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Letzte redaktionelle Änderung
20.1.2007
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ganze Homepage können Sie hier nach Worten
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Nierensteine
und Ernährung
Unter
Nierenkoliken, den schmerzhaften Folgen der Nierensteine, leiden
während ihres Lebens 5 - 18 % der Menschen in den
"Wohlstandsländern", Tendenz steigend. Die Koliken
wiederholen sich in 10 Jahren bei der Hälfte, in 20 Jahren
bei 3/4 der Menschen, die schon einmal darunter gelitten haben.
Männer sind davon doppelt so oft befallen wie Frauen. Die
Nierensteine gehören zu den sog. "Zivilisationskrankheiten",
zum "Metabolischen Syndrom", oder "Syndrom X".
Die Ernährung beeinflusst weitgehend ihr Vorkommen.



Wie:
Die
Nierensteine bestehen aus verschiedenen Stoffen. Der Anteil der
Steinen aus den Kalziumsalzen Oxalat und Phosphat
steigt stetig und beträgt jetzt 80 - 85% aller
Nierensteine. Sehr lange meinte man wie bei der Osteoporose
fälschlicheweise das Kalzium sei
das Wichtigste für die Entstehung der Nierensteinen. Man
empfahl sogar die kalziumarme Ernährung, um die Entstehung
der Steine zu verhindern, was, wie sich gezeigt hat (die Gründe
unten), sogar die Bildung der Nierensteinen noch fördert.
Jetzt
konzentriert man sich im Allgemeinen auf den anderen Teil des in
den Nierensteinen häufigsten Salzes, auf das Oxalat. Es ist
schon besser, aussichtsreicher, aber auch nicht des Pudels Kern.
Freie
Oxalsäure kommt in vielen, vor allem sauren pflanzlichen
Lebensmitteln vor*. Im Darm bildet sie verschiedene Salze, unter
anderem auch mit Kalzium. Dieses Salz, Kalziumoxalat, ist jedoch
schwer löslich, wird von der Darmschleimhaut nicht
durchgelassen und mit dem Stuhl ausgeschieden. Je weniger Kalzium
wir einnehmen, desto weniger Kalziumoxalat sich bilden kann. Die
anderen, besser löslichen Oxalatsalze (Natrium- und
Kaliumoxalat) kommen leicht durch die Darmschleimhaut in das Blut
und später in den Urin, wo dann die Kalziumoxalatsteine
entstehen können. Das ist der Grund, warum die Empfehlung,
wenig Kalzium zu essen, bei Nierensteinpatienten falsch war. Nur
ist es so, dass die Oxalsäure von verschiedenen Menschen
sowieso unterschiedlich aus dem Darm aufgenommen wird. Dieser
Anteil ist so wie so relativ unbedeutend zur Menge, die im
Stoffwechsel bei der Umwandlung von Kohlenhydraten, Eiweissen und
Fetten im Körper gebildet wird. Essen wir zu viel von diesen
Hauptnahrungsmittel, wird die Oxalsäure wenig abgebaut. Sie
sammelt sich und "übersäuert"
uns als ziemlich starke Säure.
(Sie gehört zu den sauren "Schlacken" der
Alternativmedizin). Die Niere scheidet dann mehr Oxalsäure in
den Urin aus. Je mehr wir Eiweiss (Fleisch, Käse) mit den
starken Schwefel- und Phosphorsäuren
essen, desto saurer sind wir und
desto mehr Oxalsäure ausgeschieden wird.
Die
starken Säuren (Oxal- und Schwefelsäure)
müssen gegen die Schwachen ausgetauscht werden, sonst würden
die Nierenzellen durch die plötzliche starke Verschiebung des
Säuren-Basen-Zustandes geschädigt.
So werden dem ursprünglichen Urin die schwachen Säuren,
vor allem die Zitronensäure (und die Harnsäure)
entzogen. Die Zitronensäure aber wirkt (als ein wirksamer
Puffer) gegen den Ausfall von Kalziumoxalatkristallen. Mit den
Kristallen beginnt die Bildung der Nierensteine. Also, je weniger
Zitronensäure im Urin, desto eher entstehen die Nierensteine.
Es gibt
noch einen wichtigen Grund, warum die Ernährung reich an
Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten die Bildung der Nierensteine
fördert. Je mehr wir Fleisch, Käse, Fett essen, desto
weniger haben Getreide, Gemüse, Nüsse und Früchte
Platz auf unserem Tisch. Sie aber enthalten die Basen
Kalium und Magnesium in grösseren Mengen. Bei genug Kalium
bildet die Oxalsäure im Urin das gut lösliche
Kaliumoxalat, das keine Kristalle und Steine ergibt. Je weniger
Kalium wir einnehmen, desto weniger wird ausgeschieden. Statt
dessen gelangt mehr Kalzium in den Urin (s. Knochen),
das sich mit Oxalsäure zum schlecht löslichen
Kalziumoxalat bindet und Nierensteine bildet!
Warum
nicht alle Menschen, die sich reichlich ernähren, unter
Nierensteinen leiden:
Jeder von
uns hat eine oder mehrere schwache Stellen, an welchen sich die
Stoffwechselüberlastung zuerst oder am meisten zeigt. Bei den
Nierenstein-Patienten ist es die verminderte Fähigkeit der
Nierenzellen, die Säure auszuscheiden (fachlich Neigung zu
sogenannter inkompletter tubulärer Azidose). Sie sind damit
ähnlich den Gichtpatienten aus
anderem Grund gegen die Übersäuerung
und/oder Mangel an Basen empfindlicher.
Sie reagieren eher mit vermehrter Ausscheidung von Oxalat und
Kalzium - Grundlage der meisten Nierensteinen.
Was
können wir gegen (weiteren) Nierensteine und schmerzhafte
Nierenkoliken tun, wie können wir dagegen sehr erfolgreich
vorbeugen:
Genug
Flüssigkeit (richtiges
Mineralwasser!) zu sich nehmen und sich
basisch betont ernähren, d. h. mehr
basenhaltige und weniger säurehaltige
Speisen essen!
Folgender Fachartikel
beschäftigt sich mit Zusammenhang zwischen Ernährung und Nierensteinen: Hess B:
Nephrolithiasis. Schweiz
Med Forum 2001;1:1119-27 (über Suche
erreichbar) und unser Leserbrief dazu.
Eine ausgezeichnete Übersicht in englischer Sprache hier.
* Lebensmittel mit
hohem Inhalt an Oxalsäure (mg / 100 g): Rhabarber 250 -
1000; Spinat 350 -750; Mangold um 650; rote Bete 100 - 400;
Löwenzahn 250; Walnuss 550;
Mandeln 350; Erdnuss 250; Kakao 400 - 600; Schokolade 80 - 200.
Wegen dem hohen Gehalt an Kalium und Magnesium muss man nur
Rhabarber-Konsum beschränken. Dazu die Erklärung im
folgenden Leserbrief:, der in der "Medical Tribune"
veröffentlicht wurde:
"Betr.:
Eisenmangel Vegetarier haben es schwer. Med Trib 2006;39(33):4-5.
Warum Popeye doch recht hat
Laut diesem Referat wurde Popeye auf dem 1. Basler
Eisen-Symposium des Irrtums bezichtigt. Es wurde dort behauptet, wer
das von ihm geliebte Kräftigungsmittel Spinat esse, erlebe eine
Enttäuschung, weil Spinat wegen seines hohen Gehaltes an Oxalsäure
kein Eisenspender, und damit kein Kraftmittel sei. Da er die Medical
Tribune leider nicht liest und sich selbst nicht wehren kann,
springe ich für ihn ein. Es handelt sich dabei aus folgenden Gründen
um eine üble Verleumdung sowohl von Popeye wie auch bezüglich
Spinat:
-
Spinat enthält zwar, wie die Tabelle
zeigt, sehr viel Oxalsäure, aber (stochiometrisch) noch mehr Kalium.
Oxalsäure zieht die Bindung mit Kalium, als ein einfaches,
relativ kleines Ion, derjenigen mit anderen, grösseren und schwächeren
Ionen wie Eisen (und auch Kalzium!)
vor. Man kann auch sagen, sie wird dazu gezwungen. Solange sie
genug Kalium (oder Natrium) findet, kümmert sie sich keinen
Deut um die schwachen zwei- oder dreiwertigen Eisenionen.
-
In Bohnen (als Gemüse mit dem zweithöchsten
Inhalt an Eisen) gibt es zwar viel weniger Oxalsäure als im
Spinat, auf der anderen Seite enthält die Bohne wesentlich mehr
Phosphat, das richtigerweise auf dem Symposium auch als ein
Eisenbinder, übrigens ein viel stärkerer als Oxalsäure,
bezeichnet wurde.
|
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Spinat
|
Bohnen
|
|
Oxalat
mE/100 g
|
15,0
|
1,0
|
|
Kalium
mE/100g
|
17,0
|
17,4
|
|
Kalium
– Oxalat (mE)
|
2,0
|
16,4
|
|
Eisen++/+++
mE/100g
|
0,14/0,21
|
0,11/0,16
|
|
Calcium
mE/100g
|
3,1
|
2,8
|
|
Phosphor
mg/100g
|
51
|
429
|
-
Die Bilanz ist ungenau, wenn wir weitere Ionen
nicht miteinbeziehen, wie Natrium, aber auch Magnesium und
Kalzium, die alle von der Oxalsäure dem Eisen vorgezogen
werden.
-
Die Verarbeitung der Nahrungsmittel, vor allem
wie viel Wasser man beim Kochen benützt, beeinflusst ihren
Inhalt. Es ist bekannt, dass man dabei aus dem Spinat ca. 30%
der Oxalsäure verliert.
-
Eigentlich ist nicht die Bilanz eines einzelnen
Nahrungsmittels, sondern der ganzen Mahlzeit wichtig. Man muss
sie nicht jeweils kompliziert berechnen, es gibt einfache Regeln
an die man sich halten sollte:
-
Einfache Mahlzeiten, die Nahrungsmittel aus
allen Hauptgruppen (Kohlenhydrate, Eiweiss, Fette mit vielen
ungesättigten Fettsäuren) enthalten.
-
Mit den Nahrungsmitteln abwechseln, nicht immer
dieselben essen. Auch Popeye isst nicht nur Spinat. Sonst wäre
er nicht so ein Kraftprotz.
-
Wegen dem Kaliuminhalt keine Mahlzeit ohne Gemüse
und/oder Obst.
-
Vor allem Schwangere und Kinder sollen auf
Fleisch nicht ganz verzichten. Wenn sie es tun, muss man ihre
Werte kontrollieren.
Die oben erwähnten Argumente gelten auch für die
Interaktion der Oxalsäure mit anderen Elementen wie Kalzium,
Magnesium, Zink, usw."
Die entscheidende Rolle spielt, wie oben erwähnt
genug Kalium (Obst, Gemüse) in der Nahrung. Dann wird das gut lösliche
Kaliumoxalat und nicht das schlecht lösliche Kalziumoxalat gebildet
und problemlos ausgeschieden.
Falls
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(was uns unheimlich freuen würde)
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