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Letzte redaktionelle Änderung
29.11.2009
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Unsere
ganze Homepage können Sie hier nach Worten
und Begriffen durchsuchen.
Pseudoallergien
und Ernährung
oder auf welch
verschiedene Weise man Kopfschmerzen bekommen kann
1. Nicht selten treten Beschwerden nach
Nahrungsmitteleinnahme, die als Allergie scheinen, aber durch
andere, nicht immunologische Mechanismen verursacht werden, wie
es ein Beispiel eines Patienten (Publikation
Nr. 45) zeigt:
Ausser unter verschiedenen
Verdauungsstörungen mit krampfartigen Bauchschmerzen litt
der 57-jährige Mann auch an starken Kopfschmerzen, die vor
allem nach Konsum von Käse, den er als guter Schweizer
besonders liebt, eintraten. Weder die Magen- und
Dickdarmspiegelungen, noch diverse Laboruntersuchungen ergaben
Anhaltspunkte für irgendeine krankhafte Änderung. So
nahm man funktionelle, psychosomatische Beschwerden als Grund
für sein Leiden an, desto mehr als er seit Jahrzehnten in
psychotherapeutischer Behandlung ist.
Einmal kam er wieder in die
Sprechstunde, um über seine Oberbauchschmerzen zu
klagen,die nun eher auf eine Magenkrankheit hinzuweisen
schienen. Der Oberbauch war, wie immer, druckdolent. Der
Bluttest auf einen Keim (Helicobacter pylori), das sowohl
Magenentzündung wie auch Magen- und
Zwölffingerdarmgeschwür verursachen kann, war
positiv, sodass mit einer einwöchigen Antibiotika-Kur
begonnen wurde. Bereits nach drei Wochen kam der Patient aus
einem anderen Anlass in die Sprechstunde, wobei er, zur
Überraschung, voller Lob über diese Behandlung war:
nicht nur hat er keine Verdauungsschwierigkeiten mehr, sondern
er kann Unmengen von Käse verzehren, ohne darauffolgende
Kopfschmerzen!
Dieser glückliche
Zustand dauert schon bereits mehrere Jahre. Das Verschwinden
der Verdauungsschwierigkeiten nach der Ausrottung von
Helicobacter pylori ist erklärbar, da die Besiedlung des
Magens mit diesem Keim auch für Verdauungsstörungen
verantwortlich sein kann. Für die wunderbare und
unbeabsichtigte Heilung des Kopfschmerzes ist die Erklärung
komplizierter. Helicobacter pylori kann die
Magensäureproduktion steigern, hemmen oder unverändert
lassen. Dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig, u.a.
von der Ernährung vor allem des Salz-,
und Antioxydantien-Konsums. Deswegen kann die Infektion ohne
Schaden bleiben oder Magenentzündung und Geschwür,
eventuell sogar Krebs mitverursachen. Die vermehrte Produktion
der Magensäure wird durch vermehrte Synthese von Histamin
in der Magenschleimhaut vermittelt und begleitet. Das Histamin
ist ein Stoff, der auch bei den allergischen Erkrankungen aus
verschiedenen Körperzellen freigesetzt wird. Viele
bekannte Arzneimittel gegen Allergie, z. B. gegen Heuschnupfen,
blockieren die Freisetzung und die Wirkung von Histamin.
Histamin befinden sich in grosser Menge in lang
fermentierten Nahrungsmitteln wie Käse (Emmentaler, usw.),
Sauerkraut, rotem Wein, Bier, geräuchertem Fleisch und
Wurstwaren, aber auch in manchen Gemüsen und Obst
(Kartoffeln, Tomaten, Spinat, Kohl, Kohlraben, Aubergines,
Trauben)*. Nach ihrer Einnahme kann es bei empfindlichen
Leuten u.a. auf die Kopfgefässe wirken und damit das
Kopfweh auslösen. Für diese Empfindlichkeit kann die
verminderte Aktivität eines Ferments (Diamin-Oxidase)
mitverantwortlich sein. Dieses Ferment ist in der
Dünndarmschleimhaut in grosser Menge vorhanden, hilft
Histamin abbauen und wird durch Alkohol blockiert. Alkohol und
Kaffee erhöhen noch dazu die
Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Histamin.
Diamin-Oxidase braucht zu ihrer voller Aktivität
Vitamin B6 und Vitamin C, sodass Vitamin B6 und -C-Mangel sich
auch an Histaminüberschuss beteiligen können.
Ein Versuch mit Einnahme von Vitamin B6 und Vitamin C zur
Linderung der Beschwerden kann sich lohnen.
Offensichtlich reicht bei unserem Patienten die
Histaminmenge aus dem verspiesenen Käse nicht ganz für
das Hervorrufen des Kopfschmerzes. Es muss auch das vermehrt in
der Magenschleimhaut durch Helicobacter produzierte, in die
Blutbahn gelangte Histamin dazu kommen. Unter besonders üblen
Kopfschmerzen litt der Patient, wenn er zum Käse Wein
getrunken hatte, ob wegen des zusätzlichen Histamins
aus dem Wein oder der Blockierung des histaminabbauenden
Ferments in der Darmschleimhaut durch den Alkohol,
wahrscheinlich aus beiden Gründen.
Es gibt Hinweise, dass sich die durch
Helicobacter pylori vermehrte Produktion von Histamin
nicht nur an der Entstehung von Kopfschmerzen, sondern auch an
anderen Beschwerden wie
Nahrungsmittelunverträglichkeit
mit Urtikaria (Nesselfieber)
beteiligt.
Die Ernährung kann sich auch auf andere
Weise an der Entstehung von Kopfschmerzen beteiligen. Süsse
Speisen erhöhen die Ausschüttung von Insulin. Hohe
Insulinwerte im Blut rufen bei dafür empfindlichen
Menschen Kopfschmerzen hervor. Bei immunologischen Prozessen
des verspäteten Typs (s. Nahrungsmittelallergien)
kann jedes Lebensmittel eine veränderte Gefässreaktion
und damit Kopfschmerzen verursachen.
Selbstverständlich kann histaminbedingte
Pseudoallergie eine zusätzliche Rolle bei allen
immunologischen Krankheiten spielen und damit sowohl die Suche
nach ihrer Ursache, wie auch den Verlauf und die Therapie
komplizieren.
Bei Histaminunverträglichkeit soll man
auch auf die Mastozytose (Urtikaria
pigmentosa) denken.
*Verzeichnis
von Histaminhaltigen Nahrungsmitteln.
Eine ausgezeichnete, ausführliche
Informationsquelle über Histaminintoleranz finden Sie auch
hier.
2. Ein anderer, häufiger,
bisher wenig beachteter Grund für Kopfschmerzen ist Vitamin
B12-Mangel, weil NO (Stickstoffoxid), das die
Gefässe erweitert, von Vitamin B12 bei dessen Mangel
ungenügend abgefangen, neutralisiert wird. Ähnlich ist
es bei Neigung zu tiefem Blutdruck und Kollaps, welche
oft zusammen mit Kopfschmerzen vorkommen.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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