Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte Redaktionsänderung 20.7.09

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Eisen und Ernährung*

Eisen (Ferrum, Fe) ist ein Element, das der Sauerstoffübertragung und den Oxydation - Reduktions-Prozessen dient. Bei der sog. oxidativen Phosphorylation wird in tierischen Zellen mithilfe des Eisens die Energie aus Kohlenhydraten (komplizierter Zucker), Fetten und Eiweiss  gewonnen. Diese Aufgabe hat Eisen während der Entwicklung des Lebens übernommen, da es leicht ein Elektron aufnimmt und abgibt, von der Form Fe++ in die Form Fe+++ und umgekehrt. Jede menschliche Zelle enthält Eisen, ohne kann sie nicht leben.

Die Rolle des Mangels und des Überflusses an Eisen kann man, ähnlich wie die Funktion der Schilddrüse, mit der Dochtschraube einer Öllampe vergleichen: Schraubt man den Docht zu hoch (zu viel Eisen), brennt die Lampe zu stark, der Glasszylinder kann bersten. Schraubt man den Docht zu tief (zu wenig Eisen), brennt die Lampe zu wenig, man hat zu wenig Licht, um arbeiten oder lesen zu können. Eine hohe Eisenmenge beschleunigt oxidative Prozesse, erhöht den sog. oxidativen Stress, der die Entwicklung von Entzündung, Gicht, Arthrose, Rheuma, Arteriosklerose, Herzinfarkt, Herzschwäche, Krebs, Alzheimerkrankheit, grauen Star beschleunigt - man rostet eben eher. Auch Bakterien brauchen Eisen zur Gewinnung der Energie und zum Wachstum. Je mehr Eisen sie im menschlichen Körper zur Verfügung haben, desto besser gedeihen sie und verursachen eher und schwerere Infektionen. Deswegen ist man zurückhaltend mit einem allgemeinen, ungezielten Zusatz von Eisen zu Nahrungsmitteln (Functional Food) in Entwicklungsländern, da man damit die Infektionsgefahr erhöhen würde. Man sucht auch Wege, wie man die Eisenabhängigkeit der Bakterien im Kampf gegen Infektionen statt Antibiotika nützen könnte.

Die Menge des Eisens im Körper wird streng kontrolliert und geregelt, aber nur deren Aufnahme. Eisen verlieren wir, ausser bei Blutungen, nur durch den natürlichen Abgang der abgestorbenen Zellen des Magen-Darm-Traktes und der Haut. Ganz wenig geht durch den Schweiss verloren. Die Niere scheidet praktisch kein Eisen aus. Der Körper kann nur die Aufnahme, jedoch nicht die Verluste nach Bedarf steuern.

Für die Aufnahme des Eisens aus der Nahrung sind folgende Einflüsse wichtig:

  1. Die Menge in der Nahrung. Am meisten Eisen enthält Fleisch (dunkles mehr als helles), noch dazu in einer verfügbareren Form als pflanzliche Lebensmittel (s. 2.). Bei einer abwechslungsreichen Kost, leiden ohne irgendeiner zusätzlicher Störung (s.u.) jedoch auch Vegetarier und Veganer nicht unter Eisenmangel.

  2. Die Form. Eisen kommt in der Nahrung in organischen Verbindungen vor. Zwei organische Verbindungen des Eisens, der rote Farbstoff des Blutes, das Hämoglobin und der ihm verwandte Farbstoff des Muskels, das Myoglobin, werden auf anderen Wegen und leichter als die Eisensalze aus anderen Verbindungen aus dem Darm in das Blut aufgenommen, resorbiert. Aus den anderen organischen Verbindungen muss das Eisen erst mit Hilfe der Säure im Magen befreit werden. Ausserdem begünstigt die Magensäure auch den Übergang der Fe+++ in die besser resorbierbare Form der Fe++ Salze. Medikamente, die man bei Speiseröhren- Magen- und Zwölffingerdarmkrankheiten benützt, die sog. Säureproduktionshemmer, scheinen merkwürdigerweise nur einen unwesentlichen Einfluss auf die Resorption von Eisen zu haben. Dagegen kann sie die Infektion der Magenschleimhaut mit einem Bakterienkeim, dem Helicobacter pylori, hemmen. Sie führt manchmal zu einer atrophischen (zum Schwund führenden) Form der Entzündung, bei der die Produktion der Magensäure und auch die Resorption des Eisens vermindert wird. Dabei dürfen auch andere Faktoren als die Hemmung der Säureproduktion einen Einfluss haben.

  3. Die Zusammensetzung der Nahrung. Manche pflanzliche Stoffe ( Polyphenole, Flavinoide, Anthocyane, Catechine, Tannine) und manche Ionen (Phosphat) binden das Eisen und hemmen damit seine Aufnahme aus dem Darm. Auf der anderen Seite begünstigen verschiedene Antioxydantien in den Pflanzen, als Beispiel sei die Ascorbinsäure (Vitamin C) genannt, ähnlich der Magensäure (s. P. ) den Übergang der schlecht resorbierbaren Fe+++- in die besser resorbierbaren Fe++- Salze (die Rolle der beiden Eisenformen bei der Resorption ist jedoch noch nicht entschieden). Da bei der vegetarischen Ernährung die gut resorbierbaren Eisenquellen Hämoglobin und Myoglobin fehlen, werden die Eisenreserven (gesund) tiefer gehalten.

  4. Darmflora - die Bakterien im Dickdarm. Joghurt, Sauermilch und Muttermilch erhöhen die Menge der Biffidus-Bakterien, die das Eisen aus den Salzen fest binden und so seine Aufnahme verhindern - ein Grund, warum lange ausschliesslich gestillte Säuglinge oft unter Eisenmangel leiden. 

  5. Der Inhalt der Eisenspeicher. Die leere(re)n Eisenspeicher begünstigen, die vollen hemmen die Resoption sowohl der Eisensalze wie auch der organischen Eisenverbindungen. Dies geschieht hauptsächlich durch Hepcidin, ein Eiweiss, das in der Leber produziert wird.

  6. Der Zustand der Darmschleimhaut. Das Eisen wird zwar im Dünndarm resorbiert. Merkwürdigerweise führen auch Störungen des Dickdarmes zur verminderten Eisenresorption. Vermutlich ist durch die Entzündung vermehrte Synthese von Hepcidin in der Leber (s.5.) dafür verantwortlich. Es sind chronische Entzündungen wie Colitis ulzerosa, Morbus Crohn und immunologische Reaktionen wie Zöliakie (Weizenunverträglichkeit) und andere Lebensmittelunverträglichkeiten. Bei den Entzündungen (und Unverträglichkeiten) wird wieder das Hepcidin vermehrt produziert, das die Aufnahme des Eisens hemmt.

Je nach der Menge und Form des Eisens in der Nahrung und je nach Zustand der Speicher wird 10 - 90% des Eisens aus dem Darm ins Blut aufgenommen (resorbiert).


Wie zeigt sich Eisenmangel, wann muss man an ihn denken?

Die häufigste durch Eisenmangel verursachte Krankheit ist die Blutarmut. Folgende weitere Zeichen können manchmal auch ohne ausgeprägter Blutarmut vorkommen:

  • Mundwinkel- und/oder Zungenentzündung 

  • Schluckbeschwerden 

  • Magenbeschwerden (Magenschleimhautentzündung) 

  • Nagel- und Haarveränderungen 

  • Hautausschläge, meistens mit Juckreiz

  • (Immun-) Abwehrschwäche mit Neigung zu Infektionen 

  • Muskuläre Beschwerden (Ermüdbarkeit, wechselhafte Schmerzen = Fibromyalgie

  • Müdigkeit 

  • Verhaltens- und Nervenstörungen vor allem bei Kindern

Was soll man bei einem Eisenmangel tun?

(s. Flussdiagram unten).

Die Verluste bei chronischen Blutungen können die gefährlichste Art des Eisenmangels sein. Die häufigste Ursache bei Frauen im gebärfähigen Alter sind vermehrte und starke Regelblutungen. Bei Männern wie auch bei Frauen mit normalen Regelblutungen, während und nach den Wechseljahren, muss man nach Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt suchen. Je älter man ist, desto eher kommt Krebs in Frage. Chronische Entzündungen (z. B. Rheuma) führen ebenfalls zu einem, meistens aber nicht starken Eisenmangel. Eher in den Entwicklungsländern muss man an Darmparasiten als Grund denken. Wenn man keine Blutungsquelle findet, kann man ruhiger nach anderen Ursachen des Eisenmangels suchen.

 

Man kann dann eine "Belastung" versuchen: Die Person mit Eisenmangel nimmt ein Eisenpräparat in genügender Dosis* ein und kontrolliert nach 3-4 Wochen die Eisenvorräte. Falls sie genügend gestiegen sind, ist die Aufnahme des Eisens nicht benachteiligt und der Grund für den (vorübergehenden) Eisenmangel liegt entweder in einer doch noch nicht entdeckten Blutungsquelle oder in der Art der Ernährung. Wenn sie unverändert bleiben oder nur unwesentlich höher sind, ist die noch nicht entdeckte Blutungsquelle ziemlich stark (es kann sich auch um kurzfristige, vorübergehende, starke Blutungen handeln) oder es liegt eine Eisenresorptionsstörung vor.

Dann kann man Eisenampullen (100-150 mg Eisen) in die Vene in einem Abstand von 1-2 Wochen 3-4 mal injizieren und wieder kontrollieren, ob und für wie lange die Eisenvorräte gestiegen sind, falls nur unwesentlich oder nur für kurze Zeit (2-3 Wochen), liegt eine unerkannte Blutungsquelle vor, wenn wesentlich und für längere Zeit (>4 - 6 Wochen), ist eine Eisenresorptionsstörung vorhanden.

Eisentabletten, -sirup. -tropfen und -spritzen soll man zusammen mit Vitamin C und E einnehmen. Sonst können die Eisenpräparate die Oxydation erhöhen, sog. oxidativen Stress verursachen. In der Schweiz gibt es ein Eisenpräparat, Ferrascorbin der Fa Streuli, eine Mischung mit Vitamin C*. 

Dann sind folgende weitere Schritte angebracht: 

  • Suche nach der Infektion mit Helicobacter pylori (Grund s. 2). 

  • Suche nach noch unerkannten chronischen Darmentzündungen (Grund s. 6) und nach Zöliakie (auch 6). 

  • Suche nach Nahrungsmittelunverträglichkeiten (Grund s. 6). Dies nur, wenn man bereit ist, die Ernährung zu ändern. Wenn nicht, kann man die verminderte Resorption im Darm durch regelmässige Eiseninjektionen umgehen.

Bei der Verabreichung des Eisens durch den Mund muss man sich bewusst sein, dass andere, für den Körper wichtige Metalle wie Mangan, Zink, Kupfer, auf demselben Wege wie die Eisensalze aufgenommen werden. Sie konkurrieren um den Platz, sodass bei dauernd grossen Eisenmengen ein Mangel an diesen Stoffen entstehen kann. 

Umgekehrt trifft es auch die giftigen Schwermetalle Quecksilber und Kadmium, sodass man es bei voraussehbaren akuten Belastungen mit Quecksilber, wie bei Amalgambehandlungen, nützen und 1-2 Stunden vorher eine nicht retardierte Eisentablette einnehmen. kann

Es gibt auch andere Gründe, warum man Eisen nicht dauernd, noch dazu in einer grösseren Dosierung einnehmen soll. Die Darmschleimhaut kann geschädigt werden. Sie wehrt sich durch den sog. "Schleimhautblock" (dessen molekuläre Grundlage bereits bekannt ist), gegen ständige, schädliche grosse Mengen von Eisen. Eine "Rotation" (Pausen von 2-3 Tagen) ist auch hier angebracht. Manche "Eisenfachleute" empfehlen 20 Tropfen eines Kinderpräparates (z.B. Maltofer oder Ferrascorbin in der Schweiz) nur 2-3 mal pro Woche!

Eine andere, neue Möglichkeit ist, ein (verkürztes) Hämoglobinpräparat, sog. Proferrin durch den Mund zu nehmen. Wie wir bereits oben erwähnt haben, das Eisen sowohl aus dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin wie aus Myoglobin aus Muskel wird auf einem anderen Weg aufgenommen, der wenig(er) gehemmt ist. Damit kann man die Verabreichung der Eisenampullen durch die Vene vermeiden. Proferrin kann man nur aus dem Internet beziehen. Bei uns steht es zur Verfügung.

Proferrin - Hämoglobin mit verkürzter Proteinkette

Die Eisenaufnahme aus dem Darm verbessert man, in dem man

  • Zu den Hauptmahlzeiten keinen schwarzen Tee und Kaffee trinkt, da diese Stoffe enthalten, welche die Eisenaufnahme vermindern

  • Milch und Milchprodukte als Zwischenmahlzeiten konsumiert, da Kalzium die Aufnahme dosisabhängig hemmt (s.o.)

  • Gemüse als Vitamin C-Quelle zu den Hauptmahlzeiten isst

Die bioenergetische Behandlung NAET hilft die Resorptionsstörungen der Metalle zu beheben.

Wir sind entschieden gegen Verabreichung von grösseren Mengen von Eisen in die Vene, sog. Eiseninfusionen. Damit erreicht man für längere Zeit das, gegen was sich der Körper durch komplizierte Regulationen wehrt, weil es giftig ist - 

Eisenüberfluss*

(s. dazu unseren Leserbrief, der dazu im angesehenen "Swiss Medical Forum" veröffentlicht wurde)

Die schädlichen Folgen dieses Zustandes zeigen sich deutlich bei Hämochromatose, der häufigsten angeborenen Krankheit (ca 1:350-500), bei der die Eisenaufnahme aus dem Darm gestört ist. Die Betroffenen überfüllen allmählich ihre Eisenvorräte. Bei Männern zeigen sich Folgen davon schon nach 15 - 20 Jahren, bei Frauen wegen ihrer Blutverluste bei der Menstruation später: Hautverfärbung, Leber- (Zirrhose, Krebs), Bauchspeicheldrüse- (insulinpflichtige Zuckerkrankheit), Herz- (Herzschwäche, Rhythmusstörungen), Gelenk- (Chondrokalzinose) -störungen und Unterfunktion der Geschlechts- und endokrinen Drüsen (verminderte Hormonproduktion). Die Immunabwehr ist auch gestört, was sich in vermehrter Infektanfälligkeit und schwereren Verläufen von Infektionen zeigt.

Noch andere Umstände führen zu Eisenüberfluss. Bei manchen Arten von Blutarmut (am häufigsten bei sog. Thalasämien) wird als Ansporn zur besseren Blutbildung die Eisenaufnahme aus dem Darm vermehrt, ohne dass dies die Blutarmut beeinflussen kann. Damit gesellen sich aber die schädlichen Folgen des Eisenüberflusses noch zu denen der Blutarmut. Es ist deshalb unangebracht bei Blutarmut, vor allem bei Kindern, ohne ihre Art und Gründe abzuklären, automatisch Eisenpräparate zu verabreichen.

Alkohol gehört auch zu den oben erwähnten Stoffen, welche die Eisenaufnahme beschleunigen (es wird in der Leber weniger Hepcidin produziert). Die erhöhte Eisenmenge trägt zu den schädlichen Einflussen des Alkohols bei. Die Leberschrumpfung, Leberkrebs, Infektanfälligkeit, (s. auch oben bei Hämochromatose) treten eher ein und werden schwerer. Alkoholische Getränke sind also kein gutes Mittel gegen Eisenarmut.

Durch Bluttransfusionen erhält der Körper auch relativ grosse Mengen von Eisen. Da er keine Möglichkeit hat, es vermehrt auszuscheiden, werden bei häufigen Bluttransfusionen die Eisenvorräte überfüllt.

Was kann man seitens der Ernährung gegen Eisenüberfluss tun?

Bei allen diesen Zuständen ist es vorteilhaft, auf die eisenreichen Lebensmittel (Fleisch, Innereien) und Alkohol weitgehend zu verzichten und grosse Mengen von Vitamin C zu meiden. Umgekehrt, man soll pflanzliche Lebensmittel mit Stoffen, die die Eisenresorbtion hemmen, bevorzugen. Kurzum: sich basisch betont, eher vegetarisch ernähren.

Dies gilt eigentlich für uns alle, wollen wir möglichst gesund und leistungsfähig bleiben. Der Spiegel der Eisenvorräte, sog. Ferritinwert soll sich im Blut zwischen 50 - 100 mikroMol/L bewegen. (Sein statistisch ermittelter Normwert liegt 20 - 200 mikroM/L. Der Arzt weiss, wann Abweichungen möglich und zusätzliche Untersuchungen nötig sind.)

* Die Fassung des Textes wurde dankbar auch auf den vom Autor (Kieffer F:) zur Verfügung gestellten Artikel "Eisenüberladung und oxidativer Stress" (Forsch Komplemäntermed 1995;2:259-67) gestützt.

Falls Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)

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