Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
Anmeldung T: 071 250 15 18 Fax: 071 250 15 19 E-mail: Peter.J.Marko@hin.ch


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Letzte redaktionelle Änderung 3.1.2010

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Colitis ulcerosa und Ernährung* 

 

Unter den chronischen entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leiden Menschen mit gewissen angeborenen (genetischen) Voraussetzungen. In den industrialisierten Ländern kamen diese Krankheiten in den letzten Jahrzehnten immer häufiger vor. Vor allem Colitis ulcerosa verläuft in Schüben: Zeiten mit Beschwerden wechseln mit beschwerdefreien Abschnitten. Beides spricht für eine grosse Rolle der Umwelteinflüsse, zu denen auch Ernährung gehört.

Nach bisherigen Kenntnissen kann sich Ernährung auf folgende Weise an der Entstehung der Colitis ulcerosa und ihren Schüben beteiligen: 

Schwefelhaltige Nahrungsmittel. Aus ihnen entsteht im Darm (giftiger) Hydrogensulfit (H2S), der die Bakterienzusammensetzung ändert, die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut vergrössert. Das Immunsystem reagiert auf die zunehmende Zahl der belastenden Stoffe mit einer Entzündung. Schwefelhaltige Nahrungsmittel sind:

  • Tierische Eiweisse: (Rotes) Fleisch, Milch, Käse, Milchprodukte, Eier. Sie enthalten für den Aufbau und die Funktion des Körpers wichtige (essentielle) schwefelhaltige Aminosäuren. Jedoch in einer zu grossen Menge eingenommen, können sie nicht vom Dünndarm vollständig aufgenommen werden, gelangen in den Dickdarm, wo sie die Fäulnisbakterien in Hydrogensulfit umwandeln. Man sollte Frischkäse dem alten, harten Käse vorziehen, da ersterer mehr Wasser, somit weniger schwefelhaltiges Milcheiweiss (Casein) enthält. 

  • Fertigprodukte (auch Schokolade, Brot) werden Schwefelverbindungen als Zusatzstoffe* beigefügt. Dasselbe gilt auch für

  • Gedörrtes Obst (ausser aus Reform- und Bioläden),

  • Soft Getränke (Fertigprodukt) und

  • Alkoholische Getränke.

  • Sulfathaltige Mineralwasser. Es gibt Mineralwasser mit wenig und viel Sulfat, wie Sie auf unserer Seite über Mineralwasser erfahren können. Auch Sulfat wird im Darm zu Hydrogensulfit umgewandelt.

  • Alles, was Blähungen und Reizdarm beeinflusst, kann auch Colitis ulcerosa und Morbus Crohn verschlimmern. 

In einer Studie wurde gefunden, dass die Patienten vor dem Ausbruch der Krankheit vermehrt tierische Fette (Fleisch, Käse, Butter)  konsumierten. In einer anderen war es gewöhnlicher Zucker  (Sacharose). Wurstwaren vereinigen alle diese negativen Einflüsse. Sie enthalten sowohl Fleisch, Fett wie auch Schwefelverbindungen als Zusatzstoffe. Oft enthalten sie sogar auch Milchzucker!  

Auf Ähnlichkeit gewisser Zusatzstoffe mit Fetten der Bazillen der Tuberculose weist ein Spezialist für Infektionskrankheiten aus Wien. Sie können damit die entzündliche Reaktion bei M. Crohn, vielleicht auch bei Colitis ulcerosa hervorrufen.

Zusatzstoffe können die Einnahme von 

  • Pflanzlichen Ölen, sowie von

  • fasern- und balaststoffhaltigem Gemüse und Obst, die auch viel

  • Antioxydantien enthalten, 

vermindern. Diese jedoch tragen dazu bei, dass man weniger und leichtere Schübe der Colitis hat. Die Zugabe von Antioxidantien  und Vitaminen oder ihrer Mischungen zeigte leider nicht dieselbe erwünschte Wirkung. Offensichtlich ist nur ihre natürliche grosse Vielfalt und Mischung für den günstigen Einfluss von Gemüse und Obst verantwortlich.

Diese Umstellung der Ernährung auf weniger Fleisch, Fett, Zucker, Fertigprodukte und mehr Gemüse und Obst kann nicht schaden, da sie für die Gesundheit allgemein vorteilhaft ist. 

Patienten mit Colitis ulcerosa, vor allem mit den schwereren Verläufen, können aus dem Darm bluten und unter Eisen- und Vitamin B12- Mangel leiden. Falls sie dann Eisen brauchen, sollen sie es zusammen mit Vitamin C und E einnehmen. Sonst können die Eisenpräparate die Oxidation erhöhen, sog. oxidativen Stress verursachen. 

Sie sollen auch Antibiotika und Schmerzmittel möglichst meiden. Antibiotika stören die normale Darmflora, worauf Patienten mit Colitis ulcerosa empfindlich reagieren. Schmerzmittel (sog. nichtsteroidale Antirheumatika) begünstigen die Entzündung bei dieser Krankheit, im Unterschied zu Rheuma, bei welcher sie hemmend wirken. 

Die Darmschleimhaut produziert bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn weniger Stoffe (Defensine), die das Wachstum der Bakterien hemmen, was zur Entzündung beitragen soll.  

Die Dickdarmschleimhaut scheidet bei Colitis ulcerosa weniger Lecithin (eine Art Fett) aus, das die Schleimhaut schützt. Die Wissenschaftler der Heidelberger Universität untersuchen die Wirkung einer besonderen Form des Lecithins, die eingenommen, nicht verdaut wird und die das natürliche Lecithin im Dickdarm ersetzten soll. Für ihre Untersuchung suchen sie Patienten mit Colitis ulcerosa.

Gewisse Bakterien (Mutaflor und Escherichia coli, Stamm Nissle) sollen sich besonders günstig auf den Verlauf von Colitis ulcerosa auswirken. In der Remission (Besserungsphase) eingenommen, verzögern und vermindern sie einen erneuten Schub.

Diese Gründe und Massnahmen gelten für jeden Patienten mit Colitis ulcerosa. Persönliche Nahrungsunverträglichkeiten und Störungen der Darmflora spielen jedoch auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung  und beim Verlauf der Krankheit. Die Unverträglichkeiten kann man z.B. mit NAET-Methode, oder mittels der Bestimmung der Nahrungsmittel-IgG bestimmen und dann entweder mit NAET direkt, oder durch Rotation indirekt behandeln. Darüber informieren unsere spezielle Seiten:  "NAET", "NAET-Behandlung", "Untersuchung und Behandlung von Unverträglichkeiten und Allergien", " Gesund durch Rotationsernährung" und "Störungen des Immunsystems durch die Eintönigkeit der Ernährung".  

In einer Gesundheitssendung „Puls“ des Schweizer  Fernsehens berichtete eine Patientin mit M. Crohn, der bereits neunmal ein Stück ihres entzündeten Darmes entfernt wurde, dass es ihr gut geht, wenn sie fastet, schlecht, wenn sie isst. Offensichtlich hat sie noch niemand aufmerksam gemacht, dass, wenn sie ihre Nahrungsmittel auswählen würde, kämen die Schübe der Entzündung mindestens seltener und weniger stark, der Verlauf der Krankheit würde milder. 

Colitis ulcerosa gehört zu den sog. Autoimmunkrankheiten. Bitte lesen Sie darüber unter „Autoimmunkrankheiten und Umwelteinflüsse, unter besonderer Berücksichtigung der Ernährung“. Wie Sie Ihre Verdauung allgemein bessern können, erfahren Sie hier

* Verwendete Literatur:

  • Dear KLE, Hunter JO: Irritable bowel syndrome, Crohn's disease and ulcerative colitis. In Food allergy and intolerance. Brostoff J, Challacombe SJ (eds), 2nd ed, Saunders, London, 2002,  pp 581-94.

  • Ford RPK, Walker-Smith J: Paediatric gastrointestinal food-allergic disease. In Food allergy and intolerance. Brostoff J, Challacombe SJ (eds), 2nd ed, Saunders, London, 2002, pp 595-605.

  • Jowett SL, et al: Influence of dietary factors on the clinical course of ulcerative colitis. Gut 2004;53:1479-84.

  • Tilg H, Kaser A: Diet and relapsing colitis: take off the meat? Gut 2004;53:1399-41.

  • Seibold F: Food-Induced Immune Responses as Origin of Bowel Disease? Digestion 2005;71:251-260.

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