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12.9.02
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Gute und
schlechte Verwerter
Wie man aus der Tabelle in Fettarmer
Tag sieht, brauchen Frauen mit gewissem
BMI (body mass index = Gewicht / Körpergrösse2) um ca. 400
Kalorien pro Tag weniger als gleich grosse und schwere Männer - sie
sind sogenannte gute oder bessere Kalorien-Verwerter als die Männer.
Eine der Erklärungen ist, dass sie unter dem Einfluss von Hormonen
eher Kohlenhydrate als Fette verbrennen.
Die Männer dagegen verwenden für ihren Energiebedarf bevorzugt
Fette. Bei Überfluss bleibt also bei den Frauen mehr von Fetten,
bei Männern mehr von Kohlenhydraten übrig. Während aber von 1 g
Fett aus der Ernährung fast wieder ungefähr 1 g Fett im Körper
entsteht, braucht man dazu 30-50 g Kohlenhydrate, da dafür viel
Energie verwendet wird. Dies hat einen biologischen Sinn: für den
Abbau von Kohlenhydraten braucht man weniger Sauerstoff als für den
Abbau von Fetten, was für Frauen vor allem während der
Schwangerschaft und Geburt vorteilhaft ist. Die überflüssigen
Kalorien bleiben bei Frauen in Form von Fett und werden in grösserer
Menge für die Zeiten des Mangels, die früher oft vorkamen,
gespeichert. Frauen sind somit besser für das Überleben gerüstet,
was in Anbetracht der oben erwähnten Bedrohungen durch
Schwangerschaft und Geburt wichtig ist. Das Fett sammelt sich bei
ihnen bevorzugt im Gesicht und an den Hüften - typisch weibliche
Merkmale - und ist stoffwechselmässig neutral. Den Männern bleiben
überflüssige Kalorien eher in Form von Kohlenhydraten, aus welchen
weniger Fett entsteht als direkt aus Fett. Männer brauch(t)en für
ihre biologischen (und sozialen) Funktionen kein überflüssiges
Fett. Sie sollen beweglich und kurzfristig leistungsfähig bleiben.
Männer speichern das Fett eher im Bauch. Dabei entsteht ein
anderes, braunes, stoffwechselaktives Fett und die Fette im Blut
(Cholesterin) steigen *.
Solche Unterschiede in der Verwertung
von Kohlehydraten und Fetten gibt es nicht nur zwischen Frauen
einerseits und Männern andererseits, sondern auch zwischen
verschiedenen Frauen und Männern. Die Gründe dafür sind schon
teilweise bekannt und vorwiegend (bis zu 70%) angeboren**.
Ein Beispiel:
Ein Mensch, 175 cm gross, der 2500
Kalorien pro Tag verbraucht, nimmt 100 Kalorien mehr zu sich, 2600.
Wenn er eher Kohlenhydrate für seine Bedürfnisse verbraucht (als
Frau, oder ein(e) Nichtraucher(in), ein "guter
Verwerter"), wandeln sich die zusätzlichen 100 Kalorien aus
Fett in ca. 9 g Fett um. Nach einer gewissen Zeit erreicht er ein um
ca. 6 kg höheres Gewicht. Ein anderer Mensch, der eher die Fette
verbraucht (ein Mann oder ein(e) Raucher(in), ein "schlechter
Verwerter"***) wandelt die zusätzlichen 100 Kalorien aus
Kohlenhydraten in Fett um, was nur zusätzliche 2-3 g
Gewichtszunahme pro Tag ergibt. Nach derselben Zeit erreicht er nur
2-3 kg an Gewichtszunahme.
Möchten Sie einen Erfahrungsbericht
über eine Abmagerungskur lesen?
* Das Verhältnis des Bauch-
und Hüftumfanges ist ein wichtiges Zeichen der Gefährlichkeit des
Übergewichtes. Es sollte bei Frauen nicht grösser als 0,9, bei Männern
nicht grösser als 1,0 sein.
** Ein Enzym in der Leber (Steaoryl-CoenzymA-Desaturase)
spielt eine wesentliche Rolle im Fettstoffwechsel. Kürzlich
(Science 2002;297:240-3) wurde entdeckt, dass bei Ratten die Aktivität
des Enzyms durch das Hirn über einen Stoff, sog. Leptin reguliert
wird. Diese Regulation beteiligt sich wesentlich daran, wie die
Ratten das Futter verwerten. Auch Menschen produzieren Leptin, und
so wird es sich bald zeigen, ob wir in dieser Hinsicht Ratten sind
und ob und wie man diesen Prozess beeinflussen kann.
*** Es soll keine Anleitung
zum Rauchen sein. Der gesundheitliche Schaden des Rauchens überwiegt
bei weitem den des Übergewichtes.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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