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Letzte redaktionelle Änderung 5.11.2006
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und Begriffen durchsuchen.
Blähungen
oder wie man essen soll*
Kurzfristige Blähungen deuten auf einen Ernährungsfehler
hin, der zu Verdauungsstörung und Ungleichgewicht der Darmbakterien
führt. Bei längerfristigen Blähungen sind die Begleitumstände
wichtig: Schmerzen, Koliken, Stuhlunregelmässigkeiten,
Gewichtsverlust, Müdigkeit. Sie sind Anlass zur ärztlichen
Untersuchung. Wenn der Arzt Infektionen, Entzündungen und
Krebserkrankung des Magen-Darm-Traktes, Störungen der
Bauchpeicheldrüse, Leber und der Gallenwege ausschliesst, kommen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
im engen Sinne des Wortes in Frage. Die häufigste ist die Laktose
(Milchzucker) - Unverträglichkeit. Dabei produzieren die
Darmzellen eine ungenügende Menge des Enzyms, das die Laktose in
ihre zwei resorbierbaren Bestandteile (Glukose und Galaktose)
spaltet. Die nicht gespaltene Laktose gelangt in den Dickdarm, wird
dort von Bakterien verwertet, wobei vermehrt Gas und andere
darmreizende Stoffe entstehen. Diese Bakterien können dann sogar in
die unteren Teile des Dünndarmes durchdringen, wo sie sonst nichts
zu suchen haben und noch mehr Beschwerden verursachen. Ähnlich ist
es bei der selteneren Fruchtzuckerintoleranz und bei Ungleichgewicht
zwischen den verschiedenen Sorten von Darmbakterien, wie es durch
Antibiotika und Ernährungsfehler (einseitige Ernährung vor allem
mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln) entstehen kann.
Wenn sowohl Darmentzündungen wie Intoleranzen
im engen Sinne ausgeschlossen werden, bleiben verschiedene
Ursachen der Blähungen und Nahrungsmittelunverträglichkeiten
im breiten Sinne des Wortes.

Die Ursachen:
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Mangelndes Kauen.
Die Verdauung beginnt durch die Enzyme aus dem Speichel bereits
im Mund, und wenn die Speisen hier gründlich zerkleinert und
zermalmt werden, erleichtert es ihre weitere Verarbeitung in den
tieferen Abschnitten des Magen-Darm-Traktes. Je besser verdaut,
desto leichter werden die Bestandteile aus dem Darm ins Blut
aufgenommen, und desto weniger Reste bleiben für das Wachstum
der Bakterien, für die Störung ihrer Zusammensetzung, deren
Folgen oben bei der Laktoseintoleranz
geschildert wurden. Je länger wir den Geschmack einer Speise spüren,
desto besser weiss der weitere Teil des Magen-Darm-Traktes,
welche Säfte er für deren Verdauung bereitstellen soll. In der
Regel soll man jeden Biss ca. 30 Mal kauen, was selbstverständlich
auch von dessen Zusammensetzung abhängt: je komplexer, härter,
desto mehr. Das Kauen ist auch bei den leider immer häufigeren Essstörungen
sehr wichtig!
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Man
soll gemischt, nicht einseitig essen:
Jede grössere Mahlzeit (möglichst auch kleinere
Zwischenmahlzeiten) sollen aus allen drei mengenmässig
Hauptbestandteilen, aus Kohlenhydraten, Eiweissen und Fetten
bestehen (wie Sie sehen, sind wir keine Anhänger von
Trennkost). Überwiegen die einfachen Kohlenhydrate (.z. B. isst
man nur Früchte) wird eine Art der Bakterien, eventuell auch Pilzen
vermehrt wachsen. Essen wir nur Eiweiss (Fleisch, Käse, Eier)
wachsen Bakterien, die die Bestandteile der Eiweisse, die Aminosäuren,
für ihr Wachstum brauchen. Diese Folgen haben wir unter " Über
Ernährung und Stuhl(gang), Stuhlbakterien, Antibiotika und
Krankheiten" und "Darmbakterien"
beschrieben. Wenn man sehr viel Fett ohne genügend
Kohlenhydrate und Eiweisse isst, geschieht etwas Ähnliches wie
während der Bauchspeicheldrüsenunterfunktion und unter dem
Medikament Xenical - das nicht verdaute Fett bindet sich mit
Kalzium, und so entstehen blähungen- und durchfallerzeugende
Seifen.
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Die Früchte
sind süss, weil sie einfache Zucker enthalten. Diese können,
vor allem in grösseren Mengen verspiesen, zu Gärungen führen,
wie wir es in P. 1 beschrieben haben. Deswegen sollten sie nicht
nach einer Mahlzeit (z. B. als Dessert) konsumiert werden,
sondern mindestens 1/2 Stunde vorher. Sie werden dann schneller
verdaut als der Rest der Mahlzeit, verweilen nicht lange im
Magen, können problemlos verstoffwechselt werden, da sie sich
nicht mit den anderen Bestandteilen der Mahlzeit mischen.
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Aus
dem oben genannten Grund sollen verdauungsempfindliche Menschen
(und das sind die mit Blähungen und Magenproblemen)
sogar Früchte 30-60 Min. vor (und nicht mit) den
Getreideflocken (z.B. Birchermüsli) essen. Ein anderer Grund
dafür ist, dass die Fruchtsäuren die optimale, nötige
Verdauung der Kohlenhydraten durch das Enzym Amylase aus
Speichel verhindern. Dasselbe gilt auch für Essig im Salat (s.P.
14).
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Nach
17,00 Uhr soll man keine Früchte mehr essen, damit man die
Verdauung während der Nacht nicht durch eine eventuelle Gärung
erschwert.
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Der Salat enthält
(ähnlich den Fruchtschalen) sehr viele Zellulosefasern. Im
Unterschied zu Rindern kann diese das menschliche
Magen-Darm-System nicht völlig verdauen, was trotzdem gesund
ist, da dadurch die Darmtätigkeit gefördert, die Resorbtion
von einfachen Zuckern verzögert wird. Die Fasern binden viele
schädliche Stoffe, und tragen so zu ihrer Ausscheidung im Stuhl
bei - sie helfen den Körper entgiften. Man soll deswegen aber
Salat am Anfang der Mahlzeit (nach den Früchten) essen, da
seine Vermischung mit den anderen Bestandteilen der Mahlzeit im
Magen ihre Verdauung erschwert.
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Man soll keine
grossen üppigen Mahlzeiten (ausser ausnahmsweise bei Festen)
essen, da die Verdauung begreiflicherweise mühsam und nicht
komplett sein kann. Die Reste gelangen in den Dickdarm mit den
oben genannten Folgen.
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Man
soll während der Mahlzeit möglichst keine Flüssigkeit
trinken, da man dabei, wie beim Kauen von Kaugummi vermehrt
Luft schluckt. Aus diesem Grunde sollte man eigentlich nur
zwischen den Mahlzeiten und zu kleinen Zwischenmahlzeiten
trinken.
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Man
soll auch nicht vor und unmittelbar nach dem Essen trinken, da
man damit die Verdauungssäfte im Magen verdünnt und wegspült,
somit die Verdauung erschwert und die Blähung begünstigt.
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Wenn
man unter Blähungen leidet soll man auch kohlensäurehaltige Mineralwasser
meiden. (Ein gesundheitsbewusster Mensch trinkt keine Süsswasser,
oder?)
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Vorsicht
mit Tiefkühlkost. Das Tiefkühlen ändert die komplexen
Kohlenhydrate in eine wenig verdauliche Form.
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Die Verwendung von
Antibiotika ist eine nicht seltene Ursache für die Störung des
normalen Gleichgewichtes zwischen den verschiedenen Darmbakterien
und für das vermehrte Wachstum der Pilze. Die normalen Verhälnisse
werden üblicherweise von selbst durch ausgewogene Kost wieder
hergestellt. Wenn nicht, kann man mit Joghurt**, noch besser mit
Sauerkraut oder mit gewissen Bakterienpräparaten nachhelfen.
Die "Antipilzdiät"*** für
2-3 Wochen unterstützt und beschleunigt diese Bemühungen. Bei
Versagen, kann man die notwendige Wiederholung mit
Antipilzmedikamenten einleiten.
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Chronische
Magenentzündung oft als Folge der Helicobacter pylori-Infektion
und und manche Medikamente (Protonempumpenhemmer) hemmen die
Ausscheidung der Magensäure, was zur verminderten Verdauung der
Speisen in Magen und zu Blähungen führen kann.
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Essig
als ein Gährungsprodukt enthält viel Histamin
und verursacht häufig Blähungen und Koliken. Man denkt nicht
an den Essig in den Salatsaucen als Ursache und schiebt es
anderen Speisen zu. Es ist ein Beispiel der unentdeckten, da
milden Nahrungsmittelunverträglichkeiten.
Man soll an sie denken, wenn man Probleme mit Fertigprodukten
oder im Restaurants mit Speisen bekommt, die man zu Hause
gegessen problemlos verdaut. Die andere Möglichkeit ist, dass
man unter einer unten ausgeführten Zusatzstoffallergie leidet.
Einen anderen Grund, warum Essig Blähungen verursacht s. P. 4.
Je nach dem wie man Speisen zubereitet, kann für
die Entstehung und den Verlauf der Nahrungsmittelunverträglichkeiten
und –allergien entscheidend sein. Kochen, Braten, Einfrieren,
Trocknen, Einsalzen, Rösten, Räuchern kann die Reaktion sowohl begünstigen
wie mindern.
Die Einhaltung dieser Regel und die dadurch erleichterte
Verdauung beugt Nahrungsmittelunverträglichkeiten
vor und hilft sie aus folgenden Gründen heilen:
-
Es bleiben weniger unverdaute
Reste, die durch die Darmwand gelangen, das Abwehrsystem
unvorteilhaft beeinflussen und dadurch Nahrungsmittelunverträglichkeiten
hervorrufen können.
-
Die nicht überlastete, nur kurz
durch Verdauung beanspruchte Schleimhaut lässt weniger
unverdaute Reste in das Abwehrsystem des Magen-Darm-Sytems.
-
Diese Art von Essen vermeidet sowohl die allgemeine wie die
lokale, durch zu viel Gärung verursachte, Übersäurung
im Darm. Die Übersäureng schwächt
das Immunsystem. Die lokale Übersäurung erhöht noch dazu
direkt und durch übermässiges Candida-Wachstum die Aufnahme
der schädlichen unverdauten Reste der Nahrung in das
Abwehrsystem.
Die Leistungsfähigkeit des
Magen-Darm-Traktes lässt, ähnlich anderen Organen, mit den Jahren
nach, der Grund, warum man sich mit fortgeschrittenem Alter an diese
Regel eher halten soll, will man nicht nur eine unbeschwerte
Verdauung, Schlaf und bessere Leistung haben.
Wenn man die obenerwähnte
Ursachen ausschliesst, die entsprechenden Massnahmen keine oder nur
teilweise Besserung bringen, muss man an Nahrungsmittelunverträglichkeiten
im breiten Sinne des Wortes oder Nahrungsmittelallergien
denken. Dafür kommen praktisch alle Nahrungsmittel und Zusatzstoffe
in Frage. Will man die Zusatzstoffe als Grund für Blähungen
ausschliessen, soll man nur frische Lebensmittel, möglichst aus
biologischem Anbau, höchstens tiefgekühlt (aber P. 10 beachten),
konsumieren.
Welche Nahrungssmittel und wie oft
sich an der Entstehung des Reizdarmes
beteiligen, erfahren Sie unter „Nahrungsmittel
und Reizdarm“. Diese Angaben gelten ungefähr auch für Blähugen
und andere Beschwerden.
Von den natürlichen
Nahrungsmitteln können vor allem Getreide, Milch- und
Milchprodukte, Soja, Nüsse (Erdnüsse besonders häufig!), Eier,
Schokolade, Fische, aber praktisch alles, was wir oft (und
gerne!) essen und trinken, unverträglich sein/werden.
Vorsichtig muss man auch mit pflanzlichen, faserreichen Medikamenten
und Kleie sein, wenn man sie über längere Zeit für die Darmtätigkeitsregulation
verwendet - sie können selbst Unverträglichkeiten
mit Blähungen und anderen unangenehmen Erscheinungen hervorrufen!
Wie man sieht, handelt es sich eher um Nahrungsmittel pflanzlichen
Ursprungs und (besonders einseitiger) Vegetarismus schützt nicht
vor gesundheitlichen Problemen oder Krankheiten.
Bauchschmerzen bei Säuglingen
(Dreimonatskoliken) und Kleinkindern werden oft durch die
Nahrungsmittel verursacht, die das Kind oder die stillende Mutter zu
sich nimmt, berichtet eine Fachzeitschrift
für Hausärzte.
Als ein Beispiel für diese
Art von Nahrungsmittelallergie dient die Weizen(eiweiss)unverträglichkeit,
sog. Zöliakie oder einheimische Sprue,
die schon bei Kindern zu schweren gesundheitlichen Schäden führen
kann. Ähnlich ist es mit Milch, die
schon bei Kindern Verdauungstörungen in Form von Erbrechen, Blähungen,
Stuhlunregelmässigkeiten verursacht.
Wie können wir erfahren
welche Lebensmittel uns die Blähungen bescheren? Wir können
beobachten, nach welchen Nahrungsmitteln wir die Beschwerden
bekommen. Dies ist manchmal nicht leicht, da mehrere Nahrunhssmittel
schuldig sein können. Verschiedene Rotationspläne
erleichtern uns dieses Unternehmen. Direktere Auskunft gibt uns die NAET-Methode
oder die Bestimmung der Nahrungsmittel-IgG.
* In
der Fachzeitschrift "Schweizerisches Medizin-Forum" ist
erschienen eine auch für Laien geeignete Arbeit von Hartmeier SH
und Fried M (Direktor der Gastroenterologischen Klinik des Universitätsspitals
Zürich): "Flatulenz" - Abklärung und Therapie",
Schweiz Med Forum 2001;1(20):532-6, die im Archiv unter www.medicalforum.ch
im Volltext abrufbar ist. Von dort haben wir manche Angaben übernommen.
Als andere Quellen dienten unser Gesprächsforum und viele andere
Zeitschriftenartikel und Bücher wie auch die eigene Erfahrung.
** Dafür bitte keine
Fruchtjoghurte verwenden, da diese nicht nur den Zucker aus den Früchten,
aber zusätzlich noch die Menge von 5-7 Zuckerwürfel enthalten. In
den gekauften Joghurts sind die Bakterien nicht selten durch den
Fertigungsprozess weitgehend zerstört, deswegen am besten dazu
selbst Joghurt zubereiten: entweder in dem nicht ausgewaschenen Behälter
die Milch gären lassen, oder in Reformhäusern die
Joghurt-Bakterien kaufen und der Milch zusetzten.
*** Keine süsse Speisen und Getränke,
keine Gärungsprodukte (alkoholische Getränke, Essig, Sauerkraut
und Joghurt, Brot, Kuchen schon wegen der einfachen Zucker sowieso
nicht), nur wenig Obst. (dazu s.o.). Viele faserreiche, komplexe
Kohlenhydrate aus Salat, Gemüse, Vollkorngetreide. Pflanzen
als Eiweissquelle vorziehen.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
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