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Letzte redaktionelle Änderung 21.07.06
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Krebs und Ernährung
am Beispiel von
Prostatakrebs
Der Prostatakrebs ist das häufigste
bösartige Geschwulst des Mannes. Den epidemiologischen Studien
(Beobachtungen an grossen Menschengruppen) nach leiden Männer, die
viel Käse und Fleisch essen viel häufiger unter Prostatakrebs, als
die, die eher kalzium- und phosphatärmere
Speisen wie Gemüse und Getreide vorziehen. Vor allem aber Obst
scheint besonders gegen diesen Krebs zu schützen. Ausser des hohen
Kalzium- und Phosphatgehalts spielt
eindeutig auch Schwefel eine
krankheitsfördernde Rolle.

Die Gründe sind noch nicht ganz klar. Die Autoren
(1,2) der angesehenen Harvard-Universität in Boston, USA, meinen,
die hohen Kalzium- und Phosphatmengen
senken die Vitamin-D-Werte. Vitamin D ist wichtig für die Reifung
der Zellen, sodass bei dessen Mangel eher die unreifen Krebszellen
entstehen. Schwefelhaltige Aminosäuren
aus Käse und Fleisch führen zur Übersäuerung,
welche die Umwandlung von Vitamin D
in die schützende Form hemmt. Wahrscheinlich sind jedoch auch
andere Mechanismen wirksam. Obst ist besonders reich an vielen
Stoffen, welche die Zellen vor Schädigung schützen.
Ein neuer Übersichtsartikel in englischer Sprache über den
Einfluss der Ernährung auf Prostatakrebs finden Sie hier.
Und
Magenkrebs
Die Zusammenhänge zwischen der Entstehung von Magenkrebs und der
Ernährung kennt man schon besser. Die Infektion mit Helicobacter
pylori, einem säurefesten Bakterium, das für die sonst
unwirtlichen Verhältnisse im Magen angepasst ist, führt bei
manchen Menschen zu Entzündung der Schleimhaut. Die kann wieder bei
manchen Menschen sofort, oder nach gewisser Zeit, die Schleimhaut
schwach, dünn, ihrer Funktion unfähig (Atrophie) machen. Und
wieder bei manchen Menschen entsteht dann nach Jahren oder sogar
Jahrzehnten Magenkrebs. Diesen Vorgang hemmen Vitamin C und Vitamin
A und ähnliche Stoffe (Antioxydantien), die in der pflanzlichen Ernährung
vorhanden sind, Kochsalz und sog.
Nitrat- und Nitrit-Verbindungen, die bei Räuchern, Braten und
Grillieren des Fleisches entstehen und als Düngungsmittel verwendet
werden, fördern ihn jedoch (s. Abb. unten). Die Nitrate und Nitrite
beteiligen sich ohne Mitwirkung des Helicobacters
pylori an der Entstehung von Darmkrebs, und anderseits die
Antioxydantien schützen auch gegen andere Arten von Krebs.
Umgekehrt, hohe Eisenwerte, üblich bei
fleischreicher Ernährung begünstigen die Entstehung jeder
Krebsart.

Nach Fox JG, Wang TC: Helicobacter
pylori - not a good bag after all. New Engl J Med
2001;345:828-9.
Was können wir gegen Magenkrebs
tun?
-
Regelmässig, mit
jeder Mahlzeit genügend (viel) Salat, Gemüse oder Obst und
wenig Fleisch, besonders kein gebraten, grilliert, geräuchert
oder gepökelt essen.
-
Wenig salzen.
-
Menschen, die unter Magenbeschwerden, Eisen-
und Vitamin B12-Mangel leiden*, oder bei denen in der Familie
Magenkrebs vorkommt, sollen sich zusätzlich auf Infektion mit
Helicobacter pylori untersuchen lassen**. Falls bei ihnen dieser
Keim vorkommt, soll man ihn (mit den entsprechenden
Medikamenten) ausrotten.
Ähnlich wie mit Prostata- und Magenkrebs ist es
mit Brust- und Darmkrebs (3). Mit gesunder
Ernährung könnte man bis zur Hälfte dieser Krebsarten
vermeiden.
Empfehlungen für
optimale Ernährung beim
bestehenden Tumorleiden
finden Sie hier. Es ist
besonders wichtig
-
keine extremen
Diäten zu machen (was sowohl Menge wie Zusammensetzung
betrifft)
-
das Immunsystem
entlasten (keine unverträgliche
Speisen konsumieren)
-
keine immunsystembelastenden Nahrungsmittel zu
sich nehmen, wie z.B. Schimmelpilzkäse
* Die atrophische Magenschleimhaut produziert weniger Stoffe, die
die Aufnahme von Eisen und Vitamin B12 im Darm begünstigen.
** Es gibt verschiedene Methoden dafür: Blut-, Stuhl-, Atemluft-
und direkte Untersuchung der Schleimhaut bei Gelegenheit einer
Magenspiegelung. Jede dieser Untersuchungen hat ihre Berechtigung
unter gewissen Bedingungen, die dem Arzt bekannt sind.
1 Chan
JM, Stampfer MJ, Giovannucci EL: What causes prostate cancer? A
brief summary of the epidemiology. Semin Cancer Biol. 1998;8:263-73.
2 Chan
J M, Stampfer MJ, Ma J, Gann PH, Gaziano JM, Giovannucci EL: Dairy
products,
calcium, and prostate cancer risk in the Physicians' Health
Study. Am J Clinl Nutr, 2001; 74: 549-54.
3 Giovannucci
E: Nutritional factors in human cancers. Adv Exp Med Biol
1999;472:29-42.
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