Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte Redaktionsänderung 12.9.02

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Gute und schlechte Verwerter

 

Wie man aus der Tabelle in Fettarmer Tag sieht, brauchen Frauen mit gewissem BMI (body mass index = Gewicht / Körpergrösse2) um ca. 400 Kalorien pro Tag weniger als gleich grosse und schwere Männer - sie sind sogenannte gute oder bessere Kalorien-Verwerter als die Männer. Eine der Erklärungen ist, dass sie unter dem Einfluss von Hormonen eher Kohlenhydrate als Fette verbrennen. Die Männer dagegen verwenden für ihren Energiebedarf bevorzugt Fette. Bei Überfluss bleibt also bei den Frauen mehr von Fetten, bei Männern mehr von Kohlenhydraten übrig. Während aber von 1 g Fett aus der Ernährung fast wieder ungefähr 1 g Fett im Körper entsteht, braucht man dazu 30-50 g Kohlenhydrate, da dafür viel Energie verwendet wird. Dies hat einen biologischen Sinn: für den Abbau von Kohlenhydraten braucht man weniger Sauerstoff als für den Abbau von Fetten, was für Frauen vor allem während der Schwangerschaft und Geburt vorteilhaft ist. Die überflüssigen Kalorien bleiben bei Frauen in Form von Fett und werden in grösserer Menge für die Zeiten des Mangels, die früher oft vorkamen, gespeichert. Frauen sind somit besser für das Überleben gerüstet, was in Anbetracht der oben erwähnten Bedrohungen durch Schwangerschaft und Geburt wichtig ist. Das Fett sammelt sich bei ihnen bevorzugt im Gesicht und an den Hüften - typisch weibliche Merkmale - und ist stoffwechselmässig neutral. Den Männern bleiben überflüssige Kalorien eher in Form von Kohlenhydraten, aus welchen weniger Fett entsteht als direkt aus Fett. Männer brauch(t)en für ihre biologischen (und sozialen) Funktionen kein überflüssiges Fett. Sie sollen beweglich und kurzfristig leistungsfähig bleiben. Männer speichern das Fett eher im Bauch. Dabei entsteht ein anderes, braunes, stoffwechselaktives Fett und die Fette im Blut (Cholesterin) steigen *.

Solche Unterschiede in der Verwertung von Kohlehydraten und Fetten gibt es nicht nur zwischen Frauen einerseits und Männern andererseits, sondern auch zwischen verschiedenen Frauen und Männern. Die Gründe dafür sind schon teilweise bekannt und vorwiegend (bis zu 70%) angeboren**.

Ein Beispiel: 

Ein Mensch, 175 cm gross, der 2500 Kalorien pro Tag verbraucht, nimmt 100 Kalorien mehr zu sich, 2600. Wenn er eher Kohlenhydrate für seine Bedürfnisse verbraucht (als Frau, oder ein(e) Nichtraucher(in), ein "guter Verwerter"), wandeln sich die zusätzlichen 100 Kalorien aus Fett in ca. 9 g Fett um. Nach einer gewissen Zeit erreicht er ein um ca. 6 kg höheres Gewicht. Ein anderer Mensch, der eher die Fette verbraucht (ein Mann oder ein(e) Raucher(in), ein "schlechter Verwerter"***) wandelt die zusätzlichen 100 Kalorien aus Kohlenhydraten in Fett um, was nur zusätzliche 2-3 g Gewichtszunahme pro Tag ergibt. Nach derselben Zeit erreicht er nur 2-3 kg an Gewichtszunahme.

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* Das Verhältnis des Bauch- und Hüftumfanges ist ein wichtiges Zeichen der Gefährlichkeit des Übergewichtes. Es sollte bei Frauen nicht grösser als 0,9, bei Männern nicht grösser als 1,0 sein.

** Ein Enzym in der Leber (Steaoryl-CoenzymA-Desaturase) spielt eine wesentliche Rolle im Fettstoffwechsel. Kürzlich (Science 2002;297:240-3) wurde entdeckt, dass bei Ratten die Aktivität des Enzyms durch das Hirn über einen Stoff, sog. Leptin reguliert wird. Diese Regulation beteiligt sich wesentlich daran, wie die Ratten das Futter verwerten. Auch Menschen produzieren Leptin, und so wird es sich bald zeigen, ob wir in dieser Hinsicht Ratten sind und ob und wie man diesen Prozess beeinflussen kann.

*** Es soll keine Anleitung zum Rauchen sein. Der gesundheitliche Schaden des Rauchens überwiegt bei weitem den des Übergewichtes.

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