Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte redaktionelle Änderung 29.11.2009

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Der Einfluss der Ernährung auf die Knochen:

(etwas anders s. auch Osteoporose)

Vielleicht überrascht es Sie, dass

  • in der Ernährung nicht nur Calcium und Vitamin D den Knochenbau beeinflussen, wie man üblicherweise in diesem Zusammenhang hört und liest, und es

  • für Erwachsene bessere, vorteilhaftere Calcium-Quellen als Milch und Milchprodukte gibt.

  • Milchprodukte können sich sogar schädlich auf die Knochen auswirken.

  • ausser Calcium und Vitamin D spielen auch folgende Bestandteile der Ernährung beim Knochenbau eine wichtige Rolle:

Zuviel tierische Eiweisse, d.h. Fleisch und Milchprodukte. Sie sind zusammengesetzt aus Bausteinen (Aminosäuren), die mehr Schwefel enthalten als pflanzliche Eiweisse, was für wachsende Organismen wichtig ist. Die Milch ist eben für sie bestimmt und geeignet. Diese Schwefelaminosäuren werden bei Erwachsenen nicht mehr für den Aufbau, nur für den Umbau von Geweben (Bindegewebe, Knorpel, usw.) und deswegen nur in kleineren Mengen gebraucht. Ihr Schwefelinhalt wird als Säure durch die Niere ausgeschieden. Die Schwefelsäure muss dabei durch Basen neutralisiert, begleitet werden (s. Bild 1 ). 

                                                             Urin                    Nierenzelle                   Blut

 

Dazu braucht die Niere genug Basen, vor allem Kalium, aber auch Calcium und Magnesium. Nicht nur Calcium, auch Kalium werden in Knochen gespeichert und bei vermehrtem Bedarf aus den Knochen herausgelöst, "ausgelaugt". Fleisch- und Milchprodukte sollten mit basenreichen Lebensmitteln verzehrt werden. Einfach gesagt, zu Fleisch und Käse sollten wir sehr viel Salat, Gemüse und Obst essen oder andersrum, als Erwachsene sollten wir uns mit dem Fleisch- und Käsekonsum einschränken, und uns eher in Richtung Vegetarismus begeben! Salat, Gemüse, Getreide, Vollkornprodukte und Obst enthalten viele Basen, Kalium, Calcium und Magnesium einerseits und Eiweisse mit weniger Schwefel andererseits. Sie helfen, die Knochen auf- und nicht abzubauen.

Im Fleisch ist auch eine andere Säure, die Phosphorsäure, in grösseren Mengen als in anderen Lebensmitteln vorhanden. Sie muss, ähnlich der Schwefelsäure, durch die Niere mit Basen ausgeschieden werden, und im Überfluss laugt sie die Knochen noch mehr aus als die Schwefelsäure.

Zu viel Kochsalz. Kochsalz war während Jahrtausenden etwas Seltenes, Wertvolles. Unser Organismus ist (seit Jahrtausenden und noch für Jahrtausende) so eingerichtet, möglichst viel von diesem kostbaren, früher seltenen Gut zu erhalten, auch wenn wir inzwischen während der letzten 200 Jahre zunehmend 8 - 20 Mal mehr Salz als nötig konsumieren! Das Natrium aus dem Kochsalz wird in der Niere für Kalium und Calcium ausgetauscht, die damit vermehrt verloren gehen (Bild 2). 

2 g eingenommenes Natrium verursacht Ausscheidung von 30 - 40 mg Kalzium im Urin, d.h. 15-30% der normalerweise ausgeschiedener Menge pro Tag.

Mit der früheren vorwiegend pflanzlichen Ernährung hatte man Kalium während Jahrtausenden im Überfluss, die Niere musste damit, im Unterschied zu Natrium, nicht sparsam umgehen. Jetzt ist es umgekehrt, wir salzen zuviel (Fleisch, viele Käsesorten und Brot sind ohne Salz eher fad) und essen zu wenig kaliumenthaltende Lebensmittel. Damit laugen wir unsere Knochen noch mehr aus.

         Urin                   Nierenzelle               Blut                           

Eine besondere Stellung hat die (reine) Milch. Sie ist basisch (somit sieht man auch wie wichtig diese Eigenschaft für die Ernährung ist!), sie hat viel Kalzium, dazu noch Milchzucker, der die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm fördert. Sie ist für junge, wachsende Organismen, für Säuglinge, die beste Ernährung. Warum ist sie für spätere Lebensabschnitte unvorteilhaft bis schädlich?

Ausserhalb des Säuglingsalters trinken wir in der Regel keine Muttermilch. Die Milch hat aber starke immunologische Eigenschaften, d.h. sie ist für die Nachkommen der eigenen und nicht einer fremden Art bestimmt. Bei der fremden Art ruft sie leicht Unverträglichkeiten hervor. Deswegen sollten Säuglinge möglichst mit Muttermilch gestillt werden. Mit Kuhmilch ernährte Säuglinge haben eine schwächere Abwehr und häufiger Probleme mit ihrer Haut und der Verdauung. Es ist naiv zu glauben, dass dies nur bei Säuglingen zutrifft. Auch für kleine Kinder, Wachsende und Erwachsene ist Kuhmilch in grösseren Mengen und zu oft eingenommen mindestens unvorteilhaft, wenn nicht schädlich. In vielen Kulturen leben Menschen ohne Knochenschwäche, auch wenn sie ausserhalb des Säuglingsalters keine Milch trinken und wenig Milchprodukte essen. Sie beziehen das Kalzium aus den Pflanzen, die wir jetzt auch das ganze Jahr frisch haben können.

Ausserdem enthält Milch relativ viel Energie (Kalorien). Mit unserer üblichen Ernährung bekommen wir sowieso schon genug Kalorien. Wenn wir viel Milch statt Wasser trinken, kann es auf unser Gewicht schlagen.

Dies sind Gründe und Erklärungen, warum Völker, die als Erwachsene keine Milch und Milchprodukte trinken und essen, trotzdem nicht unter Osteoporose leiden, solange sie sich mit pflanzlicher Kost ernähren.

Es gibt noch ein kürzlich entdeckter Grund, warum die basisch betonte, pflanzliche Ernährung gut für Knochen ist und der Osteoporose vorbeugt . Neuen Kenntnissen nach beteiligt sich nicht nur Vitamin D, sondern auch Vitamin K1, das sonst für die Blutgerinnung wichtig ist, am Knochenaufbau. Es gehört zu sog. Flavinoiden, einer chemischen Gruppe, die in vielen Pflanzen, vor allem in Kohl, Kraut, Salat, Spinat, Broccoli, Soja- und Weizenkeimen enthalten sind. Es scheint, dass auch andere Flavinoide, wenn auch schwächer, ähnlich auf die Knochen wirken. 

Medikamente, die das Blut „verdünnen“ (Antikoagulantien wie Marcoumar, Sintrom und Warfarin) hemmen die Wirkung von Vitamin K nicht nur in der Blutgerinnung, sondern auch bei dem Aufbau des Knochens und. Patienten, die wegen Venenentzündungen (Thrombophlebitiden), Lungenembolien, Herz – und Gefässkrankheiten blutverdünnt (antikoaguliert) sind, erleiden eher Knochenbrüche. Man muss nicht die häufig lebensnotwendige Blutverdünnung abbrechen, sondern auf andere Weise gegen Knochenschwäche, u.a. mit entsprechender Ernährung, vorgehen.

Es ist bereits länger bekannt, dass der Anstieg von Homocystein, einer schwefelhaltigen Aminosäure, bei der Entstehung von Herz-Kreislauf Krankheiten und Demenz eine Rolle spielt. Jetzt gibt es Beweise, dass dies leider auch den Knochenschwund, die Osteoporose betrifft.  Da  man mit gesunder, abwechslungsreicher Ernährung und/oder mit Vitaminen B6, B12 und mit Folsäure die Menge des Homocysteins normalisieren kann, ist dies ein wichtiger Teil der Therapie der Osteoporose. Sie hat zwei Vorteile: sie ist günstig und hilft gleichzeitig mehrere Krankheiten vorzubeugen und/oder zu behandeln.

Ein Beispiel: In einer Studie aus Japan nahmen einseitig gelähmte Patienten, welche oft und schwer stürzen, Vitamin B12 (Methylcobalamin). Die Zahl aller Knochenbrüche wie auch der Hüftbrüche sank bei 280 Patienten um ¾! Die Knochendichte wurde dabei nicht geändert, d.h. Vitamin B12 wirkt auf die Knochensubstanz, sog. Matrix, nicht direkt auf die Mineralisation (Tab.1.):

Zusammenfassend sind für den Knochenbau vorteilhaft: pflanzliche Lebensmittel, Vitamin D (auch dort und in Fischen), Zink, mässig Sonne, wenig Milch, Milchprodukte, Fleisch und fast kein Kochsalz.

Schlussfolgerungen:

  1. Es gibt viele Einflüsse der Ernährung (Eiweiss, Vitamin D, Vitamin B12, Vitamin K, Mineralien, Spurenelemente wie Zink) auf die Entwicklung der Osteoporose.

  2. Der Hauptfaktor ist der Säure-Basen- Haushalt.

  3. Entscheidend dabei ist die genügende Zufuhr von Kalium.

  4. Kochsalz wirkt sich negativ aus.

  5. Man sollte sich basenbildend und abwechslungsreich ernähren, d.h. viel Gemüse, Salat und Früchte und wenig Fleisch und Käse essen, salzhaltige Nahrungsmittel und phosphathaltige (Cola-) Getränke meiden.

  6. Die Substitution mit Mineralien und Spurenelementen sollte wegen Interaktionen bei der Resorption unterbrochen, rotierend erfolgen.

  7. Von den viel gepriesenen Milch und Milchprodukten haben nur Milch, Joghurt und Molke einen positiven Einfluss. Alle Sorten von Käse schwächen den Knochen.

  8. Bei den Mineralwässern ist das positive Verhältnis zwischen Kalzium und Sulfat (in mg auf jeder Etikette ablesbar) entscheidend und nicht der reine Inhalt an Kalzium. Kochsalzhaltige Mineralwässer sind auch zu meiden. Viele Hahnenwässer sind in diesem Sinne auch günstig und man kann bei den Wasserwerken deren Inhalt an Kalzium und Sulfat erfahren. 

  9. Ein mehrtägiges Fasten ist ungünstig, auch wenn man auf den genügenden Zufuhr von Basen, Vitaminen und Spurenelementen besonders achtet.

  10. Ausser gesunder Ernährung ist die Bewegung enorm wichtig.

(Etwas anders s. auch Osteoporose)

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