|
|
Letzte redaktionelle Änderung 1.1.2010
Unsere
ganze Homepage können Sie hier nach Worten
und Begriffen durchsuchen.
Autoimmunkrankheiten und
Umwelteinflüsse, unter besonderer Berücksichtigung der Ernährung
Das Immunsystem ist verantwortlich für
die Abwehr gegen schädigende Einflüsse wie z.B. Infektionen. Bei
Autoimmunkrankheiten reagiert es krankhaft auf Bestandteile des
eigenen Körpers mit einer nicht üblichen, übertriebenen Entzündungsreaktion.
In Rahmen einer breiten Definition "Allergie
ist die veränderte, d.h. gesteigerte oder verminderte
Reaktionsweise ("Andersempfindlichkeit") des
Organismus" gehören sie zu den Allergien, was, wie wir sehen
werden, gewisse Berechtigung hat.
Zu Autoimmunkrankheiten gehören verschiedene
Rheumaarten (chronische Polyarthritis, M. Bechterew, Lupus
erythematodes, Sjörgren-Syndrom, Sklerodermie), chronische entzündliche
Darmerkrankungen (M. Crohn und Colitis
ulcerosa), Zöliakie,
Vaskulitiden (Gefässentzündungen), nichtbakterielle Nierenentzündungen,
gewisse Nervenentzündungen (Multiple Sklerose,
Guillan-Barré-Syndrom),
manche Hautkrankheiten (Schuppenflechte = Psoriasis, Pemphigus,
Lichen ruber, Sklerodermie) gewisse Blutkrankheiten, gewisse
Schilddrüsenerkrankungen, sog. jugendliche Zuckerkrankheit
(juveniler oder Typ I Diabetes), und andere Krankheiten wie Asthma,
Arteriosklerose, Alzheimer Demenz, manche
Krebsarten sind mindestens teilweise auch immunologisch bedingte
Entzündungen.
Autoimmunkrankheiten kommen familiär gehäuft
vor. Eineiige Zwillinge bekommen sie eher (30%) als zweieiige und
andere Geschwister (2-5%), die auch öfters als die Durchschnittsbevölkerung,
was für die angeborenen Einflüsse spricht. In der Tat, mit den
Fortschritten der Molekularbiologie und Genetik kennt man immer mehr
die angeborenen Strukturen, welche die Entstehung der
Autoimmunkrankheiten bedingen. In den meisten Fällen sind es Veränderungen
in mehreren Genen. Auf der anderen Seite erkranken nicht alle
eineiigen Zwillinge, auch wenn ihre genetische Ausstattung gleich
ist. Das bedeutet, dass zwar die angeborenen Faktoren für die
Entstehung der Autoimmunkrankheiten notwendig sind, aber die nicht
angeborenen Lebensbedingungen eigentlich entscheidender sind.
Autoimmunkrankheiten werden immer häufiger. Für
genetische Änderungen braucht man aber Tausende Jahre, dagegen ändern
sich die Umwelt und der Lebensstil schnell. Ändern Menschen durch
Migration ihre Lebensbedingungen, ändert sich bei ihnen auch die Häufigkeit
der Autoimmunkrankheiten. Ihre Entwicklung, ihr Verlauf
spricht auch für die Wichtigkeit der Umwelteinflüsse. Einmal
beginnen sie bereits während der Kindheit oder in früher Jugend,
ein andermal erst im Alter. Es gibt Autoimmunkrankheiten, die nur
unter gewissen Bedingungen (z.B. nach Infekten) auftreten und bald
wieder spurlos verschwinden, andere bleiben dann lebenslang.
Manchmal verlaufen sie in Wellen oder Schüben, hie und da fliessend,
mitunter hört die Krankheit nach vielen Jahren auf – man sagt,
sie „brennt aus“. Im Falle der Zöliakie
kennt man den Hauptverursacher – das Weizeneiweiss Gliadin. Je
nach dem wann im Leben, wie viel und wie oft ein Mensch mit den
genetischen Voraussetzungen für Zöliakie Weizeneiweiss konsumiert,
desto mehr oder weniger wirkt es sich aus. Bei anderen
Autoimmunkrankheiten gibt es keine solche Gewissheit, nur mehr oder
weniger handfeste Hinweise auf gewisse Umweltbedingungen.
Selbstverständlich wäre es für die Vorbeugung und Therapie enorm
wichtig, sie zu kennen, umso mehr, als die neuen, in die
Grundprozesse der Zellen eingreifenden Medikamente zwar sehr
wirksam, aber auch teils mit schweren u. U. noch nicht bekannten
Nebenwirkungen belastet und sehr teuer sind. Deswegen bleiben sie
(vorläufig) schweren Fällen vorbehalten.
Wir versuchen am Beispiel der Multiplen Sklerose
aufzuzeigen, was man diesbezüglich weiss. Schon seit der
ersten Beschreibung der Multiplen Sklerose in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts war klar, dass die Umwelt deren Entstehung und
Verlauf entscheidend prägt und deswegen hat man seither nach diesen
Einflüssen gesucht.
Bei Multipler Sklerose entsteht eine entzündliche
Autoimmunreaktion auf Myelin. Myelin ist der Isolierstoff der
Nervenfasern im Hirn und im peripheren Nervensystem und besteht aus
Protein und Fett. Als Folge wird die Nervenleitung fehlerhaft, was
sich als Störungen der Nervenfunktion, z.B. des Sehens, der
Empfindung, der Bewegung auswirkt.
Ein ausgezeichneter Übersichtsartikel in englischer Sprache
(leider nicht frei erreichbar, nur in Bibliotheken oder Internet
gegen Gebühr zu bestellen) fasst die neusten Kenntnisse über die
immunologische Seite der Entwicklung von Immunkrankheiten und ihrer
Therapie auch vor allem am Beispiel von Multipler Sklerose zusammen
(Steinman L: Immune therapy for autoimmune diseases. Science
2004;305:212-6).

Selbstverständlich
erheben wir nicht Anspruch auf Vollständigkeit. Ähnlich der
angeborenen Einflüsse handelt es sich jeweils nicht nur um einen
einzigen, sondern um Kombinationen mehrerer, die bei einzelnen
Kranken unterschiedliches Gewicht haben können.
-
Sonnenstrahlen. Es
ist schon lange aufgefallen, dass die Multiple Sklerose häufiger
ist in Gegenden mit weniger Sonne. Sie ist wichtig während der
Wintermonate, Kindheit und Jugend. Dafür verantwortlich
macht man
-
Mangel an D-Vitamin, das Immunprozesse beeinflusst ähnlich wie
-
Mangel an Omega-3
mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen
und Fischen und
-
Überfluss an
tierischen (gesättigten) Fetten.
-
Virale und
bakterielle Infekte. In der Kindheit stärken und schützen sie
das Immunsystem, später können sie den Anfang der Krankheit
und ihre Schübe begünstigen. Eine besondere Rolle spielt dabei
das Epstein-Barr-Virus (infektiöse Mononukleose, Pfeiffersches
Drüsenfieber). Häufige Infekte sprechen für das
Ungleichgewicht des Immunsystems, ähnlich wie bei
-
Allergien,
zu welchen auch Nahrungsmittelallergien
und Unverträglichkeiten gehören. Bei Allergien werden aus
gewissen Immunzellen (Mastozyten)
verschiedene Stoffe wie z.B. Histamin ausgeschüttet. Sie
verursachen Entzündungen und ändern die Durchlässigkeit der
Gefässe und der sog. Blut-Hirn-Schranke,
die den Zu- und Abfluss von vielen Stoffen zu und vom Hirn
reguliert und es gegen seine Schädigungen schützt.
-
Ein Hirntrauma erhöht
die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke. Vielleicht spielt
auch der Dauerstress dabei eine Rolle, den ein Trauma manchmal
hinterlässt, da
-
Stress vermehrt
Hormone der Hirnanhangdrüse (Hypophyse)-Nebennierenachse
(Kortison) und des sympathischen Nervensystems (Adrenalin,
Noradrenalin) ausschüttet, was die Entzündung fördert. Ein
einmaliger Stress wie bei einem starken körperlichen und
psychischen Trauma hemmt hingegen die Entzündung, da dabei eine
grosse Menge von Kortison ausgeschüttet wird, ein dauernder, täglicher,
unangenehmer Stress begünstigt sie dagegen.
-
Die Darmbesiedlung
mit Bakterien und Hefen wirkt sich auf die immunologischen
Prozesse aus.
-
Ein Ungleichgewicht
an Mineralstoffen, Vitaminen und
Spurenelementen soll man vermeiden, da es die Funktion des
Immunsystems beeinträchtigt. Ein Mangel an Magnesium, Zink,
Selen, B2- B6- und B12-Vitaminen und ein Überschuss an Kupfer, Eisen,
Molybdän, Kadmium spielen dabei eine wichtige Rolle.
-
Besonders wichtig ist das antioxidative
Vitamin B12, an dem es nicht selten, wegen Resorptionsstörungen
als Begleiterscheinung der Unverträglichkeiten
(Beispiel Zöliakie), mangelt.
Diese oder ähnliche
Faktoren, eventuell in anderen Zeitspannen (Säuglings- und
Kleinkindalter) beteiligen sich auch an der Entstehung und dem
Verlauf anderer Autoimmunkrankheiten.
Zum Beispiel:
Im Blut von Patienten mit multipler Sklerose fand
man während des Schubes erhöhte IgA-
und IgG- Antikörper gegen Weizen- und
Milcheiweiss. Dies spricht für die erhöhte Durchlässigkeit der
Darmschleimhaut. Die Einnahme solcher Nahrungsmittel kann das
Immunsystem und den Verlauf der Krankheit beeinflussen.
Patienten mit Colitis ulcerosa bekommen eher einen
Schub der Krankheit, wenn sie sich mit schwefelhaltigen
Nahrungsmitteln (Fleisch, Käse, Eiern, trockenen Früchten,
(Schwefel als Konservierungsmittel)) ernähren und Alkohol trinken.
Im Dickdarm entsteht mit Hilfe von Bakterien
Schwefelwasserstoff (H2S), das die Durchlässigkeit der
Darmschleimhaut erhöht und sich auch sonst krankhaft auswirkt.
Vermutlich trifft es nicht nur Colitis ulcerosa, aber die
Untersuchungen über andere Autoimmunkrankheiten stehen noch aus.
Ende der 80-er Jahre des vorigen Jahrhunderts
fanden französische
Wissenschaftler, dass nichtinfektiöse Nierenentzündungen mit
verschiedenen, auch Nahrungsmittelallergien zusammenhängen und ihr
Verlauf durch Diät wesentlich beeinflusst wird.
In einer Gesundheitssendung
„Puls“ des Schweizer Fernsehens berichtete eine Patientin
mit M. Crohn, der bereits neunmal ein Stück ihres entzündeten
Darmes entfernt wurde, dass es ihr gut geht, wenn sie fastet,
schlecht, wenn sie isst. Offensichtlich hat sie noch niemand
aufmerksam gemacht, dass, wenn sie ihre Nahrungsmittel auswählen
würde, kämen die Schübe der Entzündung mindestens seltener
und weniger stark, der Verlauf der Krankheit würde milder.
Aus folgenden Gründen kann man der Krankheit
oder ihren Schüben nicht ganz ausweichen, auch wenn man diese Einflüsse
streng meiden würde:
-
Manche wirken in
einer Zeit, in der man die Gefährdung noch nicht ahnt. Die
Gegenmassnahmen fördern aber die allgemeine Gesundheit und sind
besonders für die etwas vermehrt gefährdeten
Familienangehörigen der Kranken zu empfehlen.
-
Viele Umwelteinflüsse
kennen wir noch nicht, bei vielen Autoimmunkrankheiten sind sie
nicht einfach zu untersuchen.
-
Die genetischen Umstände können besonders
ungünstig sein.
Auf das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren
bei der Entstehung von Allergien und Autoimmunkrankheiten
weisen folgende Fachartikel hin: Pedotti R, De Voss JJ, Steinman L,
Galli SJ: Involvement of both 'allergic' and 'autoimmune' mechanisms
in EAE, MS and other autoimmune diseases. Trends
Immunol. 2003;24:479-84 und
Larramendi CH: Food allergy diagnosis: are there any missing factors?
A theoretical approach. Med
Hypothesis 2003;60:731-8.
Bei
Psoriasis (Schuppenflechte) spielen folgende Umwelteinflüsse eine gesicherte
Rolle:
-
mechanischer Druck
-
Stress
-
Kalte Wintersaison
-
Infektion, besonders mit
gewissen Bakterien (Streptokokken)
-
Rauchen
-
Übergewicht
-
Gewisse Medikamente
(Beta-Blocker, Lithium, ACE-Hemmer)
Was
bieten wir bei Autoimmunkrankheiten?
-
Auf verschiedenen
Seiten klären wir Sie auf, wie man sich ernähren, wie man
Allergien- und Unverträglichkeiten bessern und meiden kann.
-
In der Praxis
beraten wir Sie und helfen Ihnen, die entsprechenden Massnahmen
durchzuführen.
-
Wir (lassen
teilweise) untersuchen, ob Sie eventuell unter einem Mangel oder
Ungleichgewicht der Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine
leiden und beraten Sie, wie Sie sie wirksam beheben.
-
Mittels Nahrungs-IgG-Bestimmung
lassen wir feststellen, welche Lebensmittel als Mitverursacher
in Frage kommen und beraten Sie bei Bedarf dazu.
-
Auf der energetischen Ebene untersuchen und
behandeln wir mit NAET schädigende
Nahrungssmittel- und andere Umwelteinflüsse
(Infektionen, chemische Stoffe, Ungleichgewicht des
Immunsystems).
Das Immunsystem wird
durch diese natürlichen, sanften Massnahmen, welche die übliche
medikamentöse Therapie unterstützen, gestärkt, und die
krankhaften Reaktionen nehmen ab.
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)
Nach oben
|