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Änderung 14.01. 2004
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Schmerzen
des Bewegungsapparates
Auch wenn die
Skeletmuskeln volumenmässig das grösste Organsystem
des Menschen sind (bei manchen erst nach dem
Fettgewebe), denken wir zu wenig, dass sie die Quelle,
die Ursache der Schmerzen des Bewegungaparates sein können.
Wenn wir die Muskeln anschlagen, reissen, merken wir,
dass sie weh tun. Nach einer aussergewöhnlichen
Beanspruchung bekommen wir eine andere Art des
Muskelschmerzes - den Muskelkater. Weniger bekannt ist,
dass Muskeln schmerzen können, auch wenn sie damit
unzufrieden sind, wie wir mit ihnen umgehen, z.B. wenn
wir sie belasten, ohne sie dafür vorher durch Training
und Dehnung vorzubereiten, oder wenn wir sie nach grösserer
Belastung nicht genug erholen lassen. Eine zwar kleine,
aber lang andauernde Spannung des Muskels bei schlechter
Lagerung während des Schlafes, oder falsche Bewegungen
während der Arbeit können auch zu Muskelschmerzen führen.
Oft treten solche Schmerzen erst verspätet nach einem
Anschlag, einer Zerrung (erlitten auch bei einer
Operation durch Druck oder Zug), sodass uns der
Zusammenhang nicht klar ist, desto mehr, als die Muskeln
meistens nicht direkt schmerzen, sondern nur ihre Verlängerungen
- die Sehnen, am häufigsten an ihren Ansätzen, nahe
der Gelenke. Dabei tun die Bewegungen oder eine gewisse
Lage weh, z. B. die Schulter oder die Hüfte schmerzt,
wenn wir auf ihrer Seite liegen. Wir meinen dann falsch,
dass das Gelenk betroffen und nicht in Ordnung sei.
Es kann jedoch auch
umgekehrt sein, das Gelenk ist, z. B. nach einer
Verletzung oder bei einer beginnenden Abnützung nur
leicht verändert, schmerzt aber selbst (noch) nicht,
sondern nur die Muskeln und Sehnen, die sich an dessen
Bewegungen beteiligen. Wir schonen dann das Gelenk und
bewegen es zu wenig, damit vermindern wir dessen
Durchblutung und Ernährung, und der Schaden, die Abnützung,
schreitet schneller voran.
Schon früher gab es Ärzte
und Forscher, die die Bedeutung der Muskeln für die
Entstehung der Schmerzen des Bewegungsapparates erkannt
haben. Die "Leibärztin" des amerikanischen Präsidenten
J. F. Kennedy, Frau J. Travell und ihr Kollege D. G.
Simons, verhalfen mit

ihrem zweibändigen Buch
" Myofascial Pain and Dysfunction. The Trigger
Point Manual" zum Durchbruch dieser wichtigen
Kenntnisse und der darauf gegründeten sehr wirksamen
Therapiemöglichkeiten. Man nennt diese Methode
"Triggerpunkt-Therapie" oder offiziell "Myofasziale
Triggerpunkt-Therapie". Dank dem Winterthurer
Rheumatologen Dr. Dejung, existiert auch in der Schweiz,
die auf diesem Gebiet in Europa führend ist, eine
Gesellschaft für Ärzte und Physiotherapeuten, die
diese Therapie ausüben (Interessentgemeinschaft für
Myofasziale Triggerpunkt-Therapie, www.imtt.ch).
Was sind
Triggerpunkte?
Unter den oben
beschriebenen Umständen existieren in den Muskeln,
Sehnen und Gewebe, die die Muskeln untereinander und an
den Knochen bindet (Bindegewebe, Faszien) kleine,
manchmal nur ein paar Millimeter grosse Bereiche, eben
Punkte, die verändert, gequollen und berührungs- und
druckschmerzhaft sind. Häufig schmerzt nicht dieser
Punkt sondern auch ein anderer, sogar ein entfernter
edreich sogar i9n einem anderen Muskel. Dann sprechen
wir über sekundäre Triggerpunkte und projizierten
Schmerz. Die Triggerpunkte tun nicht nur bei Berührung
und Druck weh, sie verursachen Schmerzen in den
Gelenken, bei den Sehnen, und Sehnenscheiden bei
Bewegung der entsprechenden Muskeln.




Wie behandelt man
durch Triggerpunkte verursachte Schmerzen?
Man drückt, massiert die
Punkte und dehnt anschliessend den Muskel. Der Patient
trägt selbst zur Heilung bei, indem er 2-3 mal täglich
kurz die Muskeln dehnt. Die entprechenden Dehnungsübungen
zeigt ihm der Therapeut. Die Therapie ist schmerzloser
und wirksamer, wenn man die Punkte unmittelbar vor der
Behandlung kühlt. Eine andere Technik ist das sog.
"Dry-Needling". Dabei sticht man mit einer
Akupunkturnadel in dem Triggerpunkt herum und
anschliessend dehnt man wieder den Muskel. Durch die
Behandlung werden die Triggerpunkte besser
durchgeblutet, sie schwellen ab und verschwinden
schlussendlich, lösen sich auf und mit ihnen auch die
Schmerzen, die sie verursachten.

In der Regel braucht man
mehrere Behandlungen in Abständen von 2-3 Tagen bis
einer Woche. Wenn nach 2-3 Behandlungen keine Besserung
der Schmerzen und der Bewegungen eintritt, ist diese
Therapie (noch) nicht angebracht, die Triggerpunkte sind
dann nicht der Hauptgrund der Beschwerden, den man
weiter suchen sollte.
Bei welchen
Beschwerden soll man an Triggerpunkte denken?
Bei allen Schmerzen des
Bewegungsapparates, die nicht durch eindeutige Ursachen
wie Entzündung oder mechanische Wirkung
(Bandscheibenvorfall) bedingt sind. Aber auch in solchen
Fällen können sich die Triggerpunkte, vor allem bei längerem
Verlauf, an den Schmerzen beteiligen. Bei unklaren und
auf andere Therapien nicht reagierende Beschwerden
sollte man die Muskeln auf das Vorhandensein von
Triggerpunkten abklären und die (Versuchs-)
Triggerpunkt-Therapie den anderen, komplizierten und
kostspieligen Untersuchungen (MRI) und Behandlungen
(Stosswellentherapie, Operation) vorziehen.
Die Triggerpunkt-Therapie
ist angebracht und erfolgreich bei Schmerzen im Kopf-,
Nacken-, Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Brust-, Bauch-,
Lenden-, Leisten-, Hüft-, Bein-, Knie-, Wade- und
Fussbereich, z.B. bei Tennisellbogen, Sehnenscheideentzündungen,
Hexenschuss, Ischias, Fersensporn.
Was bieten wir?
Eine gründliche
Untersuchung mit der Frage nach Triggerpunkten als
(Mit-) Ursache der Beschwerden. Bei positivem Befund 1-3
Triggerpunkt-Versuchsbehandlungen. Falls diese
erfolgreich sind, die Überweisung zu einem(r)
geeigneten TherapeutIn in der Nahe Ihres Wohnortes.
Je nach der Entstehung
und der Dauer der Beschwerden spielen auch emotionelle
Faktoren eine Rolle. Z.B. bei einem Schleudertrauma
erleiden wir auch einen psychischen Schock, wir erleben
Angst und Wut. Solange man diese Komponenten nicht
beruhigt, vom Ereignis abkoppelt, verschwinden die
Beschwerden nicht (ganz). Um beim Beispiel des
Schleudertraumas zu bleiben: beim Autofahren geraten wir
immer wieder in ähnliche Situationen wie vor oder beim
Trauma, die gegen unseren Willen wieder dieselben
Reaktionen wie Verspannung, sogar Schmerzen hervorrufen.
Es ist wie mit dem Traum - erleben wir etwas während
des Tages, treffen wir jemanden - nachts träumen wir
verschiedene, oft fantasievolle Bilder, die damit
zusammenhängen. Mit der NAET-Methode
können wir diese Seite der Beschwerden
mildern und sogar zum Verschwinden bringen.
S. auch die "Patienteninformation"
der IMTT.
Die
Kosten:
Die
Kosten für Beratung und manuellmedizinische Behandlung
werden von der Grundversicherung übernommen.
Nach
oben
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)