auch den Übergang aus dem Nierenfiltrat (primären Urin) zurück ins Blut. Gegenwärtig konsumieren wir 5-10 Mal mehr Kochsalz als noch vor 200 Jahren und auch so erhöhen und halten wir die schädliche Menge von Phosphat im Körper.

 

Welche Folgen hat der hohe Phosphatkonsum?

  • Wegen der verminderten Aufnahme und der vermehrten Ausscheidung von Kalzium die bereits besprochene Knochenschwäche.

  • Veänderung des Säure-Basen-Haushaltes mit allen ihren Folgen.

  • Es gibt Anhaltspunkte, dass der hohe Phosphatkonsum zur Unruhe und Überaktivität der Kinder führt**.

  • In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass als Therapie (-unterstützung) für Epilepsie die sog. ketogene Diät empfohlen wird +. Es ist eine Art von fettreicher, kohlenhydrat- und protein- und somit auch phosphatarmer Ernährung (Prinzipien s. unten). Es ist nicht klar, was dabei wirkt, die Ketogenität oder die Phosphatarmut, vielleicht beide.

  • Phosphor spielt eine Rolle bei der Entstehung von Prostata-, wahrscheinlich auch anderer Krebse


Was können wir dagegen tun?

Wir sollten möglichst folgendes essen:

  1. Wenig phosphatreiche Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte***.

  2. Wenig Fertigprodukte mit phosphorhaltigen Zusatzstoffen. Coca-Cola und manche andere künstliche Getränke enthalten auch viel Phsphat.

  3. Viel phosphatarme basische Lebensmittel wie Obst und Gemüse.

  4. Lebensmittel möglichst in frischem Zustand, nicht mehrmals gefroren, aufgetaut und gekocht.

  5. Speisen mit wenig Kochsalz.

Unsere basisch-betonte Rotationsernährung ist phospatarm.


* Auf Anregung und mit Hilfe von Dipl. Ing. ETH A. Massarotti, Alt Kantonschemiker TI, CH-6577 Ranzo.

** Nähere Angaben und Informationen: ELPOS, Zentralschwiez, Postfach 6000 Luzern 15; AEV, Arbeitsgruppe Ernährung und Verhalten, 8062 Zürich;

*** Kuhmilch enthält mehr als doppelt so viel Phosphor wie Muttermilch. Man sollte die Säuglinge stillen, wenn es nicht möglich ist, phosphatarme Ersatzernährung verwenden.

+ Am  , 6. 2003 berichtete Medical Tribune (der Autor ist kein hinterwäldlerischer Komplementärmediziner sonder Dozent der Münchner Universität Dr. med. !) erneut über diese vor der Ära der vielen Medikamente häufig angewandte Therapie. Sie hilft die Medikamente spärlicher einzusetzen oder sogar wegzulassen. Vor allem bei therapieresistenter Epilepsie kann man sie versuchen.
Unser Rotationsschema und Rezepte können dabei helfen. Ob mit oder ohne ist bei dieser Diät eine fachliche Beratung und Begleitung, die Sie auch bei uns beanspruchen können, unabdingbar.

Falls Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)

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