|
Letzte redaktionelle Änderung 18.1.10
Unsere
ganze Homepage können Sie hier nach Worten
und Begriffen durchsuchen.
Verdauungsstörungen
Refluxkrankheit (Refluxösophagitis),
Reizdarm (Colon irritabile), Verdauungsschwäche (Dyspepsie)
und Ernährung
Alle diese Krankheiten des Verdauungssystems haben
folgendes gemeinsam: sie kommen immer häufiger (nicht selten auch
gemeinsam) vor, und auch nach der "offiziellen"
medizinischen Meinung spielt die Ernährung dabei eine wesentliche
Rolle.
Wie zeigen sich diese
Krankheiten?
Bei der Refluxkrankheit (Refluxösophagitis)
erschlafft der Schliessmuskel am Eingang des
Magens und der Mageninhalt fliesst zurück in die Speissröhre,
reizt sie und verursacht ein unangenehmes Brennen (Sodbrennen) nach
dem Essen.

Der Muskel erschlafft natürlich mit dem Alter und
unter Einfluss von Rauchen, Alkohol, Kaffee und gewissen
Medikamenten. Der Inhalt fliesst selbstverständlich eher zurück,
wenn der Magen gut gefüllt oder sogar überfüllt ist, der Druck im
Bauch durch Fett (Übergewicht) und flache Lage steigt.

Zur Vermeidung der Beschwerden empfiehlt man
dementsprechend: Auf Rauchen (auch passiv!), Kaffee, alkoholische
Getränke zu verzichten, oft kleine Mahlzeiten zu sich zu nehmen,
nach dem Essen nicht abzuliegen, das Kopfende des Bettes höher zu
stellen, den Druck im Bauch durch Gewichtsabnahme zu verringern und die
Speisen, welche die Beschwerden verursachen, zu meiden.
Je höher das BMI, desto häufiger
ist die Refluxkrankheit. Es beginnt schon beim Normalgewicht:
Frauen mit BMI 22,5 - 24,9 haben öfter Beschwerden als diejenige
mit 20,0 - 22,4. Es lohnt sich abzunehmen!
Refluxkrankheit ist auch eine Folge von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
und Übersäuerung. Schon Säuglinge können
auf Kuhmilch (und andere
Nahrungsmittel), sogar wenn sie nur die Mutter trinkt, mit Erbrechen
und Bauchschmerzen reagieren. Nicht selten findet man dabei Zeichen
der Refluxkrankheit.
Mit der Ausscheidung der Magensäure vermindert,
verbessert der Körper seine Übersäuerung,
da die Säure durch die Nahrung teilweise gebunden, neutralisiert
wird. Wenn wir sauer schmeckende und säurebildende Speisen essen,
wird weniger Magensäure gebunden, der Mageninhalt ist saurer und
reizt mehr. Manche Menschen klagen über Sodbrennen bei und nach der
körperlichen Aktivität, auch wenn sie nichts gegessen haben. Wie
auch Muskelaktivität gesund ist und Säure abbaut, entstehen
kurzfristig organische Säuren, vor allem Milchsäure. Der Körper
will die Übersäuerung mildern und scheidet die Magensäure aus.
Sie reizt die Speiseröhre, wenn wir mit vollem Magen Sport ausüben.
Je mehr wir übersäuert sind, desto eher kommt es zu dieser Magensäureausscheidung.
Protonenpumpenhemmer, mit denen man die Übersäuerung des Magens
und ihre Folgen wie Sodbrennen mindert, führen dazu, dass die
Nahrungsmittel nicht gut verdaut werden. Nicht gut verdaute
Nahrungsmittel verursachen eher Nahrungsmittelunverträglichkeiten
und –Allergien.
Nach einer
Arbeit verschlimmert gastro-oesophagaler Reflux (Sodbrennen) das
Schnarchen und die damit verbundene
Atmungsstörung (Schlaf-Apnoe).
Reizdarm (Colon
irritabile)
kann sich in drei Formen, die jedoch auch gemischt
eintreten oder sich abwechseln können, zeigen. Man kann unter
Verstopfung, Durchfall, Blähungen und
Schmerzen leiden, ähnlich wie bei der Zöliakie
und der Milchzuckerunverträglichkeit.
Die Hauptmassnahme, die man dagegen empfiehlt,
ist, die Nahrungsmittel, die die Beschwerden
verursachen, zu meiden.* Unten finden Sie,
wie man erfahren kann, welche es bei Ihnen sind. Welche
Nahrungsmittel und wie oft diese sich im Allgemeinen an der
Entstehung des Reizdarmes beteiligen, erfahren Sie unter „Lebensmittel
und Reizdarm“. Diese Angaben gelten ungefähr auch für andere
Krankheiten mit Unverträglichkeiten. Es wurde
festgestellt, dass Patienten mit Reizdarm bei Hauttest vermehrt
positiv reagieren auf verschiedene Nahrungsmittel und Pollen, Milben
und andere Stoffe, die man einatmet. Eine andere Arbeit zeigte bei
einem Teil der Patinten mit Reizdarm immunologische Zeichen einer
Entzündung (Alterations
in mucosal immunity identified in the colon of patients With
Irritable bowel syndrome. Clin Gatroenterol Hepatol 2008;6:194-205),
welche (über Hepcidinstimulation) zur verminderten
Eisenresorption und zum Eisenmangel führen
kann.
Allgemeine Ernährungsvorschläge, die bei IBS helfen
können (Heitkemper MM:
Evidence-based treatments for irritable bowel syndrome with
constipation. Family Practice J 2009;57(S5):S13-S-S20):
1. Regelmässig und langsam essen, gut kauen.
2. Mahlzeiten nich auslassen und/oder keine lange Pausen zwischen ihnen.
3. Mindestens 8 Gläser Flüssigkeit pro Tag trinken, vor allem gutes
(Mineral-) Wasser oder koffeinfreie Getränke (z.B. Pflanzentees).
4. Höchstens 3 Tassen Schwarz-, Grüntee und
Kafee.
5. Keine oder nur wenig alkoholische, süsse und Getränke mit Bläschen.
6. Langsam steigen die Menge von fasenreichen Nahrungsmittel (Vollkornprodukte).
7. Reduzieren Einnahme von schwer verdaubaren Kohlenhydraten (Fertigprodukte und wiedergekochte Speisen).
Je nach dem wie man Speisen zubereitet, kann für die Entstehung
und den Verlauf der Nahrungsmittelunverträglichkeiten und –allergien
entscheidend sein. Kochen, Braten, Einfrieren, Trocknen, Einsalzen,
Rösten, Räuchern kann die Reaktion sowohl begünstigen wie
mindern.
Wird der Dünndarm, unter welchen Umständen auch
(Infektionen, Unverträglichkeiten,
Antibiotika), mit einer übermässigen
Menge von falschen Bakterien besiedelt, entsteht eine Laktoseintoleranz.
Dies führt weiter sowohl zu Reizdarm wie zu Fibromyalgie,
die oft zusammen vorkommen. Den Autoren, die diese Zusammenhänge entdeckt
haben, gelang es mit Antibiotika nicht nur die
Laktoseunverträglichkeit, sondern auch den Reizdarm
und die Fibromyalgie erfolgreich zu bekämpfen. Mit Hilfe der NAET-Methode
und sog. Probiotika erreichen
wir es auf weniger aggressive Weise, ohne der Nachteile,
welche die Anwendung von Antibiotika mit sich bringt.
Patienten mit Reizdarm leiden
häufig nicht nur unter Fibromyalgie und
chronischer Müdigkeit, sondern auch unter sexuellen Problemen,
Reizblase, Kopf- und Rückenschmerzen,
Restless Legs und Schlafstörungen.
Dass eine Allergie oder Unverträglichkeit nicht
nur eine Ursache hat, wurde erneut bestätigt: Bei Patienten mit
Asthma
und chronischem Schnupfen (allergische
Rhinitis), die auf Milben reagierten, brachten Massnahmen, die
die Milben-Belastung verringern, keinen messbaren Erfolg. In
der Diskussion dazu wenden mehrere Autoren ein, dass diese
Krankheiten mehrere Ursachen haben, und wenn man nur eine davon
beseitigt, kann man keinen wesentlichen, messbaren Erfolg verbuchen.
Es gibt auch allgemeine Massnahmen, die die
Beschwerden lindern. Man findet sie unter "Blähungen
und wie man essen soll" und "Colitis
ulcerosa und Ernährung".
Manchmal will man bei Verstopfung wissen, wie lange die Nahrung
im Darm verweilt. Es gibt dazu verschiedene komplizierte Verfahren.
Einfach kann man es nach Stuhlbeschaffenheit schätzen:

Bauchschmerzen bei Säuglingen
(Dreimonatskoliken) und Kleinkindern werden oft durch die
Nahrungsmittel verursacht, die das Kind oder die stillende Mutter zu
sich nimmt, berichtet eine Fachzeitschrift
für Hausärzte.
Die Verdauungsschwäche (Dyspepsie) ist
eigentlich eine Mischung von beiden oben genannten und schwer von
ihnen abzugrenzen. Sie hat auch drei Formen, die Magendyspepsie, bei
der man die Beschwerden eher in der Magengegend (Mitte Oberbauch),
oft mit dem Sodbrennen verbunden spürt. Die Rolle der Infektion des
Magens mit Helicobacter pylori dabei ist nicht klar und
umstritten. Die zweite Form ist die Gallendyspesie, bei der die
Beschwerden eher im rechten Oberbauch eintreten und in Zusammenhang
mit der veränderten Gallenzusammensetzung und deren vermindertem
Fluss gebracht werden. Die dritte Form ist die Darmdyspepsie,
praktisch dem Reizdarm gleich. Die erste Hauptmassnahme ist, die
Speisen, die die Beschwerden verursachen, zu meiden.

Wenn die Beschwerden neu eintreten, ist es ratsam,
zuerst einen Arzt aufzusuchen, um andere Gründe auszuschliessen.
Bei der Refluxkrankheit findet man bei der Magenspiegelung
(Gastroskopie) manchmal eine veränderte Schleimhaut. Oft kann man,
wie auch bem Reizdarm und bei der Verdauungsschwäche, keine Änderungen
feststellen - sie gehören zu sogenannten den funktionellen
Krankheiten, bei welchen eben nur die Funktion der Organe und ihr
Zusammenspiel beeinträchtigt sind.

Über die Rolle der Allergien und Unverträglichkeiten
bei der Entstehung der Dyspepsie und des Reizdarmes erschien vor
Kurzem ein ausgezeichneter Übersichtsartikel aus der angesehener
Mayo Klinik (Park M-I, Camilleri M: Is there a role of food allergy
in iiritable bowel syndrome and functional dyspepsia? A systematic
review. Neuragastroeneterol Motil 2006;18:595-607), dessen Text wir
Interessierten gene zusenden.
Wie kann man
wissen, welche Speisen die Beschwerden verursachen?
Man kann beobachten, nach welchen Speisen die
Beschwerden auftreten. Wegen der komplizierten Zusammensetzung
unserer Mahlzeiten ist dies nicht so einfach. Z. B. beschuldigt man
nicht selten Salat oder gewisse Gemüse für die Blähungen und in
der Tat werden sie durch Essig in der Salatsauce
oder durch Milch in den anderen Saucen
verursacht. Ein Rotationsschema und
einfache, übersichtliche Mahlzeiten, wie man sie in unseren
Rezepten finden kann, helfen bei der Suche nach den Übeltätern.
Die NAET - Methode hilft nicht nur bei der
Suche nach den verschlechternden Nahrungsmitteln und anderen Auslösern
(Triggern), sondern sie können die krankhafte Reaktion auf die
Reize verringern, bremsen. Der Erfolg
wird durch die Rotation beschleunigt und
befestigt. Beide Behandlungen, die NAET
und die Rotation, ergänzen und unterstützen sich gegenseitig. Auch
die Bestimmung der Lebensmittel-IgG
vereinfacht und erleichtert die Suche.
In der angesehenen gastroenterologischen Fachzeitschrift Gut
(=Darm) erschien eine
wissenschaftliche Arbeit mit einem
Kommentar, Beide zeigen, dass die Auslassdiät gemäss der Lebensmittel-IgG-Bestimmung
beim Reizdarm wirksam ist. Vor 3 Jahren versuchten wir eine ähnliche
Arbeit in der Schweiz durchzuführen. Leider fanden wir kein
gastroenterologisches Zentrum zur nötigen Zusammenarbeit. Wir würden
auch die NAET-Methode gerne beim Reizdarm
und/oder anderen Krankheiten ähnlich überprüfen.
Wie lange muss man die
Nahrungsmittel aus der Nahrung weglassen?
Diese Frist kann wie bei anderen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
je nach Nahrungsmittel verschieden sein. Manche kann man bereits
nach Wochen, andere erst nach Monaten oder Jahren, manche nie mehr
im Leben essen, ohne dass die Beschwerden wieder eintreten. Auch
nach dem Erfolg ist es vorteilhaft, keine zu grossen Mengen und
nicht die längere Zeit nacheinander wieder davon zu konsumieren,
sondern lieber zu rotieren.
Gibt es nicht etwas Einfacheres,
weniger Mühsames als die Ernährung zu ändern?
Es gibt viele verschiedene, teilweise sehr teure
Medikamente, die meistens nicht dauernd helfen. Man nennt sie auch
symptomatisch, da sie nur die Symptome, die Zeichen der Krankheit
mildern, an den Ursachen der Krankheit jedoch nichts ändern. Wenn
sich die Beschwerden unter den Medikamenten wieder melden, ist man
verunsichert und meistens erwartet man eine Wiederholung der
verschiedenen, nicht angenehmen Untersuchungen. Einer der Gründe,
wenn nicht der Hauptgrund, die Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
können nur mit den Änderungen der Ernährung
wirksam bekämpft. Der grosse Vorteil dabei ist, dass der allgemeine
Gesundheitszustand dabei auch bessert. Nach der NAET-Behandlung
muss man die Nahrungsmittel, die die Beschwerden verursachen,
weniger streng oder überhaupt nicht meiden.
Mehr Einzelheiten über Reizdarm finden Sie z. B.
unter www.dr-walser.ch/colon_irritabile.htm
und www.igibs.ch.
* "Auf Grund der hier präsentierter
Analyse schliesse ich einmal mehr, dass bei einem IBS (Irritable
Bowel Syndrome = Reizdarm) nach einer gründlichen Ernährungs-Anamneseerhebung
als erstes unverträgliche Nahrungsmittel weggelassen
werden müssen" schreibt der schulmedizinische Schweizer
Gastroenterologe M. Giger in der sehr kritischen Fachzeitschrift
"infomed-screen" (2003;7:33).
Für individuellen Zugang bei der Suche nach den verannwortlichen
Lebensmitteln plädiert auch eine Expertengruppe,
die gleichzeitig vor der unkritischen Anwendung von Faserstoffen
warnt.
Über Bedeutung von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten
bei diesen Krankheiten informieren folgende Artikel:
-
Caroccio A, Iacono G:
Chronic Obstipation and food hypersensitivity - an intringuing
relationship. Aliment Pharmacol Therap 2006;24:1295-304.
-
Murch S; Allergy and
intestinal dysmotility – evidence of genuine causal linkage?
Curr Opin Gastroenterol 2006;22:664-8.
-
Louis-Jacques J,
Perma JA: Gastroduodenal disorders in children. Curr Opin
Gastroenterol 2000;16:522-6.
-
Allen KJ, Hill DJ,
Heine RG: Food allergy in childhood. Med J Austr
2006;185:394-400.
-
Weidenhiller M: Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Med Monatschr Pharm 2006;29:1-8.
-
Souza RF, et al: Gastroeosophageal reflux might
cause esophagitis through a cytokine-mediated mechanism rather
than caustic acid injury. Gastroeneterology 2009;137:1776-84.
Wir können Ihnen die Volltexte zusenden.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
Nach oben
|