Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
Anmeldung T: 071 250 15 18 Fax: 071 250 15 19 E-mail: Peter.J.Marko@hin.ch


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Letzte redaktionelle Änderung 1.1.2010

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Autoimmunkrankheiten und Umwelteinflüsse, unter besonderer Berücksichtigung der Ernährung

 

Das Immunsystem ist verantwortlich für die Abwehr gegen schädigende Einflüsse wie z.B. Infektionen. Bei Autoimmunkrankheiten reagiert es krankhaft auf Bestandteile des eigenen Körpers mit einer nicht üblichen, übertriebenen Entzündungsreaktion.

In Rahmen einer breiten Definition "Allergie ist die veränderte, d.h. gesteigerte oder verminderte Reaktionsweise ("Andersempfindlichkeit") des Organismus" gehören sie zu den Allergien, was, wie wir sehen werden, gewisse Berechtigung hat.

Zu Autoimmunkrankheiten gehören verschiedene Rheumaarten (chronische Polyarthritis, M. Bechterew, Lupus erythematodes, Sjörgren-Syndrom, Sklerodermie), chronische entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn und Colitis ulcerosa), Zöliakie,  Vaskulitiden (Gefässentzündungen), nichtbakterielle Nierenentzündungen, gewisse Nervenentzündungen (Multiple Sklerose, Guillan-Barré-Syndrom), manche Hautkrankheiten (Schuppenflechte = Psoriasis, Pemphigus, Lichen ruber, Sklerodermie) gewisse Blutkrankheiten, gewisse Schilddrüsenerkrankungen, sog. jugendliche Zuckerkrankheit (juveniler oder Typ I Diabetes), und andere Krankheiten wie Asthma, Arteriosklerose, Alzheimer Demenz, manche Krebsarten sind mindestens teilweise auch immunologisch bedingte Entzündungen.

Autoimmunkrankheiten kommen familiär gehäuft vor. Eineiige Zwillinge bekommen sie eher (30%) als zweieiige und andere Geschwister (2-5%), die auch öfters als die Durchschnittsbevölkerung, was für die angeborenen Einflüsse spricht. In der Tat, mit den Fortschritten der Molekularbiologie und Genetik kennt man immer mehr die angeborenen Strukturen, welche die Entstehung der Autoimmunkrankheiten bedingen. In den meisten Fällen sind es Veränderungen in mehreren Genen. Auf der anderen Seite erkranken nicht alle eineiigen Zwillinge, auch wenn ihre genetische Ausstattung gleich ist. Das bedeutet, dass zwar die angeborenen Faktoren für die Entstehung der Autoimmunkrankheiten notwendig sind, aber die nicht angeborenen Lebensbedingungen eigentlich entscheidender sind.

Autoimmunkrankheiten werden immer häufiger. Für genetische Änderungen braucht man aber Tausende Jahre, dagegen ändern sich die Umwelt und der Lebensstil schnell. Ändern Menschen durch Migration ihre Lebensbedingungen, ändert sich bei ihnen auch die Häufigkeit der Autoimmunkrankheiten.  Ihre Entwicklung, ihr Verlauf spricht auch für die Wichtigkeit der Umwelteinflüsse. Einmal beginnen sie bereits während der Kindheit oder in früher Jugend, ein andermal erst im Alter. Es gibt Autoimmunkrankheiten, die nur unter gewissen Bedingungen (z.B. nach Infekten) auftreten und bald wieder spurlos verschwinden, andere bleiben dann lebenslang. Manchmal verlaufen sie in Wellen oder Schüben, hie und da fliessend, mitunter hört die Krankheit nach vielen Jahren auf – man sagt, sie „brennt aus“. Im Falle der Zöliakie kennt man den Hauptverursacher – das Weizeneiweiss Gliadin. Je nach dem wann im Leben, wie viel und wie oft ein Mensch mit den genetischen Voraussetzungen für Zöliakie Weizeneiweiss konsumiert, desto mehr oder weniger wirkt es sich aus. Bei anderen Autoimmunkrankheiten gibt es keine solche Gewissheit, nur mehr oder weniger handfeste Hinweise auf gewisse Umweltbedingungen. Selbstverständlich wäre es für die Vorbeugung und Therapie enorm wichtig, sie zu kennen, umso mehr, als die neuen, in die Grundprozesse der Zellen eingreifenden Medikamente zwar sehr wirksam, aber auch teils mit schweren u. U. noch nicht bekannten Nebenwirkungen belastet und sehr teuer sind. Deswegen bleiben sie (vorläufig) schweren Fällen vorbehalten.    

Wir versuchen am Beispiel der Multiplen Sklerose aufzuzeigen, was man diesbezüglich weiss.  Schon seit der ersten Beschreibung der Multiplen Sklerose in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war klar, dass die Umwelt deren Entstehung und Verlauf entscheidend prägt und deswegen hat man seither nach diesen Einflüssen gesucht. 

Bei Multipler Sklerose entsteht eine entzündliche Autoimmunreaktion auf Myelin. Myelin ist der Isolierstoff der Nervenfasern im Hirn und im peripheren Nervensystem und besteht aus Protein und Fett. Als Folge wird die Nervenleitung fehlerhaft, was sich als Störungen der Nervenfunktion, z.B. des Sehens, der Empfindung, der Bewegung auswirkt. 

Ein ausgezeichneter Übersichtsartikel in englischer Sprache (leider nicht frei erreichbar, nur in Bibliotheken oder Internet gegen Gebühr zu bestellen) fasst die neusten Kenntnisse über die immunologische Seite der Entwicklung von Immunkrankheiten und ihrer Therapie auch vor allem am Beispiel von Multipler Sklerose zusammen (Steinman L: Immune therapy for autoimmune diseases. Science 2004;305:212-6).

 

 

Selbstverständlich erheben wir nicht Anspruch auf Vollständigkeit. Ähnlich der angeborenen Einflüsse handelt es sich jeweils nicht nur um einen einzigen, sondern um Kombinationen mehrerer, die bei einzelnen Kranken unterschiedliches Gewicht haben können.  

  1. Sonnenstrahlen. Es ist schon lange aufgefallen, dass die Multiple Sklerose häufiger ist in Gegenden mit weniger Sonne. Sie ist wichtig während der Wintermonate, Kindheit und Jugend.  Dafür verantwortlich macht man

  2. Mangel an D-Vitamin, das Immunprozesse beeinflusst ähnlich wie

  3. Mangel an Omega-3 mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Ölen und Fischen und

  4. Überfluss an tierischen (gesättigten) Fetten.

  5. Virale und bakterielle Infekte. In der Kindheit stärken und schützen sie das Immunsystem, später können sie den Anfang der Krankheit und ihre Schübe begünstigen. Eine besondere Rolle spielt dabei das Epstein-Barr-Virus (infektiöse Mononukleose, Pfeiffersches Drüsenfieber). Häufige Infekte sprechen für das Ungleichgewicht des Immunsystems, ähnlich wie bei

  6. Allergien, zu welchen auch Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten gehören. Bei Allergien werden aus gewissen Immunzellen (Mastozyten) verschiedene Stoffe wie z.B. Histamin ausgeschüttet. Sie verursachen Entzündungen und ändern die Durchlässigkeit der Gefässe und der sog. Blut-Hirn-Schranke, die den Zu- und Abfluss von vielen Stoffen zu und vom Hirn reguliert und es gegen seine Schädigungen schützt.

  7. Ein Hirntrauma erhöht die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke. Vielleicht spielt auch der Dauerstress dabei eine Rolle, den ein Trauma manchmal hinterlässt, da

  8. Stress vermehrt Hormone der Hirnanhangdrüse (Hypophyse)-Nebennierenachse (Kortison) und des sympathischen Nervensystems (Adrenalin, Noradrenalin) ausschüttet, was die Entzündung fördert. Ein einmaliger Stress wie bei einem starken körperlichen und psychischen Trauma hemmt hingegen die Entzündung, da dabei eine grosse Menge von Kortison ausgeschüttet wird, ein dauernder, täglicher, unangenehmer Stress begünstigt sie dagegen. 

  9. Die Darmbesiedlung mit Bakterien und Hefen wirkt sich auf die immunologischen Prozesse aus.

  10. Ein Ungleichgewicht an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen soll man vermeiden, da es die Funktion des Immunsystems beeinträchtigt. Ein Mangel an Magnesium, Zink, Selen, B2- B6- und B12-Vitaminen und ein Überschuss an Kupfer, Eisen, Molybdän, Kadmium spielen dabei eine wichtige Rolle.  

  11. Besonders wichtig ist das antioxidative Vitamin B12, an dem es nicht selten, wegen Resorptionsstörungen als Begleiterscheinung  der Unverträglichkeiten (Beispiel Zöliakie), mangelt. 

Diese oder ähnliche Faktoren, eventuell in anderen Zeitspannen (Säuglings- und Kleinkindalter) beteiligen sich auch an der Entstehung und dem Verlauf anderer Autoimmunkrankheiten. 

Zum Beispiel:

Im Blut von Patienten mit multipler Sklerose fand man während des Schubes erhöhte IgA- und IgG- Antikörper gegen Weizen- und Milcheiweiss. Dies spricht für die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Die Einnahme solcher Nahrungsmittel kann das Immunsystem und den Verlauf der Krankheit beeinflussen. 

Patienten mit Colitis ulcerosa bekommen eher einen Schub der Krankheit, wenn sie sich mit schwefelhaltigen Nahrungsmitteln (Fleisch, Käse, Eiern, trockenen Früchten, (Schwefel als Konservierungsmittel)) ernähren und Alkohol trinken. Im Dickdarm entsteht mit Hilfe von Bakterien Schwefelwasserstoff (H2S), das die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöht und sich auch sonst krankhaft auswirkt. Vermutlich trifft es nicht nur Colitis ulcerosa, aber die Untersuchungen über andere Autoimmunkrankheiten stehen noch aus.

Ende der 80-er Jahre des vorigen Jahrhunderts fanden französische Wissenschaftler, dass nichtinfektiöse Nierenentzündungen mit verschiedenen, auch Nahrungsmittelallergien zusammenhängen und ihr Verlauf durch Diät wesentlich beeinflusst wird.

In einer Gesundheitssendung „Puls“ des Schweizer  Fernsehens berichtete eine Patientin mit M. Crohn, der bereits neunmal ein Stück ihres entzündeten Darmes entfernt wurde, dass es ihr gut geht, wenn sie fastet, schlecht, wenn sie isst. Offensichtlich hat sie noch niemand aufmerksam gemacht, dass, wenn sie ihre Nahrungsmittel auswählen würde, kämen die Schübe der Entzündung mindestens seltener und weniger stark, der Verlauf der Krankheit würde milder. 

Aus folgenden Gründen kann man der Krankheit oder ihren Schüben nicht ganz ausweichen, auch wenn man diese Einflüsse streng meiden würde:  

  1. Manche wirken in einer Zeit, in der man die Gefährdung noch nicht ahnt. Die Gegenmassnahmen fördern aber die allgemeine Gesundheit und sind besonders für die etwas vermehrt gefährdeten  Familienangehörigen der Kranken zu empfehlen.

  2. Viele Umwelteinflüsse kennen wir noch nicht, bei vielen Autoimmunkrankheiten sind sie nicht einfach zu untersuchen.

  3. Die genetischen Umstände können besonders ungünstig sein.

Auf das Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren bei der Entstehung von Allergien und Autoimmunkrankheiten weisen folgende Fachartikel hin: Pedotti R, De Voss JJ, Steinman L, Galli SJ: Involvement of both 'allergic' and 'autoimmune' mechanisms in EAE, MS and other autoimmune diseases. Trends Immunol. 2003;24:479-84 und Larramendi CH: Food allergy diagnosis: are there any missing factors? A theoretical approach. Med Hypothesis 2003;60:731-8.  

Bei Psoriasis (Schuppenflechte) spielen folgende Umwelteinflüsse eine gesicherte Rolle: 

  • mechanischer Druck

  • Stress

  • Kalte Wintersaison

  • Infektion, besonders mit gewissen Bakterien (Streptokokken)

  • Rauchen

  • Übergewicht

  • Gewisse Medikamente (Beta-Blocker, Lithium, ACE-Hemmer)

 

Was bieten wir bei Autoimmunkrankheiten?

  • Auf verschiedenen Seiten klären wir Sie auf, wie man sich ernähren, wie man Allergien- und Unverträglichkeiten bessern und meiden kann.

  • In der Praxis beraten wir Sie und helfen Ihnen, die entsprechenden Massnahmen durchzuführen.

  • Wir (lassen teilweise) untersuchen, ob Sie eventuell unter einem Mangel oder Ungleichgewicht der Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine leiden und beraten Sie, wie Sie sie wirksam beheben.

  • Mittels Nahrungs-IgG-Bestimmung lassen wir feststellen, welche Lebensmittel als Mitverursacher in Frage kommen und beraten Sie bei Bedarf  dazu.

  • Auf der energetischen Ebene untersuchen und behandeln wir mit NAET schädigende Nahrungssmittel- und andere Umwelteinflüsse (Infektionen, chemische Stoffe, Ungleichgewicht des Immunsystems).  

Das Immunsystem wird durch diese natürlichen, sanften Massnahmen, welche die übliche medikamentöse Therapie unterstützen, gestärkt, und die krankhaften Reaktionen nehmen ab.

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(was uns unheimlich freuen würde)

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