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Letzte redaktionelle Änderung 6.04.09
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Worten und Begriffen durchsuchen.
Säure-Basen-Haushalt,
Übersäuerung, ihre
Folgen und was dagegen zu tun ist
Zu einem (gesunden) Leben gehören
verschiedene Grundbedingungen. So wie wir ohne genug
Sauerstoff nicht leben können, so braucht unser Körper
leicht basisch zu sein (pH 7,35-7,45).
Dieser stabile Säure-Basen-Zustand wird durch verschiedene
Organsysteme reguliert: Atmung, Kreislauf, Niere,
Verdauungsorgane, hormonproduzierende Drüsen, Knochen,
Bindegewebe und Haut beteiligen sich daran. Entscheidend ist
dabei auf lange Sicht die Nahrung.
Einseitig säurebetont, belastet sie den Körper und führt zu
Krankheiten. Wie und warum?

Wir möchten nicht nur Fakten präsentieren, sondern die
Zusammenhänge erklären, damit der Leser die Nahrung selbständig
beurteilen und zusammensetzen kann. Dazu wiederholen wir kurz
gewisse chemische Grundkenntnisse, die man in der Mittelschule
erwirbt. Sie sind klein gedruckt.
Um leben zu können, brauchen wir Energie.
Ohne dieser könnten wir uns u.a. nicht bewegen, denken, warm
halten. Menschen und Tiere verbrauchen dabei die
Sonnenenergie, welche welche die Pflanzen (durch sogenannte
Photosynthese) in chemische Verbindungen umgewandelt haben.
Aus Kohledioxid CO2 und Wasser H2O
entsteht ein Zucker C6H12O6.
Umgekehrt, wenn wir ihn zu CO2 und H2O
verbrennen, entsteht Energie.
Die bekannte Formel lautet :
6 CO2
+ 6 H2O
+ Sonnenenergie = C6H12O6
+ 6 O2
6 Kohlendioxid + 6 Wasser + Sonnenenergie = 1
Traubenzucker +
6 Sauerstoff
für die Synthese und umgekehrt
C6H12O6
+ 6 O2
= 6 CO2
+ 6 H2O
+ Energie
Traubenzucker + 6 Sauerstoff = 6 Kohlendioxid + 6 Wasser
+ Energie
für die Verbrennung.
Ähnlich wie beim Automotor
„verbrennen“, wandeln wir die Wasserstoffatome des Zuckers
in Wasser und die Kohlenstoffatome in Kohledioxid um. Unsere
Ausbeute ist viel besser (über 40%) als die des Automotors
(unter 20%). Der Rest ist Wärme, die wir als Warmblüter
unbedingt zum Leben benötigen.
Die Verbindung von Säure und Sauerstoff ist ein
historischer Irrtum. Im 18. Jahrhundert wurde erstmals
Sauerstoff mit Hilfe von Säuren produziert. Man meinte
falsch, sie seien dessen Quelle. Ein Stoff braucht keine
Sauerstoffatome zu enthalten, um sauer zu sein.
Ein Stoff ist sauer,
wenn er Wasserstoffionen H+ in die Lösung abgibt.
Je mehr, desto saurer ist er. Man misst ihre Konzentration wie
üblich in sogenannten Mol pro Liter. Ein Mol ist die Menge
des Stoffes in g, die seinem Molekulargewicht entspricht, im
Falle des Wasserstoffs 1 g. Das Mass der
Wasserstoffionkonzentration ist die potentia hydrogeni, sog.
pH. Es ist der negative Logarhithmus der molaren
Konzentration.
Wenn sich in einer Lösung
0,1
Mol H+
befindet, hat die Lösung
pH 1
0,01
„
„
pH 2
0,001
„
„
pH 3
.
0,0000001
„
„
pH 7
.
0,00000000000001
„
„
pH 14
Wie kann eine Lösung ein höheres pH als 7 haben? Dann,
wenn in ihr eine Base gelöst ist. Basen oder Laugen sind
Stoffe, die in der Lösung die OH- Gruppe abgeben, die sich
dann mit H+ zum Wasser H2O verbindet,
womit die Zahl der H+-Ionen in der Lösung sinkt..
Metalle haben die Fähigkeit, in der Lösung Basen zu bilden,
z.B. Natrium NaOH, Kalium KOH, Magnesium Mg(OH)2,
Kalzium Ca(OH)2. Eine neutrale Lösung, z.B. das
destillierte Wasser, hat pH 7.

Also je mehr H+-Ionen, je saurer, desto tiefer
ist das pH, je weniger H+-Ionen, je basischer,
desto ist das pH höher.
Säuren und Basen bilden zusammen Salze, z. B. die Salzsäure
HCl und Natriumlauge NaOH Kochsalz NaCl und Wasser H2O
: (HCl + NaOH = NaCl + H2O). Es gibt anorganische
und organische Säuren. Die organischen haben die
Karboxylgruppe COOH, die in wässriger Lösung ein H+-Ion
abgibt: COO- + H+. Die einfachste
organische Säure ist die Ameisensäure HCOOH, dann folgt die
Essigsäure CH3COOH. Kompliziertere organische Säuren
sind Oxalsäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Ascorbinsäure
(Vitamin C), Fettsäuren, Gallensäuren, usw. Die organischen
Säuren werden von Lebewesen produziert und können durch sie
wieder in ihre Hauptbestandteile Kohlendioxid CO2
und Wasser H2O um- und abgebaut werden. Bei dieser
Umwandlung entstehen aus allen Waserstoffatomen H vorübergehend
Wasserstoffionen H+.
Wann ist ein
Nahrungsmittel säurebildend, wann basenbildend?
Bei der Umwandlung der
Stoffe, die Wasserstoffatome enthalten, entstehen Säuren und
schlussendlich Wasserstoffionen – sie sind damit säurebildend.
Für den Säure-Basen-Haushalt ist dies wichtiger, als ob sie
momentan sauer sind, sauer schmecken. So ist Traubenzucker,
Glukose C6H12O6,
süss, aber bei dessen Umwandlung entstehen 12
Wasserstoffionen, viermal mehr als bei der Umwandlung der
sauer schmeckenden Essigsäure (CH3COOH)
– Glukose ist trotz ihres süssen Geschmackes säurebildender
als Essigsäure! Dies gilt noch mehr für die Fette,
da sie noch mehr Wasserstoffatome (und fast keine
Sauerstoffatome) in ihren Molekülen haben.
Theoretisch sind reine Zucker und Fette
neutral, da sie zu Kohlendioxid (CO2)
und Wasser (H2O)
abgebaut werden sollten. Praktisch ist dies jedoch nie der
Fall, da von ihnen teilweise (es hängt von der
Stoffwechellage ab) im sog. Tricarbonsäurezyklus
(Krebs-Zyklus) organische Säuren entstehen.


Die Basen Kalium, Magnesium und Kalzium
nehmen wir vor allem mit den pflanzlichen Nahrungsmitteln auf.
Sie kommen dort in Verbindung mit organischen Säuren als
Salze vor. Sie sind für den Säure-Basen-Haushalt als
Gegenspieler der Säuren wichtig. Die organischen Säuren
werden in Kohlendioxid und Wasser abgebaut und damit bleiben
die Basen für neue Aufgaben frei. Hauptrolle spielt mengenmässig
dabei das Kalium. Beim Kochen von Gemüse in viel Wasser und
beim Raffinieren von Getreide und Reis gehen Kalium und auch
andere wichtige Stoffe verloren. Milchprodukte und Fleisch
enthalten relativ wenig Kalium. Mit unserer «raffinierten»
Wohlstandsernährung haben wir zu wenig Kalium in der Ernährung.
Eine wichtige Base, das Natrium, beeinflusst den Säure-Basen-Haushalt
kaum, da sie in der Nahrung vorwiegend als das neutrale Kochsalz
konsumiert wird. Calcium ist in Milch
und Milchprodukten in hoher Konzentration vorhanden, aber
sie enthalten bilanzmässig noch mehr säurebildende Eiweisse
wie Kasein (s. PRAL-Werte,
Tabelle unten). Calcium ist für das Wachstum der Knochen
unentbehrlich.
Wir konsumieren in unserer Nahrung zu grosse
Mengen säurebildender Stoffe (siehe Schwefel
in der Ernährung, Phosphor in der
Ernährung), die in den Zellen bei Kalium-Mangel ungenügend
ausgeglichen werden. So entsteht eine dauernde, zur Säure
verschobene Stoffwechsellage, die zahlreiche Krankheiten
begünstigt.
Die anorganischen Mineralsäuren entstehen
bei der Umwandlung von organischen Nahrungsmitteln. Phosphorsäure
aus Nukleinsäuren, die ein wichtiger Bestandteil aller Zellen
sind. Schwefelsäure aus
schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystin, Methionin), den
Bausteinen der Proteine. Phosphor- und Schwefelsäure können
nicht weiter abgebaut werden, sie müssen zusammen mit Basen
als Salze durch die Nieren ausgeschieden werden. Je mehr
Nahrungsmittel wir konsumieren, die zur Bildung von
anorganischen, nichtmetabolisierbaren (nichtabbaubaren, in
Kohlendioxid CO2
und Wasser H2O
umwandelbaren s.o.) Säuren führt (Käse,
Fleisch), desto mehr Basen braucht man zu ihrer Ausscheidung.
Aber auch wenn genug Basen vorhanden sind, belastet der Säureüberfluss
unseren Stoffwechsel.
Aus dem Gesagten könnte der Eindruck
entstehen, dass die Säuren nur schädlich seien. Dem ist
nicht so: die Phoshporsäure und
ihre Verbindungen sind unabdingbar für lebenswichtige Vorgänge
und Stoffe. Ähnlich ist es mit den schwefelhaltigen
Aminosäuren. Schlussendlich sind Wasserstoffionen unsere
wichtigste Energiequelle. Ungesund, schädlich, ist ihr Überfluss,
der durch unsere gegenwärtige Ernährung verursacht wird.
Zusammenfassend: Ein Nahrungsmittel
ist sauer, wenn es sauer schmeckt, säurebildend,
wenn bei seiner Umwandlung und Abbau mehr Wasserstoffionen als
Basen entstehen. Umgekehrt, basenbildende
Nahrungsmittel ergeben nach der Verstoffwechslung mehr Basen
als Säuren und Wasserstoffionen (s. PRAL-Werte, Tabelle
unten). Der Geschmack ist dabei nicht entscheidend. So sind
sowohl Zitrone als auch Sauerkraut basenbildend, wie
anderseits nicht sauer schmeckende Zucker, Getreide, Eier,
Fleisch, Käse säurebildend sind.
Ausser den Eigenschaften sauer und basisch,
säure- und basenbildend, abbaubar und nichtabbaubar, ist bei
einem Nahrungsmittel für den Säure-Basen-Haushalt die Säure-Basen-Kapazität
sehr wichtig. Damit ist Folgendes gemeint:
Es ist ein grosser Unterschied, ob wir eine Scheibe (100 g)
Vollkornbrot, das zwar auch säurebildend ist oder 100 g
Vollfetthartkäse zu uns nehmen:
-
Die säurebildenden Kohlenhydrate (Stärke)
sind im Brot leichter abbaubar und ergeben dabei weniger
Wasserstoffionen als die Fette im Käse.
-
Das Vollkornbrot enthält weniger
Stoffe, aus denen die nichtabbaubaren anorganischen Phosphor-
und Schwefelsäuren
entstehen.
-
Vollkornbrot enthält mehr basenbildende
Stoffe.
-
Damit ist Vollkornbrot wesentlich
weniger säurebildend als Käse.
Weissbrot enthält zwar weniger der säurebildenden
Eiweisse aber auch der Basen (Mineralien). Ausserdem auch
weniger Vitamine, Balaststoffe und andere nützlichen
Nahrstoffe - es ist weniger vollwertig.
Diese Kapazität wird in den zahlreichen veröffentlichten
Abhandlungen oft mit falschen Angaben der säure- und
basenbildenden Nahrungsmittel angegeben. Man kann sie nicht in
einfachen Zahlen ausdrücken. Es ist eine Sichtweise, die Überlegung
verlangt. Sie ist eher möglich auf Grund der Daten in dieser
Tabelle mit Beispielen von säure- und basenbildenden
Nahrungsmitteln:
Na=Natrium, K=Kalium, Ca=Kalzium, Mg=Magnesium, P=Phosphor,
alle in mg/100g; SO4=Sulfat und PRAL in
Miliequivalenten mE/100g. PRAL (potential renal acid load =
potenzielle Säurebelastung der Niere) sind nach Remer
und Manz gerechnete Werte , in denen die Darmresorption
der Säuren und Basen berücksichtigt wird. Sie drücken in
Zahlen die Säure- und Basenbildung der Lebens- und
Nahrungsmittel aus. Negative Zahlen bedeuten basenbildend,
positive , säurebildend. Auch diese Art ist nicht perfekt,
weil Natrium und Chlorid vermehrte
Ausscheidung von Calcium verursachen, was vor allem bei
der Osteoporose eine wichtige
Rolle spielt. Sie ist aber das beste Mass, das wir gegenwärtig
haben. Es existieren unzählige Tabellen mit teilweise
falschen Angaben, manchmal sogar Ausdrücken wie „ ... es
scheint mir oder nach meiner Erfahrung, ist ..... säurebildend.“
Es gibt selbstverständlich (kleine) Unterschiede nach Sorten,
Jahreszeit, Produktion.
|
Nahrungsmittel
|
Kalorien
|
Eiweiss
|
Na
|
K
|
Ca
|
Mg
|
P
|
Cl
|
SO4
|
PRAL*
|
|
Bohnen grün
|
24
|
1,9
|
0
|
230
|
36
|
17
|
38
|
9
|
0,9
|
-3,1
|
|
Broccoli
|
33
|
4,4
|
8
|
370
|
56
|
22
|
87
|
100
|
2,2
|
-1,2
|
|
Karotten
|
30
|
0,7
|
40
|
240
|
34
|
9
|
25
|
39
|
0,3
|
-4,9
|
|
Kartoffeln
|
7,5
|
2,1
|
7
|
360
|
5
|
17
|
37
|
66
|
1,0
|
-4,0
|
|
Spinat
|
25
|
2,8
|
140
|
500
|
170
|
54
|
45
|
98
|
1,4
|
-14,0
|
|
Tomaten
|
17
|
0,7
|
9
|
250
|
7
|
7
|
24
|
55
|
0,3
|
-2,8
|
|
Zwiebeln
|
36
|
1,2
|
3
|
160
|
25
|
4
|
30
|
25
|
0,6
|
-1,5
|
|
Äpfel
|
47
|
0,4
|
3
|
120
|
4
|
5
|
11
|
0
|
0,2
|
-2,2
|
|
Aprikosen
|
31
|
0,9
|
2
|
270
|
15
|
11
|
20
|
3
|
0,4
|
-4,8
|
|
Bananen
|
95
|
1,2
|
1
|
400
|
6
|
34
|
28
|
79
|
0,6
|
-5,5
|
|
Erdbeeren
|
27
|
0,8
|
6
|
160
|
16
|
10
|
24
|
18
|
0,4
|
-2,2
|
|
Kirschen
|
48
|
0,9
|
1
|
210
|
13
|
10
|
21
|
0
|
0,4
|
-3,6
|
|
Kiwi
|
49
|
1,1
|
4
|
290
|
25
|
15
|
32
|
39
|
0,5
|
-4,1
|
|
Orangen
|
37
|
1,1
|
5
|
150
|
47
|
10
|
21
|
3
|
0,5
|
-2,7
|
|
Trauben
|
272
|
2,1
|
60
|
1,020
|
46
|
35
|
76
|
9
|
1,0
|
-2,1
|
|
Zitronensaft
|
7
|
0,3
|
1
|
130
|
7
|
7
|
8
|
3
|
0,1
|
-2,5
|
|
Bier
|
37
|
0,3
|
23
|
45
|
8
|
8
|
17
|
48
|
0,1
|
-0,1
|
|
Kaffee
|
2
|
0,2
|
0
|
66
|
2
|
6
|
2
|
0
|
0,1
|
-1,4
|
|
Tee
|
0
|
0,1
|
0
|
17
|
0
|
1
|
1
|
0
|
0,0
|
-0,3
|
|
Rotwein
|
68
|
0,2
|
10
|
130
|
7
|
11
|
14
|
18
|
0,1
|
-2,4
|
|
Weisswein
|
66
|
0,1
|
4
|
61
|
9
|
8
|
6
|
10
|
0,0
|
-1,2
|
|
Erdnüsse
|
564
|
25,6
|
2
|
670
|
60
|
210
|
430
|
7
|
12,5
|
8,3
|
|
Haselnüsse
|
650
|
14,1
|
6
|
730
|
140
|
160
|
300
|
18
|
6,9
|
-2,8
|
|
Walnüsse
|
688
|
14,7
|
7
|
450
|
94
|
160
|
380
|
24
|
7,2
|
6,8
|
|
Weizenbrot
|
235
|
8,4
|
520
|
110
|
110
|
24
|
91
|
820
|
4,1
|
3,7
|
|
dtto vollkorn
|
198
|
7,0
|
380
|
270
|
63
|
92
|
196
|
585
|
3,4
|
1,8
|
|
Cornflakes
|
360
|
7,9
|
1100
|
100
|
15
|
14
|
50
|
1820
|
3,9
|
6,0
|
|
Reis braun
|
357
|
6,7
|
3
|
250
|
10
|
110
|
310
|
230
|
3,3
|
12,5
|
|
Spaghetti
|
342
|
12,0
|
3
|
250
|
25
|
56
|
190
|
25
|
5,9
|
6,5
|
|
Kuhmilch
|
66
|
3,2
|
55
|
140
|
115
|
11
|
92
|
100
|
1,6
|
0,7
|
|
Joghurt
|
79
|
5,7
|
80
|
280
|
200
|
19
|
170
|
170
|
2,8
|
1,5
|
|
Hartkäse
|
405
|
24,7
|
620
|
82
|
670
|
24
|
470
|
980
|
12,1
|
19,2
|
|
Parmesan
|
452
|
39,4
|
1090
|
110
|
1200
|
45
|
810
|
1820
|
19,3
|
34,2
|
|
Ei
|
147
|
12,5
|
140
|
130
|
57
|
12
|
200
|
160
|
6,1
|
8,2
|
|
Forelle
|
135
|
23,5
|
88
|
370
|
36
|
31
|
270
|
70
|
11,5
|
10,8
|
|
Hering
|
234
|
16,8
|
67
|
340
|
33
|
29
|
210
|
76
|
8,2
|
7,0
|
|
Hühnerfleisch
|
121
|
20,5
|
81
|
320
|
10
|
25
|
200
|
78
|
10,0
|
8,7
|
|
Rindfleisch
|
123
|
20,3
|
61
|
350
|
7
|
20
|
180
|
59
|
9,9
|
7,8
|
|
Schweinefleisch
|
147
|
20,7
|
76
|
370
|
8
|
22
|
200
|
71
|
10,1
|
7,9
|
|
Salami
|
491
|
19,3
|
1850
|
160
|
10
|
10
|
160
|
2849
|
9,4
|
11,6
|
|
Mineralwasser
|
s. entsprechende
|
Seite
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Früchte, Gemüse und Salate sind
basenbildend (-PRAL-Werte). Alle Getreide sind säurebildend
(+PRAL-Werte), weil sie relativ viel Eiweiss enthalten, von Nüssen
Erd-, Cashew-, Para- und Wallnüsse. Essigessenz
(reiner Essig) ist nicht nur sauer, aber auch säurebildend.
Obstessig dagegen enthält alle die Basen von Obst, aus dem er
gegärt wurde, nur der (Frucht-) Zucker wurde in Essigsäure
umgewandelt, damit ist er wie das Obst basenbildend. Ähnlich
ist es mit Wein – basenbildend, jedoch reiner Alkohol und
Schnäpse sind säurebildend, da die Basen bei ihrer
Verarbeitung verloren gehen.
Eine ausgezeichnete Seite über Säure-Basen
Problematik finden Sie hier,
sogar mit einem Rechner
des Säure- und Basenüberschusses einzelner Nahrungsmittel!
Wir essen keine einzelnen Nahrungsmittel,
sondern Speisen, die aus deren Kombinationen bestehen. So ist
es wichtig, was wir zusammen kochen und essen. Es ist ein
grosser Unterschied, ob wir Käse mit Gschwelti
(Pellkartoffeln) (je nach Verhältnis und Käsesorte sogar
basenbildend oder nur leicht säurebildend) oder als Fondue
mit Weissbrot (stark säurebildend) verspeisen. Wir ertragen
sogar vor den Gschwelti als Vorspeise den basenbildenden
Salat, der uns mit Fondue schwer auf dem Magen liegen würde.
Beispiele s. unten.


Warum saure Speisen und nicht selten auch körperliche
Anstrengung das Sodbrennen hervorrufen und/oder verschlimmern
können, erklären wir auf der entsprechenden Seite.
Was geschieht, wenn man
zuviel säurebildende Nahrungsmittel zu sich nimmt?
Es hängt vom Anteil der abbaubaren und
nichabbaubaren Säuren ab.
-
Die
metabolisierbaren organischen Säuren (H+-Ionen) werden
1.1. bei Bedarf an Energie (körperliche Tätigkeit) zu
Kohlendioxid CO2
und Wasser H2O
abgebaut,
1.2. bei Energieüberfluss in Form von Zucker und vor
allem Fetten (neutrale Fette, sog. Triglyzeride,
Cholesterin, u.a.) gelagert – Grund für Übergewicht,
Hypercholesterinämie, Zucker- und andere
Stoffwechselkrankheiten mit allen bekannten Folgen.
1.3. Der Körper versucht, die überflüssige
Säure (H+-Ionen)
auszuscheiden, wo es nur geht – der Urin wird sauer, die
Magensäure wird vermehrt produziert – Grund für Sodbrennen,
Gicht, Nierensteine.
Der Bedarf nach Säureausscheidung veranlasst die Niere
und Nebenniere zu Produktion von Hormonen,
die die Ausscheidung der Säuren steigern. Sie steigern
jedoch auch den Blutdruck.
-
Die nicht
abbaubaren Phosphor- und Schwefelsäure müssen durch die
Nieren ausgeschieden werden.
Urin
Nierenzelle
Blut

2.1. Dazu braucht man Basen. Falls nicht
genug Kalium vorhanden ist, wird Calcium aus den Knochen zur
Verfügung gestellt – Grund für Knochenschwäche,
Osteoporose.
2.2.Dabei werden schwächere organische Säuren z.B. Harnsäure,
Oxalsäure und Zitronensäure in den Nierenzellen und dann im
ganzen Körper vermehrt beibehalten – Grund für Gicht,
Pseudogicht, Arthrose, Nierensteine,
u.a.
2.3. Auch dadurch wird die u. 1.4. erwähnte Hormonproduktion
stimuliert, der Blutdruck erhöht.
Auch Mangel an Basen führt teilweise zu
diesen Änderungen, bzw. er vertieft sie. Vermehrte Zufuhr von
Basen wirkt dem entgegen. Oft versucht man mit sog.
Basenpulvern den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen.
Warum
sind die Basenpulver kein (vollständiger) Ersatz für basisch
betonte, gesunde Ernährung?
1. Die Belastung des Stoffwechsels durch den
Überfluss von organischen und anorganischen Säuren bleibt.
Manche Folgen der Übersäuerung (s. u.)
werden kaum beeinflusst.
Als Beispiel ist die Belastung der Nieren durch die
Ausscheidung der überflüssigen Säuren (s.o.).
Es trifft aber auch andere Organe, wie Leber und Muskel. Man
kann es mit einer Waage vergleichen. Für ein Gleichgewicht
von 1 g ist sie feiner als eine für 1 kg, die allgemeine
Belastung ist kleiner.


2. Die Salze von Kalium, Magnesium und
Kalzium schmecken nicht gut und so benützt man Natriumsalze,
Zucker und/oder künstliche Süssstoffe zur Verbesserung ihres
Geschmackes. Teilweise enthalten die „Basenpulver“ mehr
Natrium, von dem wir sowieso schon zu viel konsumieren, als
die anderen Basen.
3. Die Basen Kalium und Magnesium als reine
Salze eingenommen, werden schnell ausgeschieden. Der Urin wird
zwar basischer, die Wirkung ist aber zeitlich begrenzt.
4. Calcium und Magnesium behindern die
Aufnahme von manchen Spurenelementen wie Eisen, Zink (s.
folgende Grafik), sodass Mangel entstehen kann:

Basenpulver können bei empfindlichen Leuten schon in
kleiner Menge Durchfall verursachen.
Beispiele
der bekannten Basenpulver:
Basium: Jede
Portion enthält (10g=1Messlöffel):
• 0g Eiweiss• 3g Kohlenhydrate• 0g Fett• 3000 mg
Fructose• 2000 mg Inulin (präbiotischer Ballaststoff)•
500 mg Kalium • 300 mg Calcium • 200 mg Magnesium • 50
mg Kieselsäure• 5 mg Zink • 2 mg Mangan • 1 mg Eisen
• 0,7 mg Vitamin B2 • 0,5 mg Kupfer • 60 mcg Jod • 50
mcg Molybden • 50 mcg Chrom • 30 mcg Selen - (10 g
Pulver besteht aus 6 g Zucker (3000 mg Fruktose = 3 g
Fruchtzucker, die 3 g Kohlenhydrate sind auch ein nicht genau
angegebener Zucker.)
Basenpulver Rentsch: Calciumcitrat,
Zuckeraustauschstoff Isomalt, Magnesiumcitrat, Molkepulver,
Natriumbicarbonat, naturidentisches Vanillearoma, Süssstoff
Aspartam. – (da fehlen die Mengeangaben ganz! Wie viel
Natrium? Isomalt ist Zucker!)
Alkala N: 150
g powder contain: 2.67 g sodium citrate x H2O, 13.40 g
potassium bicarbonate, 133.93 g sodium bicarbonate. (10x
mehr Natrium als Kalium! Was ist der Rest im Pulver?)
Wenn wir schon zusätzliche
Basen anwenden, wie sollen wir es tun?
-
Eher oft in einer kleineren, als selten
in einer grösseren Menge und eher zusammen mit Nahrung
als auf leeren Magen oder nach den Mahlzeiten einnehmen.
Sonst neutralisieren die Basen die Magensäure und
erschweren somit die Verdauung.
-
Vorteilhaft sind organische Salze von
Kalium und Magnesium (Ausnahme bei harntreibenden
Medikamenten (Diuretika) und gewissen krankhaften Zuständen
(Hypochlorämie = Mangel an Chlor)). Man bekommt sie (auch
nicht ohne Geschmacksverbesserer) als reine Präparate in
der Apotheke.
Die (richtige) Basensubstitution hilft in
gewissen Situationen. Sie soll aber nicht nur „kosmetischen
Zwecken“ dienen – den Urin basisch machen und das Gewissen
beruhigen, um sich weiter falsch zu ernähren.
Wirksamer als alle Basenpulver ist die gesunde
Ernährung, die in der Zusammensetzung ausgeglichen und
abwechslungsreich ist, dem Energiebedarf entspricht und
ausreichend Basen und Vitalstoffe enthält. Genug Bewegung hält
dazu den Stoffwechsel aktiv und passt sich den Bedürfnissen
an. Bewegung übersäuert zwar kurzfristig den Körper,
da bei der Muskelarbeit vorübergehend verschiedene organische
Säuren (Brenztraubensäure, Milchsäure, Zitronensäure,
u.a.) entstehen. Sie werden jedoch schlussendlich zu
Kohledioxid und Wasser umgewandelt und so werden die säurebildenden
Kohlenhydrate und Fette abgebaut, der „Säurestau“
vermindert. Die „Fabriken“ für diesen Abbau – die
Mitochondrien – ausgestattet mit genug Arbeitern, den
entsprechenden Enzymen, werden gebildet, die Kapazität für
diese Stoffwechselvorgänge gesteigert.
Wie weiss man, dass man übersäuert
ist?
Wenn wir übergewichtig und/oder zuckerkrank
sind, unter hohem Blutdruck oder einer anderen (unten
aufgeführten) Krankheit leiden, sind wir höchstwahrscheinlich
übersäuert. Es gibt verschiedene Blut- und
Urinuntersuchungen, die es bestätigen.
Die einfachste ist die Messung des pH im Urin. Es soll
nicht weniger als 5,5 betragen (5,5 - 7,0), wobei der Urin am
Morgen saurer ist als tagsüber, da über Nacht die
Stoffwechselvorgänge vermehrt Säuren produzieren und wir sie
schlafend nicht durch Bewegung abbauen. Ein basischer Urin ist
mit der gegenwärtigen Ernährung nur den strengen Vegetariern
(mit wenig Käse!), bzw. Veganern (keine
tierische Produkte) vorbehalten. Sonst muss man an eine
Urininfektion (die Bakterien brauchen für ihre Energievorgänge
auch Säure, d.h. H+-Ionen) denken, oder Verdacht auf eine
Nierenstörung (kaliumverlierende Niere) oder Konsum von
Basenpulver und/oder harntreibender Medikamente schöpfen und
entsprechende Untersuchungen veranlassen. (Vorsicht: auch
Vegetarier und Veganer können, wenn auch seltener, unter
Harnweginfekten und anderen Krankheiten leiden.)
Zuverlässiger ist es, die
Ausscheidung der Säuren und Basen im Urin zu bestimmen.
Dadurch erfährt man auch, wie man das Ungleichgewicht
verbessern kann. Auf der Seite der Säuren kann man Phosphat-,
Chlorid-, Zitrat-, Oxalat- und Harnsäure-, auf der Seite der
Basen Natrium-, Kalium-, Calcium- und Magnesiumausscheidung
bestimmen. Die Vorteile einer solchen Bestimmung:
-
Wir bekommen Informationen
auch über den Zustand und die Bedürfnisse der Zellen,
nicht nur des Blutes und der Flüssigkeit zwischen der
Zellen (extrazelluläre Flüssigkeit).
-
Wir sehen die Gründe für
die Übersäuerung und können sie gezielt beheben und
nicht mit einem "Schrottschuss" eines
Basenpulvers, das sie u.U. noch den Zustand verschlechtern
kann.
-
Wir können seltene
Ursachen der Säure-Basen-Störung entdecken.
-
Die Bestimmung ist sehr
kostengünstig. Die Kosten belaufen sich, je nach Ausmass
zwischen ca. 35 - 140 Fr.
Wir führen für diese
Bestimmung für Sie gerne durch und/oder beraten
Sie, was (dann) zu tun ist.
Ein übersäuerter Körper
ist wie ein Haus mit morschem Grund und/oder Wänden. Es fehlt
ihm die Grundlage für die richtige Funktion, wie wenn er
nicht genug Sauerstoff oder Nahrung hätte. Er ist anfällig für
verschiedene Krankheiten. Hier einige davon, ohne Anspruch auf
Vollständigkeit:
-
Übergewicht
-
Hyperlipidämie – erhöhte Blutfette
-
Zuckerkrankheit
-
Hypertonie – hoher Blutdruck
-
Refluxkrankheit
- Sodbrennen
-
Gicht –
vermehrte Harnsäure
-
Chondrokalzinose
– Phosphoreinlagerung
-
Arthrose
- Abnützungsrheuma
-
Arthritis – entzündliches Rheuma
-
Osteoporose
- Knochenschwund
-
Schmerz
-
Krämpfe
-
Epilepsie - Anfallskrankheit
-
Überaktivität - Kinder
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Demenz -
Alzheimer
-
Steinkrankheiten
16.1. Nierensteine
16.2. Gallensteine
16.3. Ohrensteine
-
Schwindel
-
Ohrensausen
-
Pankreatitis - Bauchspeicheldrüsenentzündung
-
Immunsystem
20.1. Infektionen
20.2. Allergien und Unverträglichkeiten
20.2. Krebskrankheitem
-
Verminderte
Leistungsfähigkeit
Die Massnahme gegen Übersäuerung ist
einfach – die Nahrungsumstellung. Ihre Umsetzung schon
schwieriger. Eine fachkundige Beratung
hilft dabei. Man kann die Umstellung stufenweise, allmählich,
oder plötzlich „auf einen Ruck“ ergreifen, je nach dem
was einem besser passt, aber es ist für ein gesundes,
zufriedenes Leben mit guter Leistungsfähigkeit unabdingbar,
über längere Zeit nicht „sauer“ zu sein!
Nach
oben
Falls
Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns
unheimlich freuen würde)
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