Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Betr.: Hess B: Nephrolithiasis. Schweiz Med Forum 2001;1(46):1119-27.

Sehr geehrte Redaktion

In diesem interessanten, für die Praxis sehr nützlichen Artikel wird auch auf die entscheidende Rolle der Ernährung bei der Entstehung der Nierensteine hingewiesen. Die noch nicht allgemein verbreiteten Fakten und Schlussfolgerungen möchte ich ergänzen:

  1. Nebst der 5 Urinparameter (pH, Kalzium, Oxalat, Harnsäure und Zitrat), die von der Ernährung abhängen, beeinflusst auch das Kalium wesentlich die Bildung der Nierensteine.
  2. Ähnlich dem Zitrat, das bei Azidose das pH der Zelle puffern hilft und deswegen im Urin weniger ausgeschieden wird, wirkt das Kalium gegen die Bildung der Nierensteine indirekt in den Zellen der Nierentubuli und direkt im Urin.
  3. Das Natrium als Ion des extrazellulären Raumes wird in den Zellen nicht gehalten und deswegen fehlt ihm die Wirkung gegen die Bildung der Nierensteine, auch wenn es in Form des Natriumzitrats eingenommen wird. Ähnlich wirkt gegen die Osteoporose nur Kalium- und nicht Natriumcarbonat.
  4. Direkt, im Urin ausgeschieden, bindet sich Kalium mit Oxalat. Kalium als starker Ion (K+)wird dabei dem schwächeren Doppelion Kalzium (Ca++)vorgezogen. Kaliumoxalat ist wesentlich besser löslich als Kalziumoxalat und bildet keine Steine.
  5. Dies erklärt, warum nur fasernreiche natürliche Kost (Salat, Gemüse, Früchte, Nüsse, Vollkornprodukte) und nicht künstliche Faserpräparate gegen die Bildung der Nierensteine wirkt. Ersten enthalten viel, letztere kaum Kalium.
  6. Umgekehrt, alles was die azidotische Lage verstärkt, und das tun vor allem die nichtmetabolisierbaren starken Säuren Sulfat und Phosphat, verstärkt die Nierensteinbildung.
  7. Diese Säuren sind vor allem in Fleisch und Käse enthalten. Leute, die viel Fleisch und Käse essen, konsumieren schon aus Sättigungsgründen, aber meistens auch wegen der Abneigung (im besten Falle relativ) wenig der oben (P. 5) genannten Kaliumspender. Damit tragen sie in beiden Fällen (viel Säure, wenig Kalium) zur Bildung der Nierensteine bei.
  8. Die erste praktische ernährungstechnische Konsequenz: wir können Milch und Joghurt als Kalziumspender empfehlen, nicht jedoch Käse, in welchem der Schwefel (aus Kasein) und das Phosphat angereichert sind. Wie wir gesehen haben, ist Kalium sowieso gegen die Bildung der Nierensteine viel wichtiger als das Kalzium.
  9. Die zweite praktische Konsequenz: die Patienten mit Nierensteinen sollten viel trinken, aber nicht die phosphatreichen Cola-Getränke.
  10. Es war schon lange bekannt, dass die Thiazide die Ausscheidung des Kaliums im Urin fördern und die des Kalziums mindern. Man kennt inzwischen den genauen molekulären Mechanismus dafür. Wegen der kalziumminderndern Wirkung auf den Urin wurden sie gegen die Nierensteinebildung empfohlen. Da sie auf das Kalium gegensätzlich wirken (Verlust in den Zellen, Anreicherung im Urin), kann man jedoch keine überzeugenden Effekte erwarten und wir sollen sie nicht mehr zu diesem Zweck einsetzen.

Man kann nicht genug betonen, wie es auch Kollege Hess getan hat, dass die gesunde, ausgewogene, basisch betonte Ernährung die beste und wirksamste primäre und sekundäre Prophylaxe ist, nicht nur gegen Bildung der Nierensteine, sondern auch gegen alle Zivilisationkrankheiten.

Mit freundlichen Grüssen

P. Marko

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