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Letzte redaktionelle Änderung 24.11.04Letzte
Redaktionsänderung 21.10.2009
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Darmbakterien
und Gesundheit
Die Frucht lebt in der Gebärmutter unter
sterilen Bedingungen. Bereits während der Geburt kommt sie
in der Scheide zum ersten Kontakt mit Bakterien und Viren. Die
normale Besiedlung der Scheide mit Lactobacilli, die aus
Zuckern Milchsäure produzieren, spielt auch bei der
Besiedlung des Darmes mit den richtigen Bakterien eine Rolle.
Den durch Kaiserschnitt geborenen Kindern fehlt dieser Kontakt.
Es gibt Hinweise, dass es für ihre Abwehrkräfte
nachteilig ist, ein weiteres Argument für den normalen
Geburtsvorgang, soweit er möglich ist.

Bei dem Säugling überwiegen weiterhin
die Lactobacilli. Je mehr sich das Kleinkind mit normaler Kost
ernährt, desto näher ist die Zusammensetzung seiner
Darmflora derjenigen der Erwachsenen. Als Erwachsener hat man,
ca. 400 verschiedene Bakterien im Darm. Im
Dünndarm, d.h. in seinen unteren Abschnitten leben viel
weniger Bakterien (104-106) als im
Dickdarm (1010-1012 pro ml des
Inhaltes). In Dünndarm überwiegen
milchsäure(produzierende) Bakterien Lactobacilli und
Bifidus, im Dickdarm kommen dazu Fäulnis- und andere
Bakterien wie Bacterioides, Eubacterium, Clostridium,
Enterococcus, Fusobacterium, Peptostreptococcus, Ruminococcus
und Escherichia coli sowie
Hefen, vor allem Kandida. Die Zusammensetzung ist im
Dünndarm stabiler. Auf ihre Änderungen reagiert der
Körper empfindlicher als auf die der Dickdarmbesiedlung.

Welche Bakterien wir im Darm haben, hängt
von verschiedenen Faktoren ab:
Alter
Geschlecht
Hormone,
Medikamente, Umweltgifte
Stress
Krankheiten,
vor allem bakterielle und virale Infektionen des
Magen-Darm-Traktes
Das
Wichtigste ist jedoch die Ernährung. Mit Darmbakterien
ist es ähnlich wie mit Pflanzen in der Natur. Ändern
sich die Bedingungen, wachsen auf demselben Platz andere
Pflanzen. Und so, je nachdem was wir gegessen haben, ändert
sich die Form, die Farbe, die Konsistenz, der Geruch des
Stuhlganges, was vorwiegend von den gewachsenen Bakterien
abhängt. Falls Sie es nicht glauben, ernähren
Sie sich während 2-4 Tagen nur mit Babynahrung. Ihr
Stuhlgang wird dem der Säuglinge ähnlich.
Im Grossen und Ganzen ist es so, dass jeder von
uns eine persönliche Zusammensetzung der Darmbakterien
hat.
Wie wissen wir, welche
Bakterien in welcher Zahl wir in unserem Darm
haben?
Man kann sie im etwas Stuhl züchten und
zählen, wobei die Resultate ungenau sind, nur den unteren
Dickdarmabschnitten entsprechen und mit den Untersuchungen
aus folgenden Gründen Unfug getrieben wird:
Den
kurzfristigen Einfluss der Nahrung haben wir bereits oben
erwähnt.
Die Konsistenz des Stuhlganges beeinflusst
die Ergebnisse. Es ist nicht gleich, ob der Stuhl dünner
oder eher fester ist. Man kann die Zahl der Baketrien zwar pro
Gramm trockenen Stuhles umrechnen, aber wieder, wenn wir
vorher Salat gegessen haben, hat der Stuhl mehr
Trockensubstanz als nach Milchprodukten oder Fleisch.
Genauer kann man das Verhältnis der
Hauptgruppen der Darmbakterien, bzw. ihr Anteil an der gesamten
Menge bestimmen. Vorläufig wird die aus finanziellen
Gründen (teuere Geräte, komplizierte Untersuchung)
nur zu wissenschaftlichen Zwecken getan. Erläutern wir die
Problematik der häufigsten solcher Bestimmungen, an der
Kandida-Besiedlung. Wie wir gesehen haben, sind diese Hefen ein
normaler Teil der Darmflora. Wenn bisher ein Labor nach ihrer
Züchtung im Stuhl sagt, bei der Person wuchern diese Hefen
deren Darm, kann es stimmen, muss aber auch nicht. Wenn ihr
Anteil jedoch eine gewisse Prozentzahl (4-6) überschreitet,
kann es zu Problemen führen.

Man kann aber auch ohne Laboruntersuchungen
wissen, wie die Qualität der Darmbesiedlung mit Bakterien
ist. Kommt es regelmässig 1-2 Mal pro Tag ohne Drang
und Druck zum Stuhlgang, hat dieser eine feste Form ist
aber nicht zu hart, schmeckt weder säuerlich noch nach
Fäulnis und ist die Gegend um den After weder rot noch
juckt sie, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gross, dass
die Darmbakterien in Ordnung sind.
Was bieten uns die
Darmbakterien, wozu sind sie gut?
Sie
produzieren manche Vitamine (K, B), die wir (zeitweise) in der
Nahrung in ungenügender Menge einnehmen.
Sie
helfen verdauen. Ohne Darmbakterien würden wir noch
mehr Verdauungssäfte produzieren müssen. Der Darm,
die Leber, die Bauchspeicheldrüse müssten noch
komplizierter, somit auch auf Störungen anfälliger
sein.
Sie
schaffen optimale Bedingungen (Säure-Basen,
pH) für die Aufnahme (Resorbtion) der nützlichen
und Nichtaufnahme der unnützen und schädlichen
Stoffe (Ammoniak und Amine) aus dem Darm.
Sie
wehren sich für uns gegen ungewohnte, schädliche
Bakterien, Viren und Pilze, in dem sie sie verdrängen und
gewisse Stoffe gegen sie produzieren.
Sie
beeinflussen, stärken unser Immunsystem und helfen
dadurch im Kampf gegen äussere (Bakterien, Viren, Pilze)
und innere (Autoimmunkrankheiten)
schädigende Einflüsse auch ausserhalb des
Verdaungssystems.
Durch diesen Einfluss auf das
Immunsystem mindern sie die Neigung des Organismus zu
Unverträglichkeiten, Allergien
und Autoimmunkrankheiten.
Wann gefährden uns die
Darmbakterien?
Wenn
sich eine ungewohnte, krankheitserregende Art genügend
vermehren kann, z.B. die Erreger von Typhus, Paratyphus
(Salmonellen), Cholera.
Manche
dieser Erreger, z.B. Salmonellen, können in Darm
vorhanden sein, ohne die Krankheit zu verursachen. Solche
Menschen nennt man Träger. Es sind oft Personen, die die
Krankheit hinter sich haben. Sie sind für die Umgebung
gefährlich, wenn sie die hygienischen Regeln nicht
einhalten, da sie die plötzliche Ausbreitung der
Krankheit (Epidemie) verursachen können.
Eine oder mehrere Arten der üblichen
Bakterien überwuchern die anderen. Der Grund kann eine
Krankheit (z.B. Zuckerkrankheit) oder die Einnahme von
Medikamenten sein. Z.B. Antibiotika hemmen das Wachstum
der auf sie empfindlicher Bakterien. Auf deren Kosten
vermehren sich dann die Bakterien, die auf das Antibiotikum
nicht reagieren, vor allem aber Hefen und Pilze. Die häufigste
für das Ungleichgewicht der Bakterienbesiedlung ist
jedoch die einseitige Ernährung. Z.B. isst man viel von
süssen einfachen Kohlenhydraten (Zucker), vermehren sich
übermässig Hefen (Candida) und Pilze. Isst man viel
Fleisch und Käse (Eiweiss), wuchern die Fäulnisbakterien.
Bei starkem Fettkonsum wachsen übermässig die
fettliebenden Bakterien mit den unangenehmen Nebenwirkungen
der Abmagerungspille Xenical - fettige, stinkende
Stühle, deren Abgang man schlecht kontrollieren kann.
Die
Leber entgiftet Produkte des Abbaus von Eiweiss (Ammoniak und
Amine). Bei Leberschwäche
gibt man nur die nötigste Menge von Eiweiss und dazu
blockiert man mit Antibiotika die Fäulnisbakterien, dass
möglichst wenig von solchen Stoffen entsteht. Mindestens
so wirksam wie Antibiotika verdrängen andere Bakterien
die Fäulnisbakterien, wenn man sie in einem solchen Falle
verabreicht.
Wird der Dünndarm, unter
welchen Umständen auch (Infektionen,
Unverträglichkeiten,
Antibiotika), mit einer übermässigen
Menge von falschen Bakterien besiedelt, entsteht eine
Laktoseintoleranz. Dies führt
weiter sowohl zu Reizdarm wie zu
Fibromyalgie, die oft zusammen
vorkommen. Den Autoren, die diese Zusammenhänge entdeckt
haben, gelang es mit Antibiotika nicht nur die
Laktoseunverträglichkeit, sondern auch den Reizdarm
und die Fibromyalgie erfolgreich zu bekämpfen. Mit
Hilfe der NAET-Methode und sog.
Probiotika erreichen wir es auf
weniger agressive Weise, ohne der Nachteile,
die die Anwendung von Antibiotika mit sich bringt.
Patienten mit Colitis ulcerosa bekommen eher einen Schub der
Krankheit, wenn sie sich mit schwefelhaltigen
Nahrungsmitteln (Fleisch, Käse, Eiern, trockenen Früchten,
(Schwefel als Konservierungsmittel)) ernähren und Alkohol
trinken (Zusatzstoff, eine Schwefelverbindung!). Im
Dickdarm entsteht mit Hilfe von Bakterien Schwefelwasserstoff
(H2S), das die Durchlässigkeit der
Darmschleimhaut erhöht und sich auch sonst krankhaft
auswirkt. Vermutlich trifft es nicht nur Colitis ulcerosa, aber
die Untersuchungen über andere Autoimmunkrankheiten
stehen noch aus.
Probiotika
und Präbiotika
Dies ist ein Beispiel der Verwendung von
Probiotika. Probiotika sind lebende
Bakterien, die wir durch den Mund zu therapeutischen Zwecken
einnehmen. Sie wirken durch ihre Vermehrung im Darm.
Verschiedene abgetötete Bakterienstämme
und Bakterienextrakte, die wir zur Stärkung der
Immunabwehr benützen – eine Art von Impfung –
sind keine Probiotika. Am häufigsten verwendet man
dazu verschiedene Stämme von Lactobacillus und
Biffidus.
Präbiotika sind Nahrungsstoffe für gewisse
Arten von Bakterien, die das Wachstum dieser Bakterien fördern
und die wir dafür gezielt einnehmen. Die Bekanntesten sind
natürliche und künstliche Polymere (hochmolekuläre
Verbindungen) des Fruchtzuckers, Fruktose, die unverdünnt
in den Darm gelangen und dort das Wachstum der Lactobacilli
begünstigen.
Beispiele für die erfolgreiche Anwendung
der Probiotika:
Während
und nach akuten Infektionen des Darmes, die von Durchfall
begleitet sind. Die vorbeugende Einnahme z.B. bei
Reisedurchfall ist nicht bewiesen.
Während
und nach der Verwendung von Antibiotika, um die Verluste der
empfindlichen normalen Darmbakterien auszugleichen und so
Durchfall und schlimme Darmentzündungen (Antibiotika
Colitiden) vorzubeugen oder zu beheben. Vorsicht, manche
Bakterienstämme (in der Schweiz das Präparat
Bioflorin) soll man nicht gleichzeitig mit und kurz nach
Antibiotika einnehmen, da sie die Resistenz gegen
Antibiotika auf andere Bakterienstämme übertragen
und so gegen Antibiotika unempfindlich machen!
Die Anwendung
bei Leberschwäche haben wir
bereits erwähnt.
Bei der
chronischen immunologischen Darmentzündung Colitis
ulcerosa sind die für die Krankheit typischen
Darmgeschwüre von gewissen Bakterien belegt, die sich
dort vermehren und die Entzündung, die ihr Wachstum
garantiert, unterhalten. (Ähnlich Kandida, die nach mehr
Zucker verlangt.) Die Probiotika verdrängen diese
Bakterien und bessern damit den Verlauf der Krankheit.
In
der Vermeidung von wiederholten Schüben der Colitis
ulcerosa, einer entzündlichen, immunologischen
Darmkrankheit war ein Probiotikum, Bakterium Escherichia
coli Nissle 1917, so
effektiv wie das Standardmedikament Mesalazin. Das
Bakterium produziert Stoffe, die Wachstum und Ankleben
schädlicher Bakterien an die Darmwand bremsen und die
Funktion der Darmschleimhaut verbessern.
Die Probiotika
wirken dabei auch durch die Besserung der Abwehrkräfte,
sie stärken das Immunsystem und normalisieren deren
Antworten. Diese Wirkung ist auch bei anderen immunologischen,
sog. Autoimmunkrankheiten, wie Rheuma, nachgewiesen.
Durch die
Normalisierung der Immunantwort bessern Probiotika auch die
Allergien.
Ähnlich positiv sollen auch
Präbiotika wirken, was für manche Anwendungen
bereits nachgewiesen wurde.
Wie man sieht, sind die Pro- und Präbiotika
und deren Wirkungsweise ein wichtiger Stein im Mosaik,
zeitgemäss gesagt ein wichtiger Teil des Puzzles im
Verständnis und in der Bekämpfung der
Immunkrankheiten, Allergien, Überempfindlichkeiten und
Unverträglichkeiten.
Die Nahrungsmittelindustrie will diese
Gelegenheit nicht verpassen und nützt die Pro- und
Präbiotika zur Verbesserung ihrer Produkte und ihres
Verkaufs. Sie bietet sowohl Pro- wie Präbiotika an,
manchmal in Kombination als Symbiotika, in Rahmen von
„Functional Food“, meistens in Form von Joghurt. Es
gibt dazu folgende Einwände:
Man gibt zwar
die bakteriellen Stämme zu den Produkten, es ist aber
unsicher wie viel Bakterien lebendig bleiben. Kaum genügend,
da es die Haltbarkeit der Produkte beeinträchtigen würde.
Sind das
wirklich die bakteriellen Stämme, die der Darm, der
Körper braucht?
Verursachen sie
die Änderungen dort, wo man sich es erwünscht, d.h.
meistens im Dünndarm?
Ist es für
die Gesundheit gut, wenn man zusätzlich dauerhaft immer
mit denselben Bakterien versorgt wird, oder das Wachstum
derselben Bakterien (durch Präbiotika) gefördert
wird?
Aus der Sicht
des Rotationsprinzips ist es nicht
gut, dauerhaft dieselben Nahrungsmittel (z.B. das Milchprodukt
Joghurt), noch dazu eventuell in grösserer Menge, zu
konsumieren.
Der Haupteinwand ist, dass die Ernährung
die Zusammensetzung der Darmbakterien am stärksten
beeinflusst. Wir können zusätzlich Bakterienstämme
und / oder Zusatzstoffe einnehmen, solange wir die Nahrung
nicht ändern, erreichen wir nicht viel. Z. B. wir können
die Überwucherung der Hefe Candida
mit Medikamenten, Pro- und Präbiotika bekämpfen,
solange wir weiterhin Süssigkeiten essen, plagt sie uns
weiterhin wieder .
Die Konsumenten von
„Functional Food“ im Allgemeinen können sich
in falscher Sicherheit wähnen und meinen, wenn sie
Probiotika, Präbiotika, Vitamine, Mineral- und
Spurenelmente zu sich nehmen, ist ihre Gesundheit versorgt. Im
Zusammenhang mit anderen Ergänzungsstoffen wurde folgendes
geschrieben*, was auch für den Einsatz von Pro- und
Präbiotika gilt:
„Die alleinige Substitution von Vitaminen
und Antioxydanzien kann jedoch eine gesunde Lebensführung
(Vollwertige Ernährung - Nicht Rauchen - Körperliche
Aktivität) nicht ersetzen!“
* Gräber U: Mikronährstoffe in der
Orthomolekularen Medizin. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
mbH, Stuttgart, 2002, S. 143.
Falls
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(was uns unheimlich freuen würde)
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