Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
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Die Ernährung der Sportler mit Abstand (und Witz) betrachtet


Aus NZZ 31. Januar 2001

Addio Fiorentina

cf. Polizisten verdroschen haben wir keine, aber  den Aufstand im Kleinen, den haben wir, zwar keine echten 68er, doch immerhin im gleichen Jahr eingeschult, schon geprobt. Zum Beispiel im Restaurant: Immer nur Entrecôte, schleuderten wir unseren verdatterten Eltern am vermeintlichen fleischlichen Monats-Highlight entgegen. Auch wir 61er hatten schon früh unsere eigenen Vorstellungen.

Aus dem Aufmucken gegen Gabel und Messer wurde kein Kreuzzug gegen Fleisch. Im Gegenteil, als Sportnovizen in engen Badehöschen und mit vielversprechendem Jahrgang verdienten wir uns unser tägliches Schnitzel in nasskalten, der Spasskultur noch kategorisch abschwörenden Bädern. Und samstags, vor dem «Schnellsten Zürifisch» oder einem anderen epochalen Titelkampf, machten wir erst ein halbes Rind und dann die ganzen Gegner platt. Es war die gute alte Zeit, in der alles so einfach war. Und man trotzdem alles falsch machte. Nicht, dass wir nur falsch, weil ständig übersäuert, trainierten, auch die Ernährung, die Kompensation allen Leidens, war aus heutiger Sicht ein schlechter Witz. Hatte Urs Zimmermann Mitte der achtziger Jahre mit der Einführung des Müesli in den Giro di Pasta und die Tour de Flan noch Kopf- und vor allem Magenschmerzen ausgelöst, so futtert heutzutage praktisch jeder Ausdauersportler fast ausschliesslich Kohlenhydrate. Oder sieht die Triathlon- Olympiasiegerin Brigitte McMahon vielleicht aus, als ob in ihrem schweizerisch-amerikanischen Haushalt Bratwurst und Hamburger den Menuplan dominieren?

Umso paradoxer klingt deshalb die Meldung von der Auflösung des Linda-McCartney-Teams. Der Vegetarismus-Feldzug im Radsport ist trotz günstigen Vorzeichen abrupt gestoppt worden, der Beatle Paul McCartney offenbar nicht mehr zu überreden gewesen, das Erbe seiner 1998 verstorbenen Frau weiterzuführen. Wozu, mag sich Sir Paul überlegt haben, Millionen in eine Kampagne buttern, wenn der «Markt» von alleine spielt? Denn Steaks rühren nicht nur die wenigsten Sportler noch an, auch die restlichen Konsumenten üben sich, wenn auch nicht ganz freiwillig (BSE!), neuerdings im Verzicht. Auf die Gefahr hin, dass sich die eine oder andere Träne mit dem Gemüse-Risotto vermischt: «Die Entscheidung wurde um sechs Uhr gefällt», hält «La Repubblica» mit sicherem Gespür fürs Melodrama den Moment fest, als die EU am Montag das T-Bone- Steak auf den Ernährungsindex setzte und eine Nation bis ins Mark traf.

Addio Bistecca Fiorentina. Wir 61er haben's geahnt.

Mehr über Sport und Ernährung s. "Sport und Ernährung"; "Ernährung und Immunologie der Bewegung oder Sport und die Infektionsabwehr" und "Weniger essen, mehr leisten? Essstörungen - ein bekanntes Krankheitsbild im Spitzensport"

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