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Letzte redaktionelle Änderung 7.2.05
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und Begriffen durchsuchen.
Osteoporose und Ernährung
Die "Medical Tribune", eine
Wochenzeitschrift für Ärzte veröffentlichte unseren folgenden
Leserbrief über Probleme der Osteoporose. Diese Problematik etwas
anders s. auch unsere Seite "Knochen und
Ernährung".
Es ist der Verdienst der Medical Tribune, unermüdlich
immer wieder auf die Bedeutung der Ernährung für die Vorbeugung
und Therapie der nicht durch Medikamente oder Krankheiten bedingten,
"idiopathischen" Osteoporose hinzuweisen. Leider bleiben
die Hinweise meistens, wie die beiden oben genannten Beiträge
zeigen, auf die Bedeutung der genügenden Zufuhr von Kalzium beschränkt.
Es mag überraschen, aber in Wirklichkeit ist die Menge des Kalziums
für die Entstehung der Osteoporose nicht entscheidend, sie ist,
wenn nicht zweit-, so mindestens gleichrangig mit anderen Ernährungseinflüssen.
Trotz genügend Kalzium in der Nahrung kann die Osteoporose
entstehen und / oder weiterschreiten.

Diese anderen bisher bekannten Einflüsse sind
(das bekannte, für die Resorbtion des Kalziums auch des von Medical
Tribune anerkannten D-Vitamin lassen wir ausser acht): im negativen
Sinne die Menge des Phosphats, des Schwefels und des Kochsalzes, im
positiven Sinne des Kaliums, des Magnesiums, des K-Vitamins und der
"Phytoöstrogene".
Je mehr Phosphat
man einnimmt, desto mehr muss es ausgeschieden werden, wozu die
Niere Parathormon braucht. In der Regel wird Phosphat zusammen mit
Kalium ausgeschieden, bei ungenügend Kalium kommt Kalzium dazu. Als
Reservoir für Kalzium, wie auch für Kalium, was weniger bekannt
sein dürfte, dienen die Knochen, aus denen unter Wirkung von
Parathormon diese beiden Ionen gelöst, "ausgelaugt"
werden. Längerdauernde Überlastung mit Phosphat kann zum sekundären
Hyperparathyreoidismus führen.
Ähnlich, nur ohne Hilfe des Parathormons, ist die
negative Wirkung des weiteren mineralen Anions, des Sulfates.
Es kann nicht abgebaut werden und ausser einer kleinen Menge, die
der Galle zur Detoxikation dient (Glukuronsäure), muss es in der
Niere mit Kalium ausgeschieden werden. Quellen des Sulphates sind
die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin, die
reichlich in tierischen Eiweissen (Fleisch, Milchprodukte) enthalten
sind. Je mehr Kalium die Niere zur Ausscheidung des Sulphates
braucht, desto weniger bleibt für die Ausscheidung des schwächeren
Phosphats übrig.
Ein weiterer Verbraucher des Kaliums ist das Natrium
aus dem Kochsalz. Bei dessen Resorbtion tauscht es die Niere gegen
das Kalium aus. Während der Millionen
von Jahren unserer Entwicklung war Kochsalz Mangelware und Kalium im
Uberfluss vorhanden, sodass sich unsere Niere bemüht, so viel
Natrium wie möglich zurückzuhalten.
In den letzten 2-3 Jahrhunderten, besonders in den
letzten Jahrzehnten hat sich unsere Ernährung wesentlich verändert.
Wir konsumieren ungefähr fünfmal weniger Kalium und fünfmal mehr
Natrium als unsere Vorahnen, aber, oh welch Wunder, unsere Nieren,
Knochen und die vielen verschiedenen Stoffwechsel- und
Ausscheidungsvorgänge und ihre Regulationen blieben unverändert,
den neuen Bedingungen unangepasst und so werden unsere Knochen schwächer,
brüchiger, (und der Blutdruck, mit allen Folgen, höher).
Frische Lebensmittel enthalten Phosphat,
gebunden an andere Stoffe, in organischer Form. Beim Lagern,
Verarbeiten wird das Phosphat abgespalten und damit entsteht das anorganische
Phosphat, das mit Kalzium, Magnesium und Eisen nichtlösliche
Salze bildet, die der Darm nicht resorbieren kann. Viele
Lebensmittel (Fleisch, Käse, natürlich fertige Speisen, Schmelzkäse,
Würste, Backwaren, Cola Getränke, usw., als Zusatzstoffe, s.
Zusatzstoff-Verordnung,) enthalten besonders viel anorganisches
Phosphat. Mit der gegenwärtigen Ernährung konsumieren wir
mindestens die doppelte Menge des Phosphats als früher, was weder nötig
noch gesund ist. Während das organische Phosphat im Darm gut
resorbierbar ist, braucht das anorganische dazu das Natrium-Ion, das
in unserer gegewärtigen Ernährung im Überfluss vorhanden ist -
eine weiterere Ursache der knochenschädigenden Hyperphosphatämie.
In einem Referat erwähnte kürzlich auch Medical
Tribune die Bedeutung des K-Vitamins für den normalen
Knochenbau. Die Wirkungsweise ist noch nicht bekannt, und wie so oft
nicht nur auf K-Vitamine beschränkt, sondern ist auch anderen,
chemisch verwandten Stoffen, die in Pflanzen vorkommen, gemeinsam.
Die Problematik wollen wir an einem etwas
vereinfachten Beispiel demonstrieren: Wenn wir eine Speise mit Käse
essen, nehmen wir zwar viel Kalzium ein, das aber wegen des hohen Phosphatanteils
nur teilweise resorbiert wird. Phosphat und Schwefel brauchen für
ihre Ausscheidung Kalium, das im Käse in relativ kleinen Menge
vorhanden ist, sodass es samt Kalzium aus dem Knochen genommen wird.
(Um es nicht zu komplizieren, lassen wir Magnesium ausser acht). Das
reichlich im Käse vorhandene Kochsalz erhöht noch den Bedarf an
Kalium. Falls wir dazu ein Cola-Getränk trinken, steigern wir durch
die dort enthaltene Unmenge von Phosphat die Schwächung des
Knochens. Umgekehrt, essen wir möglichst wenig Käse (nur für den
Geschmack, nicht für die Sättigung, wie es unsere Vorahnen taten)
zu Kohl und Kartoffeln, trinken dazu ein basisches Mineralwasser,
werden unsere Knochen dichter und dichter, auch weil Kohl K-Vitamin-ähnliche
Stoffe, sowie die "pflanzlichen Östrogene" enthält. Die
Völker, die als Erwachsene keine Milch und Milchprodukte
konsumieren, leiden nicht mehr, sondern weniger unter Osteoporose,
da sie sich vorwiegend pflanzlich ernähren. Unsere Vorahnen in nördlichen
Gebieten waren auf Milch (nicht Käse) als Kalziumquelle angewiesen.
Sie hatten sie aber nie in den heutigen Mengen zur Verfügung und
wir, im Unterschied zu ihnen, als Vorteil des Wohlstandes, haben das
ganze Jahr reichlich Auswahl an Salaten, Gemüse und Früchten.
Die Ernährungsweise erklärt auch, warum bei
manchen Frauen nach der Menopause die Osteoporose schneller, bei
anderen langsamer fortschreitet.
Zusammenfassend, wenn jemand seine Knochen durch
Ernährung stärken will, soll er sich nach den gegenwärtigen
Kenntnissen aus frischen Quellen vorwiegend pflanzlich ernähren,
Phosphat-Zusatzstoffe enthaltende Fertigprodukte und Getränke
meiden und wenig salzen. Es sind Massnahmen, die auch gegen andere
Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Hypertonie,
Lipidstoffwechselstörungen, Gefässkrankheiten und auch Krebs
wirksam sind. Es gibt eben nur eine gesunde Ernähung, die den
Gegebenheiten und Bedürfnissen unserer Körper und Seelen
entspricht.
Es ist aus Platzgründen unmöglich, alle diesbezüglichen
physiologischen und biochemischen Verläufe genau aufzuzeigen. Wir
wollten nur den Lesern dieser Zeitschrift ein bisschen das andere
Auge beim Blick auf die Zusammenhänge zwischen Osteoporose und Ernährung
öffnen.
Dr. med. P. Marko, Bruggwaldstrasse 39e, 9009 St.
Gallen
Dipl. Ing. ETH A. Massarotti, Alt Kantonschemiker TI, 6577 Ranzo
Schlussfolgerungen:
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Es
gibt viele Einflüsse der Ernährung (Eiweiss,
Vitamine, Mineralien, Spurenelemente)
auf die Entwicklung der Osteoporose.
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Der
Hauptfaktor ist der Säure-Basen- Haushalt.
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Entscheidend
dabei ist die genügende Zufuhr von Kalium.
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Kochsalz
wirkt sich negativ aus.
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Man
sollte sich basenbildend und
abwechslungsreich ernähren, d.h. viel Gemüse, Salat und Früchte
und wenig Fleisch und Käse essen, salzhaltige Nahrungsmittel
und phosphathaltige (Cola-) Getränke
meiden.
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Die
Substitution mit Mineralien und Spurenelementen sollte wegen
Interaktionen bei der Resorption unterbrochen, rotierend
erfolgen.
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Von
den viel gepriesenen Milch und
Milchprodukten haben nur Milch, Joghurt und Molke einen
positiven Einfluss. Alle Sorten von Käse schwächen den
Knochen.
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Bei
den Mineralwässern ist das positive
Verhältnis zwischen Kalzium und Sulfat
(in mg auf jeder Etikette ablesbar) entscheidend und nicht der
reine Inhalt an Kalzium. Kochsalzhaltige Mineralwässer sind
auch zu meiden. Viele Hahnenwässer sind in diesem Sinne auch günstig
und man kann bei den Wasserwerken deren Inhalt an Kalzium und
Sulfat erfahren.
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Ein
mehrtägiges Fasten ist ungünstig, auch wenn man auf den genügenden
Zufuhr von Basen, Vitaminen und Spurenelementen besonders
achtet.
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Ausser gesunder Ernährung
ist die Bewegung enorm wichtig.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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