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Letzte redaktionelle Änderung 5.11.06
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und Begriffen durchsuchen.
Eine richtige Pflege der Patienten mit Herzschwäche
erreicht mehr als viele Medikamente und instrumentelle Eingriffe.
Ph. A. Poole-Wilson in New England Journal of
Medicine 2007;356:2227-8.
Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
und
Ernährung
Die Herzschwäche ist üblicherweise eine Folge
des hohen Blutdrucks und der schlechten Herzdurchblutung. Dass die
Ernährung wesentlich diese beiden Ursachen beeinflusst, ist gut
bekannt, sogar die Spatzen auf den Dächern schwätzen schon darüber,
und so möchten wir nur darauf hinweisen, dass die basisch
betonte Ernährung die beste langfristige Vorbeugung (sog. Primärprophylaxe)
dagegen ist.
Deutsche Forscher zeigten kürzlich,
dass Herzschwäche auch durch das falschgeleitete Immunsystem
entstehen kann. In dem Falle ist sie eine Art der Autoimmunkrankheiten.
Wie weit sich dass Immunsystem an der Herzschwäche allgemein
beteiligt, ist zu untersuchen.
Weniger geläufig ist, dass die Ernährung
auch die bereits vorhandene Herzschwäche beeinflusst (sog. Sekundärprophylaxe).
Der Hauptgrund für die Spitaleinweisungen wegen Herzschwäche ist
die falsche Ernährung, wozu man
selbstverständlich auch das Trinken
rechnet.

Es ist merkwürdig, dass der Körper nur gegen die
Bedrohung durch akute Herzversagen, z. B. bei vermehrten Blutverlust
grundsätzlich durch drei Reaktionen wirksam hilft.:
-
Das Herz schlägt
schneller
-
Der Blutdruck
steigt
-
(auch durch) Ansammlung der Flüssigkeit im Körper.
Mehr über diese Reaktionen und ihre hormonelle
Steuerung hier.
Auf diese Weise reagieren wir auch bei der
chronischen Herzschwäche. Das Herz wird dadurch langfristig
belastet und da es bereits geschwächt ist, zusätzlich geschädigt.
Offensichtlich war es in der früheren Geschichte der Menschheit
kein Vorteil, wenn die Leute mit chronischer Herzschwäche länger
lebten, länger litten. Man kann es auch als eine Art natürlicher
Sterbehilfe betrachten.
  
Aderlass
blutiges Schröpfen
Blutegel
sind uralte Massnahmen gegen die
chronische Herzschwäche.
Was hat die Ernährung damit zu
tun?
Wenn man zu viel Flüssigkeit
und Kochsalz einnimmt, wird die
krankhafte Ansammlung der Flüssigkeit noch verstärkt, der
Blutdruck steigt, das Herz wird zusätzlich belastet, geschwächt
und eher erschöpft. Man muss dann noch mehr herzstärkende,
wassertreibende und blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Mit
jedem Medikament und ihrer Kombination steigt die Möglichkeit der
unerwünschten, manchmal schädlichen Nebenwirkungen. Wenn man nicht
unbedingt muss und wenn man es kann, warum es nicht durch harmlose,
sogar allgemein nützliche Massnahme wie richtige Ernährung
vermeiden? Selbstverständlich kommt man bei bereits vorhandener
Herzschwäche ohne gewisse Medikamente nicht aus.
Wie kann man dem kranken Herzen
durch Ernährung helfen?
Herzkranke Menschen sollen sich noch mehr als die
herzgesunden kochsalzarm+*, basen-,
d.h. kalium- und magnesiumreich, anders gesagt überwiegend pflanzlich
und vollwertig ernähren. Die dabei üblicherweise
nicht zu grosse Eisenvorräte wirken
sich auch günstig aus. Sie
sollen sehr auf richtige Trinkmenge
achten, da weder zu wenig noch zuviel Flüssigkeit dem kranken
Herzen zuträglich ist.
Ein besonderes Problem ist das Übergewicht,
das ein eigenständiger Risikofaktor
für die Entstehung der Herzschwäche ist. Bei Übergewichtigen muss
das Herz in Ruhe vermehrt arbeiten um die grössere Körpermasse mit
Blut zu versorgen, was nicht dasselbe ist wie die Belastung bei
Muskelarbeit, bei der viele nützliche Stoffe produziert werden.
Ausserdem bewegen sich die Übergewichtigen weniger. Bewegung in
vernünftigem Masse nützt auch dem kranken Herzen.
Vor kurzer Zeit erschien ein Bericht, in dem behauptet wurde,
dass die Übergewichtigen länger mit der Herzschwäche überleben,
als die Normalgewichtigen. Dann wäre Übergewicht in diesem Sinne
vorteilhaft. Abgesehen von allen anderen bekannten Nachteilen des Übergewichtes,
vergassen die Autoren der Studie, dass die Übergewichtigen die
Zeichen der Herzschwäche beim Tragen ihrer schweren Last früher spüren.
Die Qualität ihres Lebens ist früher und länger beeinträchtigt.
Wenn schon das Herz geschwächt ist, soll man für
seine Arbeit gute Bedingungen schaffen und es nicht zusätzlich (unnötig)
schwächen. Seitens Ernährung gehört zu den guten Bedingungen die
gute Versorgung mit den Hauptnahrungsmitteln (optimale
Zusammensetzung von Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten),
Vitaminen und Spurenelementen (Selen, Zink) und keine chronische Säurebelastung**.
Von den Vitaminen ist vor allem bei Alkoholbelastung das Vitamin B1
wichtig. Als Folge der falschen Ernährung und der Nahrungsmittelunverträglichkeiten
ist die Einnahme von Eisen und Vitamin
B12 nicht selten beeinträchtigt, da beide durch besondere und
empfindliche Systeme aus Darm in Blut aufgenommen werden. Ihre Menge
sollte man kontrollieren, da sie die Stärke der Herzaktion direkt
beeinflussen (zu viel Eisen ist aber auch nicht gut) und eventuell
dann durch Zusätze normalisieren. Enorm wichtig ist die optimale
Versorgung mit den Hauptbasen Kalium und
Magnesium. Sie stärken das Herz, helfen das überflüssige Wasser
auszuscheiden und beugen den gefährlichen Herzrhythmusstörungen
vor. Ohne Kontrollen sollte man sie jedoch nicht als Zusatz nehmen,
da es vor allem bei einer beeinträchtigten Nierenfunktion zu einem
gefährlichen Überschuss kommen kann.
Am besten ist,
sich natürlich, vollwertig,
basisch betont, abwechslungsreich
zu ernähren. Damit versorgt man den Körper und das Herz mit allen
wichtigen, gesunden Bestandteilen der Nahrung und schafft gute
Bediengungen für die Arbeit des kranken, geschädigten Herzens.
+ Kürzlich wurde eine
Arbeit veröffentlich, die zeigt, dass die fehlende
Kochsalzeinnahmebeschränkung der häufigste Grund für die
Verschlechterung der Herzschwäche und die damit verbundene
Spitaleinweisung ist.
*Kochsalz ist nicht nur in Speisen, die offensichtlich
"salzig" schmecken, sondern auch, ähnlich den Fetten,
"versteckt". Wir sind schon an den salzigen Geschmack so
gewohnt, dass wir ihn oft nicht mehr bemerken.
Kochsalzinhalt mancher Nahrungsmittel (g Kochsalz / 100g):
Gemüse, Früchte 0,001 - 0,07
Büchsengemüse 0,2 - 0,7
Oliven mariniert 2,4
Sauerkraut 0,65
Ketchup 1,05
Senf 1,3
Cornflakes 0,6
Brot 0,2 - 0,5
Ei 0,135
Kuhmilch 0,057
Kondensmilch gesüsst 0,11
Camembert 1,15
Emmentaler 0,74
Schmelzkäse 1,26
Fleich (ohne Zusatz) um 0,08
Innereien (ohne Zusatz) 0,08 - 0,25
Bündnerfleisch 4,3
Wurstwaren 0,6 - 1,2
Aal 0,08
Aal geräuchert 0,8
Hering 0,118
Hering mariniert 1,0
Hering geräuchert 0,7
Der tägliche Bedarf liegt nur zwischen 1 und 2 g Kochsalz.
Mit unserer gegenwärtig üblichen Ernährung konsumieren wir 5 bis
10 mal mehr!
** Selbstverständlich auch die gute Einstellung der
Zuckerkrankheit und der Blutfette
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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