Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte Redaktionsänderung 3.1.2010

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Zink und Ernährung

Die Zinkproblematik ist wichtig, weil wir unter einem Zinkmangel trotz gesunder Ernährung leiden können, sogar trotz zusätzlicher Einnahme des täglichen Bedarfs in Form von verschiedenen Vitamin- und Spurenelementpräparaten, ähnlich wie es mit Vitaminen B12, D und Eisen vorkommen kann (Gründe s. unten). Zink ist nach Eisen das zweit häufigste Spurenelement im menschlichen Körper. Ungefähr 2 – 4 g Zink enthält unser Körper. Es erfüllt verschiedene Aufgaben bei wichtigen Stoffwechsel- und Immunabwehrvorgängen, wie in Oxidations-Reduktions-Prozessen, bei der Synthese von Proteinen, bei der Zellentwicklung, dem Wachstum, bei der Regeneration und der Wundheilung. Zink benötigen vor allem schnell wachsende Gewebe wie weisse und rote Blutkörperchen, Zellen des Immunsystems, Spermien und Eier, Darm, Haut, Haare, Nägel. Die höchste Konzentration an Zink ist in der Bauchspeicheldrüse und in den Keimdrüsen, Eierstöcken und Hoden. Die grösste Menge, ca. 50% ist in den Muskeln. Wie wichtig Zink ist, sieht man bei Quecksilber- und Cadmiumvergiftungen, bei denen Zink durch diese zwei Gifte ersetzt wird.

In den letzten Jahren wird Zink vermehrt in Präparaten gegen die altersbedingte Netzhautdegeneration (Maculadegeneration) eingenommen, welche die häufigste Ursache für Sehschwäche im Alter ist. Damit ist die Problematik der zusätzlichen Zinkeinnahme (s.u.) aktuell.

Zinkbedarf pro Tag: Kinder bis 10 Jahre 3 – 7 mg, Kinder ab 10 Jahren und Männer 10 mg, Frauen 7 mg, während der Schwangesrchaft und Stillzeit 11 mg.

Zinkinhalt der verschiedenen Nahrungsmittel (Beispiele):

 

mg/kg

Nahrungsmittel

sehr zinkreich

> 50

(Weizen-) Keime, Austern

zinkhaltig

20 - 50

Muskelfleich, Innereien, Samen, Nüsse, Vollkornprodukte

mässig

5 – 20

Eier, Milch, Käse, Fisch, Karotten, Kartoffeln

wenig

< 5

Obst, grüne Gemüse, Hülsenfrüchte, Fette, Weissbrot

Die Einnahme von Zink aus der Nahrung wird, ähnlich wie beim Eisen, beeinflusst durch

1. Die Zusammensetzung der Nahrung. Manche pflanzliche Stoffe ( Polyphenole, Flavinoide, Anthocyane, Catechine, Tannine) und manche Anionen (Phosphat) binden die Zinkionen und hemmen damit ihre Aufnahme aus dem Darm. 
2. Darmflora - die Bakterien im Dickdarm. Joghurt, Sauermilch und Muttermilch erhöhen die Menge der Bifidus-Bakterien, die das Zink aus den Salzen fest binden und so seine Aufnahme verhindern. 
3. Der Inhalt der Zinkspeicher. Die leere(re)n Zinkspeicher begünstigen, die vollen hemmen die Resoption von Zink. 
4. Der Zustand der Darmschleimhaut. Bei Entzündungen (und Unverträglichkeiten) wird die Aufnahme des Zinks gestört.

Häufige Folgen von Zinkmangel sind seitens der

Verdauungsorgane: Störungen des Geschmacksinns, des Appetits und der Verdauung
Bauchspeicheldrüse: gestörte Insulinproduktion – verschlechterte Zuckerkrankheit, Verdauungsstörungen
Haut: vermehrte Verhornung (auch bei Schuppenflechte, Psoriasis), Akne, Ekzeme, Haar- und Nagelwachstum, Wundheilung
Knochen: Knochenstärke, Osteoporose, Bruchheilung
Geschlechtsdrüsen: Fruchtbarkeits-, Hormonproduktion-, Zyklus- und Potenzstörungen
Schwangerschaft und Stillzeit: Fehlgeburten, geistige und körperliche Entwicklung des Kindes
Augen und Hirn: Leistung, Gedächtnis, grauer Star, Maculadegeneration
Blut: Produktion von roten und weissen Blutkörperchen
Immunsystem: Infektionen, Autoimmunkrankheiten 

Leider denkt man noch selten an Zink als Mitverursacher dieser und anderer Krankheiten.

Wie wissen wir, ob wir unter Zinkmangel leiden?



Beim Verdacht von Zinkmangel ist es am Besten die Menge im Blutplasma zu bestimmen. Die Urinausscheidung und die Bestimmung in anderen Körperflüssigkeiten sind unzuverlässig. Die Blutbestimmung soll morgens nüchtern entnommen werden, da der Wert nachmittags bis 20% tiefer sein kann. Auf der anderen Seite gleicht sich die Menge des Zinks im Plasma und anderen Organen nur langsam aus, sodass man bei der Zinkgabe mindestens 3 Monate mit der Kontrolle warten soll. Es gibt für Zink eine natürliche Grenze von ungefähr 11 mikromol/L, weil dabei die verschiedene Organen genug Zink enthalten. Viel mehr (> 12 mmol/L) ist nicht nötig und > 15 mmol/L nicht möglich, ausser bei akuter Vergiftung mit einer grossen Zinkmenge oder bei unkontrollierter Gabe von Zink direkt ins Blut. Natürlich, ohne Zusätze, findet man kaum Werte >12.
Natürlich können wir nicht zu viel Zink (Cobalt und Mangan) ansammeln, weil der Körper mit ihm ähnlich wie mit Kupfer umgeht: Bei Überfluss blockiert er dessen Aufnahme und erhöht seine Ausscheidung. Der Grund liegt vermutlich mehr als tausend Jahre zurück. Die Bronzezeit (Bronze ist eine Mischung von Kupfer und Zinn, Vorsicht nicht Zink!) überlebten nur die Menschen, welche über diese Regulationen verfügten. Für (andere) Tiere ist Kupfer immer noch giftig. (Was wir mit unseren Kupfer- und Zinkröhren und -leitungen für die Umwelt anrichten, kümmert uns herzlich wenig.) Aber Vorsicht, Säuglinge und Kleinkinder haben diese Regulationen noch nicht gut entwickelt und sind auf Kupfer und Zink empfindlicher!



Was können wir gegen Zinkmangel tun?


Wir können zinkreiche Nahrungsmittel vermehrt konsumieren. Aber Zinkmangel ist trotz abwechslungsreicher, gesunder Ernährung häufig. Dann brauchen wir Zink zusätzlich zu nehmen. Organische Verbindungen wie Zinkglukonat, Zinkaspartat werden besser aus dem Darm aufgenommen als anorganische Salze wie Zinkoxid. Man soll sie streng auf leeren Magen nehmen (1-2 Stunden vor und 2-3 Stunden nach einer Mahlzeit, also am Besten vor dem Schlaf). Wie viel sollen wir nehmen? Es gibt mehrere Gründe warum nicht zu viel und zu oft:

- Je grösser der Mangel, also je tiefer die Plasmawerte, desto besser wird Zink aufgenommen.
- Zu viel auf einmal kann Geschmacksänderungen und Magen-Darm-Probleme verursachen. Wir haben Patienten, die schon bei 30 mg Zink metallischen Geschmack und Übelkeit verspürt haben.
- Zink konkurriert mit anderen Mineralien um die Aufnahme und so kann bei einer häufigen Einnahme Kupfer-, Eisen-, Zinnmangel entstehen.
- Aber umgekehrt auch, Calcium-, Eisen-, Zinn- und Kupferzusätze beeinträchtigen die Zinkaufnahme.
Dies erklärt, warum die kleine Menge von Zink (Kupfer, Mangan, Zinn und anderen Spurenelementen) in den üblichen Vitamin- und Spurenelementmischpräparaten nicht genügen muss.

Zusammenfassend, ähnlich wie bei den Eisenzusätzen, rotieren wir mit Zink und empfehlen nicht häufiger als jeden 2. Tag, eher nur 2-3 mal pro Woche nicht mehr als 15 mg Zink, streng auf leeren Magen und im Abstand zu anderen Mineralien und Spurenelementen von mindestens 12 Stunden. Nach 4-6 Monaten kontrollieren wir die Plasmawerte und eventuell vermindern die Dosierung. Selten kann man mit den Zusätzen ganz aufhören, weil man die Gründe für den Mangel leider selten (ganz) beheben kann.

Die Problematik der Zinkeinnahme in Präparaten gegen die Alterssehschwäche (Maculadegeneration) behandeln wir auf unserer entsprechenden Seite.

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