Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte redaktionelle Änderung 29.11.2009

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Pseudoallergien und Ernährung

oder auf welch verschiedene Weise man Kopfschmerzen bekommen kann

1. Nicht selten treten Beschwerden nach Nahrungsmitteleinnahme, die als Allergie scheinen, aber durch andere, nicht immunologische Mechanismen verursacht werden, wie es ein Beispiel eines Patienten (Publikation Nr. 45) zeigt:

Ausser unter verschiedenen Verdauungsstörungen mit krampfartigen Bauchschmerzen litt der 57-jährige Mann auch an starken Kopfschmerzen, die vor allem nach Konsum von Käse, den er als guter Schweizer besonders liebt, eintraten. Weder die Magen- und Dickdarmspiegelungen, noch diverse Laboruntersuchungen ergaben Anhaltspunkte für irgendeine krankhafte Änderung. So nahm man funktionelle, psychosomatische Beschwerden als Grund für sein Leiden an, desto mehr als er seit Jahrzehnten in psychotherapeutischer Behandlung ist.
Einmal kam er wieder in die Sprechstunde, um über seine Oberbauchschmerzen zu klagen,die nun eher auf eine Magenkrankheit hinzuweisen schienen. Der Oberbauch war, wie immer, druckdolent. Der Bluttest auf einen Keim (Helicobacter pylori), das sowohl Magenentzündung wie auch Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür verursachen kann, war positiv, sodass mit einer einwöchigen Antibiotika-Kur begonnen wurde. Bereits nach drei Wochen kam der Patient aus einem anderen Anlass in die Sprechstunde, wobei er, zur Überraschung, voller Lob über diese Behandlung war: nicht nur hat er keine Verdauungsschwierigkeiten mehr, sondern er kann Unmengen von Käse verzehren, ohne darauffolgende Kopfschmerzen!

Dieser glückliche Zustand dauert schon bereits mehrere Jahre. Das Verschwinden der Verdauungsschwierigkeiten nach der Ausrottung von Helicobacter pylori ist erklärbar, da die Besiedlung des Magens mit diesem Keim auch für Verdauungsstörungen verantwortlich sein kann. Für die wunderbare und unbeabsichtigte Heilung des Kopfschmerzes ist die Erklärung komplizierter. Helicobacter pylori kann die Magensäureproduktion steigern, hemmen oder unverändert lassen. Dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig, u.a. von der Ernährung vor allem des Salz-, und Antioxydantien-Konsums. Deswegen kann die Infektion ohne Schaden bleiben oder Magenentzündung und Geschwür, eventuell sogar Krebs mitverursachen. Die vermehrte Produktion der Magensäure wird durch vermehrte Synthese von Histamin in der Magenschleimhaut vermittelt und begleitet. Das Histamin ist ein Stoff, der auch bei den allergischen Erkrankungen aus verschiedenen Körperzellen freigesetzt wird. Viele bekannte Arzneimittel gegen Allergie, z. B. gegen Heuschnupfen, blockieren die Freisetzung und die Wirkung von Histamin. Histamin befinden sich in grosser Menge in lang fermentierten Nahrungsmitteln wie Käse (Emmentaler, usw.), Sauerkraut, rotem Wein, Bier, geräuchertem Fleisch und Wurstwaren, aber auch in manchen Gemüsen und Obst (Kartoffeln, Tomaten, Spinat, Kohl, Kohlraben, Aubergines, Trauben)*. Nach ihrer Einnahme kann es bei empfindlichen Leuten u.a. auf die Kopfgefässe wirken und damit das Kopfweh auslösen. Für diese Empfindlichkeit kann die verminderte Aktivität eines Ferments (Diamin-Oxidase) mitverantwortlich sein. Dieses Ferment ist in der Dünndarmschleimhaut in grosser Menge vorhanden, hilft Histamin abbauen und wird durch Alkohol blockiert. Alkohol und Kaffee erhöhen noch dazu die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Histamin. Diamin-Oxidase  braucht zu ihrer voller Aktivität  Vitamin B6 und Vitamin C, sodass Vitamin B6 und -C-Mangel sich auch an Histaminüberschuss beteiligen können.

Ein Versuch mit Einnahme von Vitamin B6 und Vitamin C zur Linderung der Beschwerden kann sich lohnen.

Offensichtlich reicht bei unserem Patienten die Histaminmenge aus dem verspiesenen Käse nicht ganz für das Hervorrufen des Kopfschmerzes. Es muss auch das vermehrt in der Magenschleimhaut durch Helicobacter produzierte, in die Blutbahn gelangte Histamin dazu kommen. Unter besonders üblen Kopfschmerzen litt der Patient, wenn er zum Käse Wein getrunken hatte, ob wegen des zusätzlichen Histamins aus dem Wein oder der Blockierung des histaminabbauenden Ferments in der Darmschleimhaut durch den Alkohol, wahrscheinlich aus beiden Gründen.

Es gibt Hinweise, dass sich die durch Helicobacter pylori vermehrte Produktion von Histamin nicht nur an der Entstehung von Kopfschmerzen, sondern auch an anderen Beschwerden wie Nahrungsmittelunverträglichkeit mit Urtikaria (Nesselfieber) beteiligt.

Die Ernährung kann sich auch auf andere Weise an der Entstehung von Kopfschmerzen beteiligen. Süsse Speisen erhöhen die Ausschüttung von Insulin. Hohe Insulinwerte im Blut rufen bei dafür empfindlichen Menschen Kopfschmerzen hervor. Bei immunologischen Prozessen des verspäteten Typs (s. Nahrungsmittelallergien) kann jedes Lebensmittel eine veränderte Gefässreaktion und damit Kopfschmerzen verursachen.

Selbstverständlich kann histaminbedingte Pseudoallergie eine zusätzliche Rolle bei allen immunologischen Krankheiten spielen und damit sowohl die Suche nach ihrer Ursache, wie auch den Verlauf und die Therapie komplizieren.

Bei Histaminunverträglichkeit soll man auch auf die Mastozytose (Urtikaria pigmentosa) denken.

*Verzeichnis von Histaminhaltigen Nahrungsmitteln. Eine ausgezeichnete, ausführliche Informationsquelle über Histaminintoleranz finden Sie auch hier.

2. Ein anderer, häufiger, bisher wenig beachteter Grund für Kopfschmerzen ist Vitamin B12-Mangel, weil NO (Stickstoffoxid), das die Gefässe erweitert, von Vitamin B12 bei dessen Mangel ungenügend abgefangen, neutralisiert wird. Ähnlich ist es bei Neigung zu tiefem Blutdruck und Kollaps, welche oft zusammen mit Kopfschmerzen vorkommen.

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(was uns unheimlich freuen würde)

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