Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte Redaktionsänderung 21.10.2009

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Vitamin D und Ernährung


Ähnlich Eisen, Zink und Vitamin B12 können wir zu wenig Vitamin D haben, auch wenn wir uns richtig, gesund ernähren. Der Hauptgrund des Vitamin D-Mangels ist, dass seine wichtigste Quelle nicht die Nahrung, sondern seine Synthese im Körper (s.u.) ist. Der Wirkungsweise nach ist Vitamin D eigentlich ein Hormon, der verschiedene Organsysteme in ihren Aufgaben auf verschiedene Weise beeinflusst:

Die Reihe der Krankheiten, bei der Vitamin D-Mangel eine Rolle spielt ist viel länger, deswegen anstatt zu versuchen, sie hier aus zu zählen, können wir Folgendes empfehlen:

Bei jeder chronischen oder wiederholenden Krankheit Vitamin D zu bestimmen, 

oder 

eigentlich sollte jeder von uns wissen, ob er genug Vitamin D hat.

Wenn nicht genug, zusätzlich nehmen (s.u.)!

Es hilft Krankheiten vor zu beugen, sie zu heilen und Medikamentennebenwirkungen zu vermindern.
Ohne genug Vitamin D, gibt es auf lange Sicht keine gute Gesundheit und gute Leistungsfähigkeit!


Menschen, die genug Vitamin D haben, sterben später, und was noch wichtiger ist, leben gesünder! (Arch Intern Med 2007;167:1709-10)

Wie viel ist genug?

Früher, als man nur die Knochenschwäche (Rachitis bei Kindern und Osteomalazie bei Erwachsenen) als Folge des Vitamin D-Mangels kannte, dachte man es genüge so viel, damit man diese Krankheiten vermeidet und heilt. Seit wir auch die anderen Wirkungen von Vitamin D kennen, hat sich die Menge wesentlich erhöht. Ob man genug Vitamin D hat, kann man im Blut kontrollieren. Optimal ist 
100 – 150 nmol/l 25-OH-Vitamin D.


Warum haben wir nicht genug Vitamin D?

Den Bedarf an Vitamin D decken wir nur zu einem geringen Teil aus der Nahrung (einer der Gründe, warum es kein richtiges Vitamin ist). Unser Körper kann unter optimalen Bedingungen genug Vitamin D selbst synthetisieren (Abb.1).

In der Leber wird aus einfachen, zur genüge vorhandenen Bausteinen Desoxycholesterol synthetisiert, aus welchem einerseits das Cholesterin, anderseits in der Haut unter Einwirkung der Sonnenstrahlen das Vitamin D3 entsteht. Vitamin D3 wird in der Leber zum 25-OH D3 und dann noch in der Niere zum wirksamen 5,25 OH D3 umgewandelt. 

Aus der Nahrung können wir sowohl Vitamin D3 wie auch 25-OH-D3 erhalten. Die besten Nahrungsquellen des Vitamins D sind Fische, vor allem fette Meeresfische wie Lachs, Makrelen, Sardinen, Heringe und Lebertran. Vitamin D3 ist fettlöslich, d.h. wenn nicht genug Fette in der Nahrung sind und/oder ihre Aufnahme beeinträchtigt ist, wird Vitamin D schlecht aufgenommen. Dies ist der Fall auch bei Leber- und Gallenkrankheiten. Ausserdem vermindern Leberkrankheiten die Synthese von Desoxycholesterol und die Umwandlung von Vitamin D3 zum 25-OH D3. Bei fortgeschrittenen Nierenkrankheiten wird die Umwandlung des 25-OH in das wirksame 5,25-OH Vitamin D3 beeinträchtigt. 

Für den Vitamin D3-Haushalt ist die Sonnenstrahlung entscheidender, wichtiger als die Nahrung. Die Leber muss schon sehr angegriffen sein, dass sie nicht genug Desoxycholesterol produziert. Unter Sonnenstrahlung entsteht daraus Vitamin D3 (s.o.). Es reicht dazu ca. 10 Minuten Wintermittagssonne pro Tag, die auf das Gesicht, Hände und Unterarme strahlt. Im Sommer ist die Zeit kürzer und lieber vom Mittag verschoben. Zu viel Sonne, vor allem während der Kindheit und für Menschen mit heller Haut ist bekanntlich schädlich und ruft Alterung und Krebs der Haut her vor. Die künstliche Strahlung in Solarien schädigt die Haut auch und produziert weniger Vitamin D als die natürliche Sonnenstrahlung. In manchen Ländern will man Kindern und Jugendlichen den Zutritt in Solarien verbieten und empfiehlt zur Bräunung eher chemische Mittel. Hoffentlich rufen sie bei längerer Anwendung keine Allergien und andere Schäden hervor. Mit unserer von Sonne geschützter Lebensweise und mit von der Kleidung bedeckter Haut bekommen wir zu wenig Sonne. Besonders gefährdet sind dunkelhäutige Menschen, die in unseren Breiten leben, weil ihre Haut sie vor Schädigung schützt aber auch die Vitamin D-Produktion vermindert. Dasselbe gilt auch für durch Kleidung zu gut geschützte Frauen in den islamischen Ländern. Auch die Haut älterer Menschen synthetisiert weniger Vitamin D.
Natürlich kann nicht zu viel Vitamin D entstehen, weil es dann in der Haut zerstört wird. Es ist ein Zeichen, dass zu viel Vitamin D auch nicht gut tut.


Wie häufig ist Vitamin D-Mangel?

Überraschend häufig: Mehr als die Hälfte von uns (auch Jüngere) hat nicht genug Vitamin D! Mit dem Alter steigt diese Zahl, weil die Fähigkeit Vitamin D in der Haut zu produzieren nachlässt. Bis vor wenigen Jahren bekamen nur Kinder < 1 Jahr zusätzlich Vitamin D Tropfen, weil man meinte, später bekommen sie genug mit der Nahrung. Jetzt weiss man, dass Kinder jeden Alters zusätzlich Vitamin D brauchen. Schwangere und stillende Frauen brauchen mehr Vitamin D, auch im Interesse ihrer Kinder.


Was können wir gegen Vitamin D-Mangel tun?

Bei Krankheiten, welche die Aufnahme und Synthese von Vitamin D stören, sollen die Ärzte Vitamin D-Menge im Blut kontrollieren und den Mangel durch zusätzliche Gaben beheben. Man kann dazu Vitamin D3, 25-OH D3 und bei schweren Nierenkrankheiten das teurere 5,25-OH D3 benützen. Bei schlechter Aufnahme kann man 25-OH D3 in den Muskel spritzen. 

Früher wurde zur Vorbeugung der Knochenschwäche bei Kindern (Rachitis) und Erwachsenen (Osteomalazie) 400 internationalen Einheiten (IE) Vitamin D pro Tag empfohlen. Jetzt weiss man, dass man 1000 – 2000 IE braucht für eine optimale Menge zur Vorbeugung und Therapie all der Folgen des Vitamin D-Mangels. 

Bald kommt die Zeit, wenn viele Grundnahrungsmittel mit Vitamin D an gereicht werden, damit wir alle genug Vitamin D bekommen und nicht unter den Folgen eines Mangels leiden, besser und länger leben.

Falls Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)

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