Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte redaktionelle Änderung 21.07.06

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Krebs und Ernährung

am Beispiel von 

Prostatakrebs

Der Prostatakrebs ist das häufigste bösartige Geschwulst des Mannes. Den epidemiologischen Studien (Beobachtungen an grossen Menschengruppen) nach leiden Männer, die viel Käse und Fleisch essen viel häufiger unter Prostatakrebs, als die, die eher kalzium- und phosphatärmere Speisen wie Gemüse und Getreide vorziehen. Vor allem aber Obst scheint besonders gegen diesen Krebs zu schützen. Ausser des hohen Kalzium- und Phosphatgehalts spielt eindeutig auch Schwefel eine krankheitsfördernde Rolle.

Die Gründe sind noch nicht ganz klar. Die Autoren (1,2) der angesehenen Harvard-Universität in Boston, USA, meinen, die hohen Kalzium- und Phosphatmengen senken die Vitamin-D-Werte. Vitamin D ist wichtig für die Reifung der Zellen, sodass bei dessen Mangel eher die unreifen Krebszellen entstehen. Schwefelhaltige Aminosäuren aus Käse und Fleisch führen zur Übersäuerung, welche die Umwandlung von Vitamin D in die schützende Form hemmt. Wahrscheinlich sind jedoch auch andere Mechanismen wirksam. Obst ist besonders reich an vielen Stoffen, welche die Zellen vor Schädigung schützen.

Ein neuer Übersichtsartikel in englischer Sprache über den Einfluss der Ernährung auf Prostatakrebs finden Sie hier.

Und

Magenkrebs


Die Zusammenhänge zwischen der Entstehung von Magenkrebs und der Ernährung kennt man schon besser. Die Infektion mit Helicobacter pylori, einem säurefesten Bakterium, das für die sonst unwirtlichen Verhältnisse im Magen angepasst ist, führt bei manchen Menschen zu Entzündung der Schleimhaut. Die kann wieder bei manchen Menschen sofort, oder nach gewisser Zeit, die Schleimhaut schwach, dünn, ihrer Funktion unfähig (Atrophie) machen. Und wieder bei manchen Menschen entsteht dann nach Jahren oder sogar Jahrzehnten Magenkrebs. Diesen Vorgang hemmen Vitamin C und Vitamin A und ähnliche Stoffe (Antioxydantien), die in der pflanzlichen Ernährung vorhanden sind, Kochsalz und sog. Nitrat- und Nitrit-Verbindungen, die bei Räuchern, Braten und Grillieren des Fleisches entstehen und als Düngungsmittel verwendet werden, fördern ihn jedoch (s. Abb. unten). Die Nitrate und Nitrite beteiligen sich ohne Mitwirkung des Helicobacters pylori an der Entstehung von Darmkrebs, und anderseits die Antioxydantien schützen auch gegen andere Arten von Krebs. Umgekehrt, hohe Eisenwerte, üblich bei fleischreicher Ernährung begünstigen die Entstehung jeder Krebsart.

Nach Fox JG, Wang TC: Helicobacter pylori - not a good bag after all. New Engl J Med 2001;345:828-9.

 

Was können wir gegen Magenkrebs tun?

  • Regelmässig, mit jeder Mahlzeit genügend (viel) Salat, Gemüse oder Obst und wenig Fleisch, besonders kein gebraten, grilliert, geräuchert oder gepökelt essen.

  • Wenig salzen.

  • Menschen, die unter Magenbeschwerden, Eisen- und Vitamin B12-Mangel leiden*, oder bei denen in der Familie Magenkrebs vorkommt, sollen sich zusätzlich auf Infektion mit Helicobacter pylori untersuchen lassen**. Falls bei ihnen dieser Keim vorkommt, soll man ihn (mit den entsprechenden Medikamenten) ausrotten.

Ähnlich wie mit Prostata- und Magenkrebs ist es mit Brust- und Darmkrebs (3). Mit gesunder Ernährung könnte man bis zur Hälfte dieser Krebsarten vermeiden.

Empfehlungen für 

optimale Ernährung beim bestehenden Tumorleiden

finden Sie hier. Es ist besonders wichtig

  • keine extremen Diäten zu machen (was sowohl Menge wie Zusammensetzung betrifft)

  • das Immunsystem entlasten (keine unverträgliche Speisen konsumieren)

  • keine immunsystembelastenden Nahrungsmittel zu sich nehmen, wie z.B. Schimmelpilzkäse

* Die atrophische Magenschleimhaut produziert weniger Stoffe, die die Aufnahme von Eisen und Vitamin B12 im Darm begünstigen.

** Es gibt verschiedene Methoden dafür: Blut-, Stuhl-, Atemluft- und direkte Untersuchung der Schleimhaut bei Gelegenheit einer Magenspiegelung. Jede dieser Untersuchungen hat ihre Berechtigung unter gewissen Bedingungen, die dem Arzt bekannt sind.


1 Chan JM, Stampfer MJ, Giovannucci EL: What causes prostate cancer? A brief summary of the epidemiology. Semin Cancer Biol. 1998;8:263-73.

Chan J M, Stampfer MJ, Ma J, Gann PH, Gaziano JM, Giovannucci EL: Dairy products,
 calcium, and prostate cancer risk in the Physicians' Health Study. Am J  Clinl Nutr, 2001; 74: 549-54.

3 Giovannucci E: Nutritional factors in human cancers. Adv Exp Med Biol 1999;472:29-42.

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