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Letzte redaktionelle Änderung 28.11.2009
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Tiefer
Blutdruck (Hypotonie) und Ernährung
Der Kopf der Giraffe überwindet
in kurzer Zeit mehrere Meter Distanz, wenn sie etwas am Boden und
Sekunden später oben in den Bäumen abgrast und
umgekehrt. Es wird ihr dabei weder schwindelig noch kippt sie um,
da die Gefässe im Hals und im Kopf besonders dafür
gebaut sind. Aber ohne zusätzlicher nervlicher und
hormoneller Regulationen des Kreislaufes könnte sie diese
Belastung nicht aushalten.

Wir müssen unseren Kopf
zwar nicht so schnell und so hoch heben und senken wie die
Giraffen, aber was unser Kreislauf schon beim Aufstehen leistet,
ist enorm. Dies wird uns bewusst, wenn wir länger bettlägerig
sind oder ziemlich über den Strich Alkohol getrunken haben.
Danach in die steile Lage zu kommen, macht Mühe. Es gibt
genügend Menschen, die auch ohne solche besondere Umstände
beim Aufstehen, besonders nachts oder morgens, Schwindel
spüren und/oder umfallen. Vermehrt sind davon ältere
Leute betroffen, dessen nervliche und hormonelle Regulation des
Kreislaufes träger wird und/oder gewisse Medikamente nehmen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das
sogenanntes Vasopressin-Renin-Angiotensin-Aldosteron-System, dass
wir näher auf einer anderen
Stelle beschreiben.
Nicht selten ist Mangel
an Vitamin B12 Ursache des tiefen Blutdruckes und der damit
verbundenen Neigung zur Ohnmacht. Stickstoffoxid (NO), das die
Gefässe öffnet, wird dabei ungenügend durch Vitamin B12 abgebaut
- der Blutdruck sinkt.
Menschen, die unter dauerndem oder
gelegentlich tiefen Blutdruck leiden, können ihre Beschwerden
beheben oder mindestens vermindern, wenn sie Ernährung und
Lebensstil ändern.
Ernährung:
Vermehrt salzen
und gesalzene Nahrungsmittel konsumieren (9 – 15 g
Kochsalz pro Tag)
Auf keinem Fall zu wenig
trinken (2 –2,5 L/Tag)
Keine grosse Mahlzeiten zu
sich nehmen, oft und wenig essen
Keine reine kohlenhydratreiche
und süsse Mahlzeiten, da sie zu vermehrter Ausschüttung
von Insulin führen, das den Blutdruck kurzfristig senkt
Vorsicht mit Alkohol, der auch
kurzfristig die Gefässe erweitert und den Blutdruck senkt
Keine körperliche
Anstrengung kurz nach dem Essen.
Lebensstil:
Liegen mit 20-40° erhöhtem
Kopf
Langsam, schrittweise aufstehen,
vorher Beine heben und bewegen
Einfache Übungen mit
Lagewechsel des Rumpfes, der Beine und des ganzen Körpers
trocken und im Wasser
Kreuzen der Beine beim längeren
Stehen
Tragen von
Stützstrümpfen
Angaben aus Previsdomini M, Perren A, Marone
C: Orthostatische Hypotonie. Swiss
Med Forum 2006;6:913-8.
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