Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte redaktionelle Änderung 7.2.05

 

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Osteoporose und Ernährung

 

Die "Medical Tribune", eine Wochenzeitschrift für Ärzte veröffentlichte unseren folgenden Leserbrief über Probleme der Osteoporose. Diese Problematik etwas anders s. auch unsere Seite "Knochen und Ernährung".


Es ist der Verdienst der Medical Tribune, unermüdlich immer wieder auf die Bedeutung der Ernährung für die Vorbeugung und Therapie der nicht durch Medikamente oder Krankheiten bedingten, "idiopathischen" Osteoporose hinzuweisen. Leider bleiben die Hinweise meistens, wie die beiden oben genannten Beiträge zeigen, auf die Bedeutung der genügenden Zufuhr von Kalzium beschränkt. Es mag überraschen, aber in Wirklichkeit ist die Menge des Kalziums für die Entstehung der Osteoporose nicht entscheidend, sie ist, wenn nicht zweit-, so mindestens gleichrangig mit anderen Ernährungseinflüssen. Trotz genügend Kalzium in der Nahrung kann die Osteoporose entstehen und / oder weiterschreiten.

Diese anderen bisher bekannten Einflüsse sind (das bekannte, für die Resorbtion des Kalziums auch des von Medical Tribune anerkannten D-Vitamin lassen wir ausser acht): im negativen Sinne die Menge des Phosphats, des Schwefels und des Kochsalzes, im positiven Sinne des Kaliums, des Magnesiums, des K-Vitamins und der "Phytoöstrogene".

Je mehr Phosphat man einnimmt, desto mehr muss es ausgeschieden werden, wozu die Niere Parathormon braucht. In der Regel wird Phosphat zusammen mit Kalium ausgeschieden, bei ungenügend Kalium kommt Kalzium dazu. Als Reservoir für Kalzium, wie auch für Kalium, was weniger bekannt sein dürfte, dienen die Knochen, aus denen unter Wirkung von Parathormon diese beiden Ionen gelöst, "ausgelaugt" werden. Längerdauernde Überlastung mit Phosphat kann zum sekundären Hyperparathyreoidismus führen.

Ähnlich, nur ohne Hilfe des Parathormons, ist die negative Wirkung des weiteren mineralen Anions, des Sulfates. Es kann nicht abgebaut werden und ausser einer kleinen Menge, die der Galle zur Detoxikation dient (Glukuronsäure), muss es in der Niere mit Kalium ausgeschieden werden. Quellen des Sulphates sind die schwefelhaltigen Aminosäuren Cystein und Methionin, die reichlich in tierischen Eiweissen (Fleisch, Milchprodukte) enthalten sind. Je mehr Kalium die Niere zur Ausscheidung des Sulphates braucht, desto weniger bleibt für die Ausscheidung des schwächeren Phosphats übrig.

Ein weiterer Verbraucher des Kaliums ist das Natrium aus dem Kochsalz. Bei dessen Resorbtion tauscht es die Niere gegen das Kalium aus. Während der Millionen von Jahren unserer Entwicklung war Kochsalz Mangelware und Kalium im Uberfluss vorhanden, sodass sich unsere Niere bemüht, so viel Natrium wie möglich zurückzuhalten.

In den letzten 2-3 Jahrhunderten, besonders in den letzten Jahrzehnten hat sich unsere Ernährung wesentlich verändert. Wir konsumieren ungefähr fünfmal weniger Kalium und fünfmal mehr Natrium als unsere Vorahnen, aber, oh welch Wunder, unsere Nieren, Knochen und die vielen verschiedenen Stoffwechsel- und Ausscheidungsvorgänge und ihre Regulationen blieben unverändert, den neuen Bedingungen unangepasst und so werden unsere Knochen schwächer, brüchiger, (und der Blutdruck, mit allen Folgen, höher).

Frische Lebensmittel enthalten Phosphat, gebunden an andere Stoffe, in organischer Form. Beim Lagern, Verarbeiten wird das Phosphat abgespalten und damit entsteht das anorganische Phosphat, das mit Kalzium, Magnesium und Eisen nichtlösliche Salze bildet, die der Darm nicht resorbieren kann. Viele Lebensmittel (Fleisch, Käse, natürlich fertige Speisen, Schmelzkäse, Würste, Backwaren, Cola Getränke, usw., als Zusatzstoffe, s. Zusatzstoff-Verordnung,) enthalten besonders viel anorganisches Phosphat. Mit der gegenwärtigen Ernährung konsumieren wir mindestens die doppelte Menge des Phosphats als früher, was weder nötig noch gesund ist. Während das organische Phosphat im Darm gut resorbierbar ist, braucht das anorganische dazu das Natrium-Ion, das in unserer gegewärtigen Ernährung im Überfluss vorhanden ist - eine weiterere Ursache der knochenschädigenden Hyperphosphatämie.

In einem Referat erwähnte kürzlich auch Medical Tribune die Bedeutung des K-Vitamins für den normalen Knochenbau. Die Wirkungsweise ist noch nicht bekannt, und wie so oft nicht nur auf K-Vitamine beschränkt, sondern ist auch anderen, chemisch verwandten Stoffen, die in Pflanzen vorkommen, gemeinsam.

Die Problematik wollen wir an einem etwas vereinfachten Beispiel demonstrieren: Wenn wir eine Speise mit Käse essen, nehmen wir zwar viel Kalzium ein, das aber wegen des hohen Phosphatanteils nur teilweise resorbiert wird. Phosphat und Schwefel brauchen für ihre Ausscheidung Kalium, das im Käse in relativ kleinen Menge vorhanden ist, sodass es samt Kalzium aus dem Knochen genommen wird. (Um es nicht zu komplizieren, lassen wir Magnesium ausser acht). Das reichlich im Käse vorhandene Kochsalz erhöht noch den Bedarf an Kalium. Falls wir dazu ein Cola-Getränk trinken, steigern wir durch die dort enthaltene Unmenge von Phosphat die Schwächung des Knochens. Umgekehrt, essen wir möglichst wenig Käse (nur für den Geschmack, nicht für die Sättigung, wie es unsere Vorahnen taten) zu Kohl und Kartoffeln, trinken dazu ein basisches Mineralwasser, werden unsere Knochen dichter und dichter, auch weil Kohl K-Vitamin-ähnliche Stoffe, sowie die "pflanzlichen Östrogene" enthält. Die Völker, die als Erwachsene keine Milch und Milchprodukte konsumieren, leiden nicht mehr, sondern weniger unter Osteoporose, da sie sich vorwiegend pflanzlich ernähren. Unsere Vorahnen in nördlichen Gebieten waren auf Milch (nicht Käse) als Kalziumquelle angewiesen. Sie hatten sie aber nie in den heutigen Mengen zur Verfügung und wir, im Unterschied zu ihnen, als Vorteil des Wohlstandes, haben das ganze Jahr reichlich Auswahl an Salaten, Gemüse und Früchten.

Die Ernährungsweise erklärt auch, warum bei manchen Frauen nach der Menopause die Osteoporose schneller, bei anderen langsamer fortschreitet.

Zusammenfassend, wenn jemand seine Knochen durch Ernährung stärken will, soll er sich nach den gegenwärtigen Kenntnissen aus frischen Quellen vorwiegend pflanzlich ernähren, Phosphat-Zusatzstoffe enthaltende Fertigprodukte und Getränke meiden und wenig salzen. Es sind Massnahmen, die auch gegen andere Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Hypertonie, Lipidstoffwechselstörungen, Gefässkrankheiten und auch Krebs wirksam sind. Es gibt eben nur eine gesunde Ernähung, die den Gegebenheiten und Bedürfnissen unserer Körper und Seelen entspricht.

Es ist aus Platzgründen unmöglich, alle diesbezüglichen physiologischen und biochemischen Verläufe genau aufzuzeigen. Wir wollten nur den Lesern dieser Zeitschrift ein bisschen das andere Auge beim Blick auf die Zusammenhänge zwischen Osteoporose und Ernährung öffnen.

Dr. med. P. Marko, Bruggwaldstrasse 39e, 9009 St. Gallen

Dipl. Ing. ETH A. Massarotti, Alt Kantonschemiker TI, 6577 Ranzo 

Schlussfolgerungen:

  1. Es gibt viele Einflüsse der Ernährung (Eiweiss, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente) auf die Entwicklung der Osteoporose.

  2. Der Hauptfaktor ist der Säure-Basen- Haushalt.

  3. Entscheidend dabei ist die genügende Zufuhr von Kalium.

  4. Kochsalz wirkt sich negativ aus.

  5. Man sollte sich basenbildend und abwechslungsreich ernähren, d.h. viel Gemüse, Salat und Früchte und wenig Fleisch und Käse essen, salzhaltige Nahrungsmittel und phosphathaltige (Cola-) Getränke meiden.

  6. Die Substitution mit Mineralien und Spurenelementen sollte wegen Interaktionen bei der Resorption unterbrochen, rotierend erfolgen.

  7. Von den viel gepriesenen Milch und Milchprodukten haben nur Milch, Joghurt und Molke einen positiven Einfluss. Alle Sorten von Käse schwächen den Knochen.

  8. Bei den Mineralwässern ist das positive Verhältnis zwischen Kalzium und Sulfat (in mg auf jeder Etikette ablesbar) entscheidend und nicht der reine Inhalt an Kalzium. Kochsalzhaltige Mineralwässer sind auch zu meiden. Viele Hahnenwässer sind in diesem Sinne auch günstig und man kann bei den Wasserwerken deren Inhalt an Kalzium und Sulfat erfahren. 

  9. Ein mehrtägiges Fasten ist ungünstig, auch wenn man auf den genügenden Zufuhr von Basen, Vitaminen und Spurenelementen besonders achtet.

  10. Ausser gesunder Ernährung ist die Bewegung enorm wichtig.

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