|
Unsere
ganze Homepage können Sie hier
nach Worten und Begriffen durchsuchen.
Betr.: Hess B: Nephrolithiasis. Schweiz Med Forum
2001;1(46):1119-27.
Sehr geehrte Redaktion
In diesem interessanten, für die Praxis sehr
nützlichen Artikel wird auch auf die entscheidende
Rolle der Ernährung bei der Entstehung der Nierensteine
hingewiesen. Die noch nicht allgemein verbreiteten
Fakten und Schlussfolgerungen möchte ich ergänzen:
- Nebst der 5 Urinparameter (pH, Kalzium, Oxalat,
Harnsäure und Zitrat), die von der Ernährung
abhängen, beeinflusst auch das Kalium wesentlich
die Bildung der Nierensteine.
- Ähnlich dem Zitrat, das bei Azidose das pH der
Zelle puffern hilft und deswegen im Urin weniger
ausgeschieden wird, wirkt das Kalium
gegen die Bildung der Nierensteine indirekt
in den Zellen der Nierentubuli und direkt im
Urin.
- Das Natrium als Ion
des extrazellulären Raumes wird in den Zellen nicht
gehalten und deswegen fehlt ihm die Wirkung gegen
die Bildung der Nierensteine, auch wenn es in Form
des Natriumzitrats eingenommen wird. Ähnlich wirkt
gegen die Osteoporose nur
Kalium- und nicht Natriumcarbonat.
- Direkt
, im Urin ausgeschieden, bindet sich
Kalium mit Oxalat. Kalium als starker Ion (K+)wird
dabei dem schwächeren Doppelion Kalzium (Ca++)vorgezogen.
Kaliumoxalat ist wesentlich besser löslich als
Kalziumoxalat und bildet keine Steine.
- Dies erklärt, warum nur fasernreiche natürliche
Kost (Salat, Gemüse, Früchte, Nüsse,
Vollkornprodukte) und nicht künstliche
Faserpräparate gegen die Bildung der Nierensteine
wirkt. Ersten enthalten viel, letztere kaum Kalium.
- Umgekehrt, alles was die azidotische Lage
verstärkt, und das tun vor allem die
nichtmetabolisierbaren starken Säuren Sulfat
und Phosphat,
verstärkt die Nierensteinbildung.
- Diese Säuren sind vor allem in Fleisch und Käse
enthalten. Leute, die viel Fleisch und Käse essen,
konsumieren schon aus Sättigungsgründen, aber
meistens auch wegen der Abneigung (im besten Falle
relativ) wenig der oben (P. 5) genannten
Kaliumspender. Damit tragen sie in beiden Fällen
(viel Säure, wenig Kalium) zur Bildung der
Nierensteine bei.
- Die erste praktische ernährungstechnische
Konsequenz: wir können Milch und Joghurt als
Kalziumspender empfehlen, nicht jedoch Käse, in
welchem der Schwefel (aus Kasein) und das Phosphat
angereichert sind. Wie wir gesehen haben, ist Kalium
sowieso gegen die Bildung der Nierensteine viel
wichtiger als das Kalzium.
- Die zweite praktische Konsequenz: die Patienten
mit Nierensteinen sollten viel trinken, aber nicht
die phosphatreichen Cola-Getränke.
- Es war schon lange bekannt, dass die Thiazide die
Ausscheidung des Kaliums im Urin fördern und die
des Kalziums mindern. Man kennt inzwischen den
genauen molekulären Mechanismus dafür. Wegen der
kalziumminderndern Wirkung auf den Urin wurden sie
gegen die Nierensteinebildung empfohlen. Da sie auf
das Kalium gegensätzlich wirken (Verlust in den
Zellen, Anreicherung im Urin), kann man jedoch keine
überzeugenden Effekte erwarten und wir sollen sie
nicht mehr zu diesem Zweck einsetzen.
Man kann nicht genug betonen, wie es auch Kollege
Hess getan hat, dass die gesunde, ausgewogene, basisch
betonte Ernährung die beste und wirksamste primäre und
sekundäre Prophylaxe ist, nicht nur gegen Bildung der
Nierensteine, sondern auch gegen alle
Zivilisationkrankheiten.
Mit freundlichen Grüssen
P. Marko
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
Nach
oben
|