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Letzte redaktionelle Änderung 3.1.2010
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Colitis
ulcerosa und Ernährung*
Unter den chronischen
entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis
ulcerosa leiden Menschen mit gewissen angeborenen (genetischen)
Voraussetzungen. In den industrialisierten Ländern kamen
diese Krankheiten in den letzten Jahrzehnten immer häufiger
vor. Vor allem Colitis ulcerosa verläuft in Schüben:
Zeiten mit Beschwerden wechseln mit beschwerdefreien
Abschnitten. Beides spricht für eine grosse Rolle der
Umwelteinflüsse, zu denen auch Ernährung gehört.

Nach bisherigen Kenntnissen kann
sich Ernährung auf folgende Weise an der Entstehung der
Colitis ulcerosa und ihren Schüben beteiligen:
Schwefelhaltige
Nahrungsmittel. Aus ihnen entsteht im Darm
(giftiger) Hydrogensulfit (H2S), der die
Bakterienzusammensetzung ändert, die Durchlässigkeit
der Darmschleimhaut vergrössert. Das Immunsystem
reagiert auf die zunehmende Zahl der belastenden Stoffe
mit einer Entzündung. Schwefelhaltige Nahrungsmittel
sind:
Tierische Eiweisse:
(Rotes) Fleisch, Milch, Käse, Milchprodukte, Eier. Sie
enthalten für den Aufbau und die Funktion des Körpers
wichtige (essentielle) schwefelhaltige Aminosäuren.
Jedoch in einer zu grossen Menge eingenommen, können sie
nicht vom Dünndarm vollständig aufgenommen werden,
gelangen in den Dickdarm, wo sie die Fäulnisbakterien
in Hydrogensulfit umwandeln. Man sollte Frischkäse dem
alten, harten Käse vorziehen, da ersterer mehr Wasser,
somit weniger schwefelhaltiges Milcheiweiss
(Casein) enthält.
Fertigprodukte
(auch Schokolade, Brot) werden Schwefelverbindungen als
Zusatzstoffe* beigefügt. Dasselbe gilt auch für
Gedörrtes
Obst (ausser aus Reform- und Bioläden),
Soft
Getränke (Fertigprodukt) und
Alkoholische
Getränke.
Sulfathaltige
Mineralwasser. Es gibt
Mineralwasser mit wenig und viel Sulfat, wie Sie auf unserer
Seite über Mineralwasser erfahren können. Auch
Sulfat wird im Darm zu Hydrogensulfit umgewandelt.
Alles, was Blähungen
und Reizdarm beeinflusst,
kann auch Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
verschlimmern.
In einer Studie wurde
gefunden, dass die Patienten vor dem Ausbruch der Krankheit
vermehrt tierische Fette
(Fleisch, Käse, Butter) konsumierten. In einer
anderen war es gewöhnlicher Zucker
(Sacharose). Wurstwaren vereinigen alle diese negativen
Einflüsse. Sie enthalten sowohl Fleisch, Fett wie auch
Schwefelverbindungen als Zusatzstoffe. Oft enthalten sie sogar
auch Milchzucker!
Auf Ähnlichkeit gewisser
Zusatzstoffe mit Fetten der Bazillen der Tuberculose weist
ein Spezialist für Infektionskrankheiten aus Wien. Sie
können damit die entzündliche Reaktion bei M. Crohn,
vielleicht auch bei Colitis ulcerosa hervorrufen.
Zusatzstoffe können die
Einnahme von
Pflanzlichen
Ölen, sowie von
fasern-
und balaststoffhaltigem Gemüse und Obst, die auch
viel
Antioxydantien
enthalten,
vermindern. Diese jedoch
tragen dazu bei, dass man weniger und leichtere Schübe der
Colitis hat. Die Zugabe von Antioxidantien und Vitaminen
oder ihrer Mischungen zeigte leider nicht dieselbe erwünschte
Wirkung. Offensichtlich ist nur ihre natürliche grosse
Vielfalt und Mischung für den günstigen Einfluss von
Gemüse und Obst verantwortlich.
Diese Umstellung
der Ernährung auf weniger Fleisch, Fett, Zucker,
Fertigprodukte und mehr Gemüse und Obst kann nicht
schaden, da sie für die Gesundheit allgemein
vorteilhaft ist.
Patienten mit Colitis
ulcerosa, vor allem mit den schwereren Verläufen, können
aus dem Darm bluten und unter Eisen-
und Vitamin B12- Mangel leiden. Falls sie dann Eisen brauchen, sollen sie es zusammen
mit Vitamin C und E einnehmen. Sonst können die
Eisenpräparate die Oxidation erhöhen, sog. oxidativen
Stress verursachen.
Sie sollen auch Antibiotika
und Schmerzmittel möglichst meiden. Antibiotika
stören die normale Darmflora,
worauf Patienten mit Colitis ulcerosa empfindlich reagieren.
Schmerzmittel (sog. nichtsteroidale Antirheumatika) begünstigen
die Entzündung bei dieser Krankheit, im Unterschied zu
Rheuma, bei welcher sie hemmend wirken.
Die Darmschleimhaut produziert bei
Colitis ulcerosa und Morbus Crohn weniger Stoffe (Defensine),
die das Wachstum der Bakterien hemmen, was zur Entzündung
beitragen soll.
Die Dickdarmschleimhaut scheidet bei
Colitis ulcerosa weniger Lecithin (eine Art Fett) aus, das die
Schleimhaut schützt. Die Wissenschaftler der Heidelberger
Universität untersuchen die Wirkung einer besonderen Form
des Lecithins, die eingenommen, nicht verdaut wird und die das
natürliche Lecithin im Dickdarm ersetzten soll. Für
ihre Untersuchung suchen
sie Patienten mit Colitis ulcerosa.
Gewisse
Bakterien (Mutaflor
und Escherichia coli, Stamm Nissle) sollen sich
besonders günstig auf den Verlauf von Colitis ulcerosa
auswirken. In der Remission (Besserungsphase)
eingenommen, verzögern und vermindern sie einen
erneuten Schub.
Diese Gründe und
Massnahmen gelten für jeden Patienten mit Colitis
ulcerosa. Persönliche Nahrungsunverträglichkeiten
und Störungen der Darmflora
spielen jedoch auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung
und beim Verlauf der Krankheit. Die Unverträglichkeiten
kann man z.B. mit NAET-Methode, oder
mittels der Bestimmung der Nahrungsmittel-IgG
bestimmen und dann entweder mit NAET direkt, oder durch
Rotation indirekt behandeln. Darüber
informieren unsere spezielle Seiten: "NAET",
"NAET-Behandlung",
"Untersuchung und
Behandlung von Unverträglichkeiten und Allergien", "
Gesund durch Rotationsernährung"
und "Störungen
des Immunsystems durch die Eintönigkeit der Ernährung".
In einer Gesundheitssendung „Puls“
des Schweizer Fernsehens berichtete eine Patientin mit M.
Crohn, der bereits neunmal ein Stück ihres entzündeten
Darmes entfernt wurde, dass es ihr gut geht, wenn sie fastet,
schlecht, wenn sie isst. Offensichtlich hat sie noch niemand
aufmerksam gemacht, dass, wenn sie ihre Nahrungsmittel
auswählen würde, kämen
die Schübe der Entzündung mindestens seltener und
weniger stark, der Verlauf der Krankheit würde milder.
Colitis ulcerosa gehört
zu den sog. Autoimmunkrankheiten. Bitte lesen Sie darüber
unter „Autoimmunkrankheiten und
Umwelteinflüsse, unter besonderer Berücksichtigung
der Ernährung“. Wie Sie Ihre Verdauung allgemein
bessern können, erfahren Sie hier.
* Verwendete Literatur:
Dear KLE,
Hunter JO: Irritable bowel syndrome, Crohn's disease and
ulcerative colitis. In Food allergy and intolerance. Brostoff
J, Challacombe SJ (eds), 2nd ed, Saunders, London, 2002,
pp 581-94.
Ford RPK,
Walker-Smith J: Paediatric gastrointestinal food-allergic
disease. In Food allergy and intolerance. Brostoff J,
Challacombe SJ (eds), 2nd ed, Saunders, London, 2002, pp
595-605.
Jowett
SL, et al: Influence of dietary factors on the clinical course
of ulcerative colitis. Gut
2004;53:1479-84.
Tilg H,
Kaser A: Diet and relapsing colitis: take off the meat? Gut
2004;53:1399-41.
Seibold F: Food-Induced Immune
Responses as Origin of Bowel Disease? Digestion
2005;71:251-260.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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