Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
Anmeldung T: 071 250 15 18 Fax: 071 250 15 19 E-mail: Peter.J.Marko@hin.ch


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Letzte redaktionelle Änderung 18.1.10

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Verdauungsstörungen 

Refluxkrankheit (Refluxösophagitis), Reizdarm (Colon irritabile), Verdauungsschwäche (Dyspepsie) 

und Ernährung

Alle diese Krankheiten des Verdauungssystems haben folgendes gemeinsam: sie kommen immer häufiger (nicht selten auch gemeinsam) vor, und auch nach der "offiziellen" medizinischen Meinung spielt die Ernährung dabei eine wesentliche Rolle.

Wie zeigen sich diese Krankheiten?

Bei der Refluxkrankheit (Refluxösophagitis)  

erschlafft der Schliessmuskel am Eingang des Magens und der Mageninhalt fliesst zurück in die Speissröhre, reizt sie und verursacht ein unangenehmes Brennen (Sodbrennen) nach dem Essen.

Der Muskel erschlafft natürlich mit dem Alter und unter Einfluss von Rauchen, Alkohol, Kaffee und gewissen Medikamenten. Der Inhalt fliesst selbstverständlich eher zurück, wenn der Magen gut gefüllt oder sogar überfüllt ist, der Druck im Bauch durch Fett (Übergewicht) und flache Lage steigt.

Zur Vermeidung der Beschwerden empfiehlt man dementsprechend: Auf Rauchen (auch passiv!), Kaffee, alkoholische Getränke zu verzichten, oft kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, nach dem Essen nicht abzuliegen, das Kopfende des Bettes höher zu stellen, den Druck im Bauch durch Gewichtsabnahme zu verringern und die Speisen, welche die Beschwerden verursachen, zu meiden

Je höher das BMI, desto häufiger ist die Refluxkrankheit. Es beginnt schon beim Normalgewicht: Frauen mit BMI 22,5 - 24,9 haben öfter Beschwerden als diejenige mit 20,0 - 22,4. Es lohnt sich abzunehmen

Refluxkrankheit ist auch eine Folge von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Übersäuerung. Schon Säuglinge können auf Kuhmilch (und andere Nahrungsmittel), sogar wenn sie nur die Mutter trinkt, mit Erbrechen und Bauchschmerzen reagieren. Nicht selten findet man dabei Zeichen der Refluxkrankheit.

Mit der Ausscheidung der Magensäure vermindert, verbessert der Körper seine Übersäuerung, da die Säure durch die Nahrung teilweise gebunden, neutralisiert wird. Wenn wir sauer schmeckende und säurebildende Speisen essen, wird weniger Magensäure gebunden, der Mageninhalt ist saurer und reizt mehr. Manche Menschen klagen über Sodbrennen bei und nach der körperlichen Aktivität, auch wenn sie nichts gegessen haben. Wie auch Muskelaktivität gesund ist und Säure abbaut, entstehen kurzfristig organische Säuren, vor allem Milchsäure. Der Körper will die Übersäuerung mildern und scheidet die Magensäure aus. Sie reizt die Speiseröhre, wenn wir mit vollem Magen Sport ausüben. Je mehr wir übersäuert sind, desto eher kommt es zu dieser Magensäureausscheidung. 

Protonenpumpenhemmer, mit denen man die Übersäuerung des Magens und ihre Folgen wie Sodbrennen mindert, führen dazu, dass die Nahrungsmittel nicht gut verdaut werden. Nicht gut verdaute Nahrungsmittel verursachen eher Nahrungsmittelunverträglichkeiten und –Allergien.  

Nach einer Arbeit verschlimmert gastro-oesophagaler Reflux (Sodbrennen) das Schnarchen und die damit verbundene Atmungsstörung (Schlaf-Apnoe).

Reizdarm (Colon irritabile)  

kann sich in drei Formen, die jedoch auch gemischt eintreten oder sich abwechseln können, zeigen. Man kann unter Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Schmerzen leiden, ähnlich wie bei der Zöliakie und der Milchzuckerunverträglichkeit.

Die Hauptmassnahme, die man dagegen empfiehlt, ist, die Nahrungsmittel, die die Beschwerden verursachen, zu meiden.* Unten finden Sie, wie man erfahren kann, welche es bei Ihnen sind. Welche Nahrungsmittel und wie oft diese sich im Allgemeinen an der Entstehung des Reizdarmes  beteiligen, erfahren Sie unter „Lebensmittel und Reizdarm“. Diese Angaben gelten ungefähr auch für andere Krankheiten mit Unverträglichkeiten. Es wurde festgestellt, dass Patienten mit Reizdarm bei Hauttest vermehrt positiv reagieren auf verschiedene Nahrungsmittel und Pollen, Milben und andere Stoffe, die man einatmet. Eine andere Arbeit zeigte bei einem Teil der Patinten mit Reizdarm immunologische Zeichen einer Entzündung (Alterations in mucosal immunity identified in the colon of patients With Irritable bowel syndrome. Clin Gatroenterol Hepatol 2008;6:194-205), welche (über Hepcidinstimulation) zur verminderten Eisenresorption und zum Eisenmangel führen kann.

Allgemeine Ernährungsvorschläge, die bei IBS helfen können (Heitkemper MM: Evidence-based treatments for irritable bowel syndrome with constipation. Family Practice J 2009;57(S5):S13-S-S20):

1. Regelmässig und langsam essen, gut kauen.
2. Mahlzeiten nich auslassen und/oder keine lange Pausen zwischen ihnen.
3. Mindestens 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag trinken, vor allem gutes (Mineral-) Wasser oder koffeinfreie Getränke (z.B. Pflanzentees).
4. Höchstens 3 Tassen Schwarz-, Grüntee und Kafee.
5. Keine oder nur wenig alkoholische, süsse und Getränke mit Bläschen.
6. Langsam steigen die Menge von fasenreichen Nahrungsmittel (Vollkornprodukte).
7. Reduzieren Einnahme von schwer verdaubaren Kohlenhydraten (Fertigprodukte und wiedergekochte Speisen).

Je nach dem wie man Speisen zubereitet, kann für die Entstehung und den Verlauf der Nahrungsmittelunverträglichkeiten und –allergien entscheidend sein. Kochen, Braten, Einfrieren, Trocknen, Einsalzen, Rösten, Räuchern kann die Reaktion sowohl begünstigen wie mindern.

Wird der Dünndarm, unter welchen Umständen auch (Infektionen, Unverträglichkeiten, Antibiotika), mit einer übermässigen Menge von falschen Bakterien besiedelt, entsteht eine Laktoseintoleranz. Dies führt weiter sowohl zu Reizdarm wie zu Fibromyalgie, die oft zusammen vorkommen. Den Autoren, die diese Zusammenhänge entdeckt haben, gelang es mit Antibiotika nicht nur die Laktoseunverträglichkeit, sondern auch den Reizdarm und die Fibromyalgie erfolgreich zu bekämpfen. Mit Hilfe der NAET-Methode und sog. Probiotika erreichen wir es auf weniger aggressive Weise, ohne der Nachteile, welche die Anwendung von Antibiotika mit sich bringt.

Patienten mit Reizdarm leiden häufig nicht nur unter Fibromyalgie und chronischer Müdigkeit, sondern auch unter sexuellen Problemen, Reizblase, Kopf- und Rückenschmerzen, Restless Legs und Schlafstörungen. 

Dass eine Allergie oder Unverträglichkeit nicht nur eine Ursache hat, wurde erneut bestätigt: Bei Patienten mit Asthma und chronischem Schnupfen (allergische Rhinitis), die auf Milben reagierten, brachten Massnahmen, die die Milben-Belastung verringern, keinen messbaren Erfolg. In der Diskussion dazu wenden mehrere Autoren ein, dass diese Krankheiten mehrere Ursachen haben, und wenn man nur eine davon beseitigt, kann man keinen wesentlichen, messbaren Erfolg verbuchen.

Es gibt auch allgemeine Massnahmen, die die Beschwerden lindern. Man findet sie unter "Blähungen und wie man essen soll" und "Colitis ulcerosa und Ernährung".

Manchmal will man bei Verstopfung wissen, wie lange die Nahrung im Darm verweilt. Es gibt dazu verschiedene komplizierte Verfahren. Einfach kann man es nach Stuhlbeschaffenheit schätzen:

Bauchschmerzen bei Säuglingen (Dreimonatskoliken) und Kleinkindern werden oft durch die Nahrungsmittel verursacht, die das Kind oder die stillende Mutter zu sich nimmt, berichtet eine Fachzeitschrift für Hausärzte.

Die Verdauungsschwäche (Dyspepsie) ist eigentlich eine Mischung von beiden oben genannten und schwer von ihnen abzugrenzen. Sie hat auch drei Formen, die Magendyspepsie, bei der man die Beschwerden eher in der Magengegend (Mitte Oberbauch), oft mit dem Sodbrennen verbunden spürt. Die Rolle der Infektion des Magens mit Helicobacter pylori dabei ist nicht klar und umstritten. Die zweite Form ist die Gallendyspesie, bei der die Beschwerden eher im rechten Oberbauch eintreten und in Zusammenhang mit der veränderten Gallenzusammensetzung und deren vermindertem Fluss gebracht werden. Die dritte Form ist die Darmdyspepsie, praktisch dem Reizdarm gleich. Die erste Hauptmassnahme ist, die Speisen, die die Beschwerden verursachen, zu meiden.

Wenn die Beschwerden neu eintreten, ist es ratsam, zuerst einen Arzt aufzusuchen, um andere Gründe auszuschliessen. Bei der Refluxkrankheit findet man bei der Magenspiegelung (Gastroskopie) manchmal eine veränderte Schleimhaut. Oft kann man, wie auch bem Reizdarm und bei der Verdauungsschwäche, keine Änderungen feststellen - sie gehören zu sogenannten den funktionellen Krankheiten, bei welchen eben nur die Funktion der Organe und ihr Zusammenspiel beeinträchtigt sind.

Über die Rolle der Allergien und Unverträglichkeiten bei der Entstehung der Dyspepsie und des Reizdarmes erschien vor Kurzem ein ausgezeichneter Übersichtsartikel aus der angesehener Mayo Klinik (Park M-I, Camilleri M: Is there a role of food allergy in iiritable bowel syndrome and functional dyspepsia? A systematic review. Neuragastroeneterol Motil 2006;18:595-607), dessen Text wir Interessierten gene zusenden.

Wie kann man wissen, welche Speisen die Beschwerden verursachen?

Man kann beobachten, nach welchen Speisen die Beschwerden auftreten. Wegen der komplizierten Zusammensetzung unserer Mahlzeiten ist dies nicht so einfach. Z. B. beschuldigt man nicht selten Salat oder gewisse Gemüse für die Blähungen und in der Tat werden sie durch Essig in der Salatsauce oder durch Milch in den anderen Saucen verursacht. Ein Rotationsschema und einfache, übersichtliche Mahlzeiten, wie man sie in unseren Rezepten finden kann, helfen bei der Suche nach den Übeltätern. Die NAET - Methode hilft nicht nur bei der Suche nach den verschlechternden Nahrungsmitteln und anderen Auslösern (Triggern), sondern sie können die krankhafte Reaktion auf die Reize verringern, bremsen. Der Erfolg wird durch die Rotation beschleunigt und befestigt. Beide Behandlungen, die NAET und die Rotation, ergänzen und unterstützen sich gegenseitig. Auch die Bestimmung der Lebensmittel-IgG vereinfacht und erleichtert die Suche.

In der angesehenen gastroenterologischen Fachzeitschrift Gut (=Darm) erschien eine wissenschaftliche Arbeit mit einem Kommentar, Beide zeigen, dass die Auslassdiät gemäss der Lebensmittel-IgG-Bestimmung beim Reizdarm wirksam ist. Vor 3 Jahren versuchten wir eine ähnliche Arbeit in der Schweiz durchzuführen. Leider fanden wir kein gastroenterologisches Zentrum zur nötigen Zusammenarbeit. Wir würden auch die NAET-Methode gerne beim Reizdarm und/oder anderen Krankheiten ähnlich überprüfen. 

Wie lange muss man die Nahrungsmittel aus der Nahrung weglassen?

Diese Frist kann wie bei anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten je nach Nahrungsmittel verschieden sein. Manche kann man bereits nach Wochen, andere erst nach Monaten oder Jahren, manche nie mehr im Leben essen, ohne dass die Beschwerden wieder eintreten. Auch nach dem Erfolg ist es vorteilhaft, keine zu grossen Mengen und nicht die längere Zeit nacheinander wieder davon zu konsumieren, sondern lieber zu rotieren.

Gibt es nicht etwas Einfacheres, weniger Mühsames als die Ernährung zu ändern?

Es gibt viele verschiedene, teilweise sehr teure Medikamente, die meistens nicht dauernd helfen. Man nennt sie auch symptomatisch, da sie nur die Symptome, die Zeichen der Krankheit mildern, an den Ursachen der Krankheit jedoch nichts ändern. Wenn sich die Beschwerden unter den Medikamenten wieder melden, ist man verunsichert und meistens erwartet man eine Wiederholung der verschiedenen, nicht angenehmen Untersuchungen. Einer der Gründe, wenn nicht der Hauptgrund, die Nahrungsmittelunverträglichkeiten, können nur mit den Änderungen der Ernährung wirksam bekämpft. Der grosse Vorteil dabei ist, dass der allgemeine Gesundheitszustand dabei auch bessert. Nach der  NAET-Behandlung  muss man die Nahrungsmittel, die die Beschwerden verursachen, weniger streng oder überhaupt nicht meiden.

Mehr Einzelheiten über Reizdarm finden Sie z. B. unter www.dr-walser.ch/colon_irritabile.htm und www.igibs.ch.

* "Auf Grund der hier präsentierter Analyse schliesse ich einmal mehr, dass bei einem IBS (Irritable Bowel Syndrome = Reizdarm) nach einer gründlichen Ernährungs-Anamneseerhebung als erstes  unverträgliche Nahrungsmittel weggelassen werden müssen" schreibt der schulmedizinische Schweizer Gastroenterologe M. Giger in der sehr kritischen Fachzeitschrift "infomed-screen" (2003;7:33).
Für individuellen Zugang bei der Suche nach den verannwortlichen Lebensmitteln plädiert auch eine Expertengruppe, die gleichzeitig vor der unkritischen Anwendung von Faserstoffen warnt.

Über Bedeutung von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bei diesen Krankheiten informieren folgende Artikel:

  • Caroccio A, Iacono G: Chronic Obstipation and food hypersensitivity - an intringuing relationship. Aliment Pharmacol Therap 2006;24:1295-304.

  • Murch S; Allergy and intestinal dysmotility – evidence of genuine causal linkage? Curr Opin Gastroenterol 2006;22:664-8.

  • Louis-Jacques J, Perma JA: Gastroduodenal disorders in children. Curr Opin Gastroenterol 2000;16:522-6.

  • Allen KJ, Hill DJ, Heine RG: Food allergy in childhood. Med J Austr 2006;185:394-400.

  • Weidenhiller M: Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Med Monatschr Pharm 2006;29:1-8.

  • Souza RF, et al: Gastroeosophageal reflux might cause esophagitis through a cytokine-mediated mechanism rather than caustic acid injury. Gastroeneterology 2009;137:1776-84.

Wir können Ihnen die Volltexte zusenden.

 

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