Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
Anmeldung T: 071 250 15 18 Fax: 071 250 15 19 E-mail: Peter.J.Marko@hin.ch


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Letzte redaktionelle Änderung 24.11.04Letzte Redaktionsänderung 21.10.2009

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 Darmbakterien und Gesundheit

Die Frucht lebt in der Gebärmutter unter sterilen Bedingungen. Bereits während der Geburt kommt sie in der Scheide zum ersten Kontakt mit Bakterien und Viren. Die normale Besiedlung der Scheide mit Lactobacilli, die aus Zuckern Milchsäure produzieren, spielt  auch bei der Besiedlung des Darmes mit den richtigen Bakterien eine Rolle. Den durch Kaiserschnitt geborenen Kindern fehlt dieser Kontakt. Es gibt Hinweise, dass es für ihre Abwehrkräfte nachteilig ist, ein weiteres Argument für den normalen Geburtsvorgang, soweit er möglich ist.

Bei dem Säugling überwiegen weiterhin die Lactobacilli. Je mehr sich das Kleinkind mit normaler Kost ernährt, desto näher ist die Zusammensetzung seiner Darmflora derjenigen der Erwachsenen. Als Erwachsener hat man, ca. 400 verschiedene Bakterien im Darm. Im Dünndarm, d.h. in seinen unteren Abschnitten leben viel weniger Bakterien (104-106) als im Dickdarm (1010-1012  pro ml des Inhaltes). In Dünndarm überwiegen milchsäure(produzierende) Bakterien Lactobacilli und Bifidus, im Dickdarm kommen dazu Fäulnis- und andere Bakterien wie Bacterioides, Eubacterium, Clostridium, Enterococcus, Fusobacterium, Peptostreptococcus, Ruminococcus  und Escherichia coli sowie Hefen, vor allem Kandida.  Die Zusammensetzung ist im Dünndarm stabiler. Auf ihre Änderungen reagiert der Körper empfindlicher als auf die der Dickdarmbesiedlung.  

Welche Bakterien wir im Darm haben, hängt von verschiedenen Faktoren ab: 

  • Alter

  • Geschlecht

  • Hormone, Medikamente, Umweltgifte

  • Stress

  • Krankheiten, vor allem bakterielle und virale Infektionen des Magen-Darm-Traktes

  • Das Wichtigste ist jedoch die Ernährung. Mit Darmbakterien ist es ähnlich wie mit Pflanzen in der Natur. Ändern sich die Bedingungen, wachsen auf demselben Platz andere Pflanzen. Und so, je nachdem was wir gegessen haben, ändert sich die Form, die Farbe, die Konsistenz, der Geruch des Stuhlganges, was vorwiegend von den gewachsenen Bakterien abhängt. Falls  Sie es nicht glauben, ernähren Sie sich während 2-4 Tagen nur mit Babynahrung. Ihr Stuhlgang wird dem der Säuglinge ähnlich.

Im Grossen und Ganzen ist es so, dass jeder von uns eine persönliche Zusammensetzung der Darmbakterien hat.

Wie wissen wir, welche Bakterien in welcher Zahl wir in unserem Darm haben

Man kann sie im etwas Stuhl züchten und zählen, wobei die Resultate ungenau sind, nur den unteren Dickdarmabschnitten entsprechen und mit den Untersuchungen  aus folgenden Gründen Unfug getrieben wird:

  • Den kurzfristigen Einfluss der Nahrung haben wir bereits oben erwähnt.

  • Die Konsistenz des Stuhlganges beeinflusst die Ergebnisse. Es ist nicht gleich, ob der Stuhl dünner oder eher fester ist. Man kann die Zahl der Baketrien zwar pro Gramm trockenen Stuhles umrechnen, aber wieder, wenn wir vorher Salat gegessen haben, hat der Stuhl mehr Trockensubstanz als nach Milchprodukten oder Fleisch.

Genauer kann man das Verhältnis der Hauptgruppen der Darmbakterien, bzw. ihr Anteil an der gesamten Menge bestimmen. Vorläufig wird die aus finanziellen Gründen (teuere Geräte, komplizierte Untersuchung) nur zu wissenschaftlichen Zwecken getan. Erläutern wir die Problematik der häufigsten solcher Bestimmungen, an der Kandida-Besiedlung. Wie wir gesehen haben, sind diese Hefen ein normaler Teil der Darmflora. Wenn bisher ein Labor nach ihrer Züchtung im Stuhl sagt, bei der Person wuchern diese Hefen deren Darm, kann es stimmen, muss aber auch nicht. Wenn ihr Anteil jedoch eine gewisse Prozentzahl (4-6) überschreitet, kann es zu Problemen führen.

Man kann aber auch ohne Laboruntersuchungen wissen, wie die Qualität der Darmbesiedlung mit Bakterien ist. Kommt es  regelmässig 1-2 Mal pro Tag ohne Drang und Druck zum Stuhlgang, hat dieser eine feste Form  ist aber nicht zu hart, schmeckt weder säuerlich noch nach Fäulnis und ist die Gegend um den After weder rot noch juckt sie, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich gross, dass die Darmbakterien in Ordnung sind.

 Was bieten uns die Darmbakterien, wozu sind sie gut?

  • Sie produzieren manche Vitamine (K, B), die wir (zeitweise) in der Nahrung in ungenügender Menge einnehmen.

  • Sie helfen verdauen. Ohne Darmbakterien würden  wir noch mehr Verdauungssäfte produzieren müssen. Der Darm, die Leber, die Bauchspeicheldrüse müssten noch komplizierter, somit auch auf Störungen anfälliger sein.

  • Sie schaffen optimale Bedingungen (Säure-Basen, pH) für die Aufnahme (Resorbtion) der nützlichen und Nichtaufnahme der unnützen und schädlichen Stoffe (Ammoniak und Amine) aus dem Darm.

  • Sie wehren sich für uns gegen ungewohnte, schädliche Bakterien, Viren und Pilze, in dem sie sie verdrängen und gewisse Stoffe gegen sie produzieren.

  • Sie beeinflussen, stärken unser Immunsystem und helfen dadurch im Kampf gegen äussere (Bakterien, Viren, Pilze) und innere (Autoimmunkrankheiten) schädigende Einflüsse auch ausserhalb des Verdaungssystems.

  • Durch diesen Einfluss auf das Immunsystem mindern sie die Neigung des Organismus zu Unverträglichkeiten, Allergien und Autoimmunkrankheiten.

 

Wann gefährden uns die Darmbakterien?

  • Wenn sich eine ungewohnte, krankheitserregende Art genügend vermehren kann, z.B. die Erreger von Typhus, Paratyphus (Salmonellen), Cholera.

  • Manche dieser Erreger, z.B. Salmonellen, können in Darm vorhanden sein, ohne die Krankheit zu verursachen. Solche Menschen nennt man Träger. Es sind oft Personen, die die Krankheit hinter sich haben. Sie sind für die Umgebung gefährlich, wenn sie die hygienischen Regeln nicht einhalten, da sie die plötzliche Ausbreitung der Krankheit (Epidemie) verursachen können.

  • Eine oder mehrere Arten der üblichen Bakterien überwuchern die anderen. Der Grund kann eine Krankheit (z.B. Zuckerkrankheit)  oder die Einnahme von Medikamenten sein. Z.B.  Antibiotika hemmen das Wachstum der auf sie empfindlicher Bakterien. Auf deren Kosten vermehren sich dann die Bakterien, die auf das Antibiotikum nicht reagieren, vor allem aber Hefen und Pilze. Die häufigste für das Ungleichgewicht der Bakterienbesiedlung ist jedoch die einseitige Ernährung. Z.B. isst man viel von süssen einfachen Kohlenhydraten (Zucker), vermehren sich übermässig Hefen (Candida) und Pilze. Isst man viel Fleisch und Käse (Eiweiss), wuchern die Fäulnisbakterien. Bei starkem Fettkonsum wachsen übermässig die fettliebenden Bakterien mit den unangenehmen Nebenwirkungen der Abmagerungspille Xenical -  fettige, stinkende Stühle, deren Abgang man schlecht kontrollieren kann.

  • Die Leber entgiftet Produkte des Abbaus von Eiweiss (Ammoniak und Amine). Bei Leberschwäche gibt man nur die nötigste Menge von Eiweiss und dazu blockiert man mit Antibiotika die Fäulnisbakterien, dass möglichst wenig von solchen Stoffen entsteht. Mindestens so wirksam wie Antibiotika verdrängen andere Bakterien  die Fäulnisbakterien, wenn man sie in einem solchen Falle verabreicht.

  • Wird der Dünndarm, unter welchen Umständen auch (Infektionen, Unverträglichkeiten, Antibiotika), mit einer übermässigen Menge von falschen Bakterien besiedelt, entsteht eine Laktoseintoleranz. Dies führt weiter sowohl zu Reizdarm wie zu Fibromyalgie, die oft zusammen vorkommen. Den Autoren, die diese Zusammenhänge entdeckt haben, gelang es mit Antibiotika nicht nur die Laktoseunverträglichkeit, sondern auch den Reizdarm und die Fibromyalgie erfolgreich zu bekämpfen. Mit Hilfe der NAET-Methode und sog. Probiotika erreichen wir es auf weniger agressive Weise, ohne der Nachteile, die die Anwendung von Antibiotika mit sich bringt.

Patienten mit Colitis ulcerosa bekommen eher einen Schub der Krankheit, wenn sie sich mit schwefelhaltigen Nahrungsmitteln (Fleisch, Käse, Eiern, trockenen Früchten, (Schwefel als Konservierungsmittel)) ernähren und Alkohol trinken (Zusatzstoff, eine Schwefelverbindung!). Im Dickdarm entsteht mit Hilfe von Bakterien Schwefelwasserstoff (H2S), das die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöht und sich auch sonst krankhaft auswirkt. Vermutlich trifft es nicht nur Colitis ulcerosa, aber die Untersuchungen über andere Autoimmunkrankheiten stehen noch aus.  

Probiotika und Präbiotika

Dies ist ein Beispiel der Verwendung von Probiotika. Probiotika sind lebende Bakterien, die wir durch den Mund zu therapeutischen Zwecken einnehmen. Sie wirken durch ihre Vermehrung im Darm. Verschiedene abgetötete Bakterienstämme und Bakterienextrakte, die wir zur Stärkung der Immunabwehr benützen – eine Art von Impfung – sind keine Probiotika. Am häufigsten verwendet man dazu verschiedene Stämme von Lactobacillus und Biffidus. Präbiotika sind Nahrungsstoffe für gewisse Arten von Bakterien, die das Wachstum dieser Bakterien fördern und die wir dafür gezielt einnehmen. Die Bekanntesten sind natürliche und künstliche Polymere (hochmolekuläre Verbindungen) des Fruchtzuckers, Fruktose, die unverdünnt in den Darm gelangen und dort das Wachstum der Lactobacilli begünstigen.

Beispiele für die erfolgreiche Anwendung der Probiotika:

  • Während und nach akuten Infektionen des Darmes, die von Durchfall begleitet sind. Die vorbeugende Einnahme z.B. bei Reisedurchfall ist nicht bewiesen.

  • Während und nach der Verwendung von Antibiotika, um die Verluste der empfindlichen normalen Darmbakterien auszugleichen und so Durchfall und schlimme Darmentzündungen (Antibiotika Colitiden) vorzubeugen oder zu beheben. Vorsicht, manche Bakterienstämme (in der Schweiz das Präparat Bioflorin) soll man nicht gleichzeitig mit und kurz nach Antibiotika  einnehmen, da sie die Resistenz gegen Antibiotika auf andere Bakterienstämme übertragen und so gegen Antibiotika unempfindlich machen! 

  • Die Anwendung bei Leberschwäche haben wir bereits erwähnt.

  • Bei der chronischen immunologischen Darmentzündung Colitis ulcerosa sind die für die Krankheit typischen Darmgeschwüre von gewissen Bakterien belegt, die sich dort vermehren und die Entzündung, die ihr Wachstum garantiert, unterhalten. (Ähnlich Kandida, die nach mehr Zucker verlangt.)  Die Probiotika verdrängen diese Bakterien und bessern damit den Verlauf der Krankheit.

  • In der Vermeidung von wiederholten Schüben der Colitis ulcerosa, einer entzündlichen, immunologischen Darmkrankheit war ein Probiotikum, Bakterium Escherichia coli  Nissle 1917, so effektiv wie das Standardmedikament Mesalazin. Das Bakterium produziert Stoffe, die Wachstum  und Ankleben schädlicher Bakterien an die Darmwand bremsen und die Funktion der Darmschleimhaut verbessern.

  • Die Probiotika wirken dabei auch durch die Besserung der Abwehrkräfte, sie stärken das Immunsystem und normalisieren deren Antworten. Diese Wirkung ist auch bei anderen immunologischen, sog. Autoimmunkrankheiten, wie Rheuma, nachgewiesen.

  • Durch die Normalisierung der Immunantwort bessern Probiotika auch die Allergien.

  • Ähnlich positiv sollen auch Präbiotika wirken, was für manche Anwendungen bereits nachgewiesen wurde.

Wie man sieht, sind die Pro- und Präbiotika und deren Wirkungsweise ein wichtiger Stein im Mosaik, zeitgemäss gesagt ein wichtiger Teil des Puzzles im Verständnis und in der Bekämpfung der Immunkrankheiten, Allergien, Überempfindlichkeiten und Unverträglichkeiten.

Die Nahrungsmittelindustrie will diese Gelegenheit nicht verpassen und nützt die Pro- und Präbiotika zur Verbesserung ihrer Produkte und ihres Verkaufs. Sie bietet sowohl Pro- wie Präbiotika an, manchmal in Kombination als Symbiotika, in Rahmen von „Functional Food“, meistens in Form von Joghurt. Es gibt dazu folgende Einwände:

  • Man gibt zwar die bakteriellen Stämme zu den Produkten, es ist aber unsicher wie viel Bakterien lebendig bleiben. Kaum genügend, da es die Haltbarkeit der Produkte beeinträchtigen würde.

  • Sind das wirklich die bakteriellen Stämme, die der Darm, der Körper braucht?

  • Verursachen sie die Änderungen dort, wo man sich es erwünscht, d.h. meistens im Dünndarm?

  • Ist es für die Gesundheit gut, wenn man zusätzlich dauerhaft immer mit denselben Bakterien versorgt wird, oder das Wachstum derselben Bakterien (durch Präbiotika) gefördert wird?

  • Aus der Sicht des Rotationsprinzips ist es nicht gut, dauerhaft dieselben Nahrungsmittel (z.B. das Milchprodukt Joghurt), noch dazu eventuell in grösserer Menge, zu konsumieren.

  • Der Haupteinwand ist, dass die Ernährung die Zusammensetzung der Darmbakterien am stärksten beeinflusst. Wir können zusätzlich Bakterienstämme und / oder Zusatzstoffe einnehmen, solange wir die Nahrung nicht ändern, erreichen wir nicht viel. Z. B. wir können die Überwucherung der Hefe Candida mit Medikamenten, Pro- und Präbiotika bekämpfen, solange wir weiterhin Süssigkeiten essen, plagt sie uns weiterhin wieder .

Die Konsumenten von „Functional Food“ im Allgemeinen können sich in falscher Sicherheit wähnen und meinen, wenn sie Probiotika, Präbiotika, Vitamine, Mineral- und Spurenelmente zu sich nehmen, ist ihre Gesundheit versorgt. Im Zusammenhang mit anderen Ergänzungsstoffen wurde folgendes geschrieben*, was auch für den Einsatz von Pro- und Präbiotika gilt:

Die alleinige Substitution von Vitaminen und Antioxydanzien kann jedoch eine gesunde Lebensführung (Vollwertige Ernährung - Nicht Rauchen - Körperliche Aktivität) nicht ersetzen!“  

* Gräber U: Mikronährstoffe in der Orthomolekularen Medizin. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2002, S. 143.

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(was uns unheimlich freuen würde)

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