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Letzte redaktionelle Änderung 20.07.2006
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Über Ernährung und Stuhl(gang),
Stuhlbakterien,
Antibiotika und Krankheiten
Norwegische Forscher haben gefunden,
dass nach Fasten und Übergang auf vegetarische Kost die Beschwerden
des entzündlichen Rheumas bessern
Dabei senken die Laborwerte für Entzündung gleichzeitig mit den
IgG-Antikörpern gegen gewisse, fäulnisverursachende Stuhlbakterien
(Proteus mirabilis). Die IgG-Antikörper gegen die üblichen, gewöhlichen
Bakterien im Stuhl (Escherichia coli) bleiben dagegen unverändert.
Die Wissenschaftler meinen, die Besserung des Rheumas sowie die
Verminderung der Bakterien-IgG oder/und der Bakterien-Besiedlung des
Dickdarmes könnte ursächlich zusammenhängen. Die Einnahme
von Lactobacillus rhamnosus, der zu den üblichen säurebildenden
Bakterien des Dickdarmes gehört, hilft gegen Allergien.
Es
ist bekannt, dass auch andere immunologisch
entzündliche Krankheiten wie Colitis ulcerosa und Morbus
Crohn (Entzündungen des Darmes) auf Fasten und Ernährungsumstellungen
positiv reagieren. Umgekehrt können die Antibiotika
durch den Einfluss auf die Darmbakterien die Darmfunktion stören,
einer der Gründe, Antibiotika nicht leichtfertig einzusetzen,
sondern für wichtige, ernsthafte, sonst kaum beherrschbare
Gelegenheiten vorzuenthalten.

Die Besiedlung des Dickdarmes mit
Bakterien spielt auch bei schweren Lebererkrankungen
eine grosse Rolle. Zu ihrer Therapie gehört die Vernichtung
der fäulnisverursachenden Darmbakterien mittels starker
Antibiotika, da Ammoniak und die basischen Produkte dieser
Bakterien, manche biogene Amine, die angeschlagene Leber über Gebühr
belasten. Man bemüht sich den Stuhl säuerlich zu halten, da dann
diese Gifte eher im Darm gehalten werden und nicht ins Blut übertreten.
Sogar die, die sich bereits im Körper befinden, werden so im Darm
ausgeschieden. Es ist naiv zu meinen, dieser Vorgang sei nur bei
schweren Leberentgleisungen wichtig. Die zwar "unter Gebühr",
aber dauernde Belastung mit solchen Stoffen schwächt nicht nur die
wenig angeschlagene, aber sogar auch die normale Leber. Die
Verminderung der Fäulnisbakterien erreichen wir, wie u.a. die
norwegischen Wissenschaftler gezeigt haben (s.o.), durch die
Umstellung auf vegetarische Kost. Den Fäulnisbakterien fehlt dann
ihre Nahrung, der Überfluss an (tierischem) Eiweiss, aus dem sie
bei ihrem Wachstum die Zellengifte produzieren. Die natürlichen
Gegner der Fäulnisbakterien, die normalen Darmbakterien, ernähren
sich aus Kohlenhydraten. Wenn wir jedoch zu viele leichtverdauliche,
einfache Kohlenhydrate (Zucker) essen, vermehren sich mit ihnen
leider auch Hefen. Das Wachstum von Hefenird durch Faserstoffe
gehemmt. Diese sind in Salat, Gemüse, Obst und Vollkorngetreide in
optimaler Zusammensetzung mit komplexen, langsam verdaulichen,
gesundheitsfördernden Kohlenhydraten enthalten.
Wie
wissen wir, wie die Besiedlung unseres Darmes ist?
Es mag merkwürdig erscheinen,
einfach und zuverlässig genug, ohne komplizierte Laborbestimmungen,
durch unsere Sinne: Der Stuhl eines gesunden, sich richtig ernährenden
Menschen mit guter Verdauung ist eher geruchsneutral, riecht weder säuerlich,
noch faul, auch nicht nach faulen Eiern. Wir sollten ihn ohne Blähungen,
Koliken und sonstigen Beschwerden produzieren. Er schlüpft geformt
mindestens ein, nicht mehr als drei Mal pro Tag, ohne unerträglichen
plötzlichen Drang, ohne grossen Druck, mühelos, aus uns heraus*.
Wenn wir wollen, können wir seinen Säure- Basenzustand mit einem,
in der Apotheke erhältlichen, einfachen Indikatorstreifen messen (pH
sollte leicht säuerlich 6,0 - 6,3 betragen). Diese Eigenschaften
hat auch der Stuhl und -gang bei den Urvölkern, die sich noch
richtig, ursprünglich, ernähren, und ohne Zivilisationskrankheiten
auskommen (leben).
Viele Leute leiden unter Verstopfung.
Die beste Vorbeugung und Therapie dagegen ist abwechslungsreiche,
fasern- und balaststoffreiche (Obst, Gemüse, Salat,
Vollkorngetreide) Kost mit genug Flüssigkeit
und Bewegung. Es gibt Lebensmittel, die besonders
geeignet sind, den Stuhlgang zu fördern, wie Leinsamen, Feigen,
Birnen, Obst im Allgemeinen. Aber dauernd eingenommen, wie auch die
verschiedenen pharmazeutische Balaststoffpräparate, können Unverträglichkeiten
verursachen und dann die Verstopfung verschlimmern und zu Blähungen
und anderen Beschwerden führen. Deswegen ist es besser, wenn
man auch zu diesem Zweck mit diesen Lebensmitteln rotiert.
Gute Erklärungen und ausgezeichnete Anleitung zu Massnahmen gegen
Verstopfung finden Sie hier.
Manchmal will man bei Verstopfung wissen, wie lange
die Nahrung im Darm verweilt. Es gibt dazu verschiedene komplizierte
Verfahren. Einfach kann man es nach Stuhlbeschaffenheit schätzen:

* Ein klebriger Stuhl weist
auf übermässige Einnahme von Milchprodukten hin, auch wenn es sich
nur um Butter handelt.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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