Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
Anmeldung T: 071 250 15 18 Fax: 071 250 15 19 E-mail: Peter.J.Marko@hin.ch


Empfang | Über uns | Was bieten wir | Wo | Beratung | NAET | Antischnarch Schmerztherapie | Tipp der Woche | Ernährung | Gesprächsforum | Links| Geschichten

Letzte redaktionelle Änderung 6.04.09

Unsere ganze Homepage können Sie hier nach Worten und Begriffen durchsuchen.

 

Säure-Basen-Haushalt,

Übersäuerung, ihre Folgen und was dagegen zu tun ist

 

Zu einem (gesunden) Leben gehören verschiedene Grundbedingungen. So wie wir ohne genug Sauerstoff nicht leben können, so braucht unser Körper leicht basisch zu sein (pH 7,35-7,45). Dieser stabile Säure-Basen-Zustand wird durch verschiedene Organsysteme reguliert: Atmung, Kreislauf, Niere, Verdauungsorgane, hormonproduzierende Drüsen, Knochen, Bindegewebe und Haut beteiligen sich daran. Entscheidend ist dabei auf lange Sicht die Nahrung. Einseitig säurebetont, belastet sie den Körper und führt zu Krankheiten. Wie und warum?   

Wir möchten nicht nur Fakten präsentieren, sondern die Zusammenhänge erklären, damit der Leser die Nahrung selbständig beurteilen und zusammensetzen kann. Dazu wiederholen wir kurz gewisse chemische Grundkenntnisse, die man in der Mittelschule erwirbt. Sie sind klein gedruckt.

Um leben zu können, brauchen wir Energie. Ohne dieser könnten wir uns u.a. nicht bewegen, denken, warm halten. Menschen und Tiere verbrauchen dabei die Sonnenenergie, welche welche die Pflanzen (durch sogenannte Photosynthese) in chemische Verbindungen umgewandelt haben. Aus Kohledioxid CO2 und Wasser H2O entsteht ein Zucker C6H12O6. Umgekehrt, wenn wir ihn zu CO2 und H2O verbrennen, entsteht Energie. 

Die bekannte Formel lautet : 
6 CO
2                + 6 H2O     + Sonnenenergie  =   C6H12O6                     + 6 O2
6 Kohlendioxid   + 6 Wasser + Sonnenenergie  =  1 Traubenzucker          + 6 Sauerstoff   
für die Synthese und umgekehrt   
C
6H12O6         + 6 O2             = 6 CO2             + 6 H2O      + Energie  
Traubenzucker + 6 Sauerstoff  = 6 Kohlendioxid + 6 Wasser + Energie
für die Verbrennung.

Ähnlich wie beim Automotor „verbrennen“, wandeln wir die Wasserstoffatome des Zuckers in Wasser und die Kohlenstoffatome in Kohledioxid um. Unsere Ausbeute ist viel besser (über 40%) als die des Automotors (unter 20%). Der Rest ist Wärme, die wir als Warmblüter unbedingt zum Leben benötigen. 

Die Verbindung von Säure und Sauerstoff ist ein historischer Irrtum. Im 18. Jahrhundert wurde erstmals Sauerstoff mit Hilfe von Säuren produziert. Man meinte falsch, sie seien dessen Quelle. Ein Stoff braucht keine Sauerstoffatome zu enthalten, um sauer zu sein. 

Ein Stoff ist sauer, wenn er Wasserstoffionen H+ in die Lösung abgibt. Je mehr, desto saurer ist er. Man misst ihre Konzentration wie üblich in sogenannten Mol pro Liter. Ein Mol ist die Menge des Stoffes in g, die seinem Molekulargewicht entspricht, im Falle des Wasserstoffs 1 g. Das Mass der Wasserstoffionkonzentration ist die potentia hydrogeni, sog. pH.  Es ist der negative Logarhithmus der molaren Konzentration. 

Wenn sich in einer Lösung 

0,1                               Mol H+             befindet, hat die Lösung            pH 1
0,01                                  „                                  „                                pH 2
0,001                                „                                  „                                pH 3
.
0,0000001                        „                                  „                                pH 7 
.
0,00000000000001          „                                  „                                pH 14

Wie kann eine Lösung ein höheres pH als 7 haben? Dann, wenn in ihr eine Base gelöst ist. Basen oder Laugen sind Stoffe, die in der Lösung die OH- Gruppe abgeben, die sich dann mit H+ zum Wasser H2O verbindet, womit die Zahl der H+-Ionen in der Lösung sinkt.. Metalle haben die Fähigkeit, in der Lösung Basen zu bilden, z.B. Natrium NaOH, Kalium KOH, Magnesium Mg(OH)2, Kalzium Ca(OH)2. Eine neutrale Lösung, z.B. das destillierte Wasser, hat pH 7.  

Also je mehr H+-Ionen, je saurer, desto tiefer ist das pH, je weniger H+-Ionen, je basischer, desto ist das pH höher.  
Säuren und Basen bilden zusammen Salze, z. B. die Salzsäure HCl und Natriumlauge NaOH  Kochsalz NaCl und Wasser H2O : (HCl + NaOH = NaCl + H2O). Es gibt anorganische und organische Säuren. Die organischen haben die Karboxylgruppe COOH, die in wässriger Lösung ein H+-Ion abgibt: COO- + H+. Die einfachste organische Säure ist die Ameisensäure HCOOH, dann folgt die Essigsäure CH3COOH. Kompliziertere organische Säuren sind Oxalsäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Ascorbinsäure (Vitamin C), Fettsäuren, Gallensäuren, usw. Die organischen Säuren werden von Lebewesen produziert und können durch sie wieder in ihre Hauptbestandteile Kohlendioxid CO2 und Wasser H2O um- und abgebaut werden. Bei dieser Umwandlung entstehen aus allen Waserstoffatomen H vorübergehend Wasserstoffionen H+

Wann ist ein Nahrungsmittel säurebildend, wann basenbildend? 

Bei der Umwandlung der Stoffe, die Wasserstoffatome enthalten, entstehen Säuren und schlussendlich Wasserstoffionen – sie sind damit säurebildend. Für den Säure-Basen-Haushalt ist dies wichtiger, als ob sie momentan sauer sind, sauer schmecken. So ist Traubenzucker, Glukose C6H12O6, süss, aber bei dessen Umwandlung entstehen 12 Wasserstoffionen, viermal mehr als bei der Umwandlung der sauer schmeckenden Essigsäure (CH3COOH) – Glukose ist trotz ihres süssen Geschmackes säurebildender als Essigsäure! Dies gilt noch mehr für die Fette, da sie noch mehr Wasserstoffatome (und fast keine Sauerstoffatome) in ihren Molekülen haben.   

Theoretisch sind reine Zucker und Fette neutral, da sie zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut werden sollten. Praktisch ist dies jedoch nie der Fall, da von ihnen teilweise (es hängt von der Stoffwechellage ab) im sog. Tricarbonsäurezyklus  (Krebs-Zyklus) organische Säuren  entstehen.

Die Basen Kalium, Magnesium und Kalzium nehmen wir vor allem mit den pflanzlichen Nahrungsmitteln auf. Sie kommen dort in Verbindung mit organischen Säuren als Salze vor. Sie sind für den Säure-Basen-Haushalt als Gegenspieler der Säuren wichtig.  Die organischen Säuren werden in Kohlendioxid und Wasser abgebaut und damit bleiben die Basen für neue Aufgaben frei. Hauptrolle spielt mengenmässig dabei das Kalium. Beim Kochen von Gemüse in viel Wasser und beim Raffinieren von Getreide und Reis gehen Kalium und auch andere wichtige Stoffe verloren. Milchprodukte und Fleisch enthalten relativ wenig Kalium. Mit unserer «raffinierten» Wohlstandsernährung haben wir zu wenig Kalium in der Ernährung. Eine wichtige Base, das Natrium, beeinflusst den Säure-Basen-Haushalt kaum, da sie in der Nahrung vorwiegend als das neutrale Kochsalz konsumiert wird. Calcium ist in Milch und Milchprodukten in hoher Konzentration vorhanden, aber sie enthalten bilanzmässig noch mehr säurebildende Eiweisse wie Kasein (s. PRAL-Werte, Tabelle unten). Calcium ist für das Wachstum der Knochen unentbehrlich. 

Wir konsumieren in unserer Nahrung zu grosse Mengen säurebildender Stoffe (siehe Schwefel in der Ernährung, Phosphor in der Ernährung), die in den Zellen bei Kalium-Mangel ungenügend ausgeglichen werden. So entsteht eine dauernde, zur Säure verschobene Stoffwechsellage, die zahlreiche Krankheiten begünstigt.

Die anorganischen Mineralsäuren entstehen bei der Umwandlung von organischen Nahrungsmitteln. Phosphorsäure aus Nukleinsäuren, die ein wichtiger Bestandteil aller Zellen sind. Schwefelsäure aus schwefelhaltigen Aminosäuren (Cystin, Methionin), den Bausteinen der Proteine. Phosphor- und Schwefelsäure können nicht weiter abgebaut werden, sie müssen zusammen mit Basen als Salze durch die Nieren ausgeschieden werden. Je mehr Nahrungsmittel wir konsumieren, die zur Bildung von anorganischen, nichtmetabolisierbaren (nichtabbaubaren, in Kohlendioxid CO2 und Wasser H2O umwandelbaren s.o.) Säuren führt (Käse, Fleisch), desto mehr Basen braucht man zu ihrer Ausscheidung. Aber auch wenn genug Basen vorhanden sind, belastet der Säureüberfluss unseren Stoffwechsel. 

Aus dem Gesagten könnte der Eindruck entstehen, dass die Säuren nur schädlich seien. Dem ist nicht so: die Phoshporsäure und ihre Verbindungen sind unabdingbar für lebenswichtige Vorgänge und Stoffe. Ähnlich ist es mit den schwefelhaltigen Aminosäuren. Schlussendlich sind Wasserstoffionen unsere wichtigste Energiequelle. Ungesund, schädlich, ist ihr Überfluss, der durch unsere gegenwärtige Ernährung verursacht wird. 

Zusammenfassend: Ein Nahrungsmittel  ist sauer, wenn es sauer schmeckt, säurebildend, wenn bei seiner Umwandlung und Abbau mehr Wasserstoffionen als Basen entstehen. Umgekehrt, basenbildende Nahrungsmittel ergeben nach der Verstoffwechslung mehr Basen als Säuren und Wasserstoffionen (s. PRAL-Werte, Tabelle unten). Der Geschmack ist dabei nicht entscheidend. So sind sowohl Zitrone als auch Sauerkraut basenbildend, wie anderseits nicht sauer schmeckende Zucker, Getreide, Eier, Fleisch, Käse säurebildend sind.

Ausser den Eigenschaften sauer und basisch, säure- und basenbildend, abbaubar und nichtabbaubar, ist bei einem Nahrungsmittel für den Säure-Basen-Haushalt die Säure-Basen-Kapazität sehr wichtig. Damit ist Folgendes gemeint:
Es ist ein grosser Unterschied, ob wir eine Scheibe (100 g) Vollkornbrot, das zwar auch säurebildend ist oder 100 g Vollfetthartkäse zu uns nehmen: 

  1. Die säurebildenden Kohlenhydrate (Stärke) sind im Brot leichter abbaubar und ergeben dabei weniger Wasserstoffionen als die Fette im Käse.

  2. Das Vollkornbrot enthält weniger Stoffe, aus denen die nichtabbaubaren anorganischen Phosphor- und Schwefelsäuren entstehen.

  3. Vollkornbrot enthält mehr basenbildende Stoffe.

  4. Damit ist Vollkornbrot wesentlich weniger säurebildend als Käse.

Weissbrot enthält zwar weniger der säurebildenden Eiweisse aber auch der Basen (Mineralien). Ausserdem auch weniger Vitamine, Balaststoffe und andere nützlichen Nahrstoffe - es ist weniger vollwertig

Diese Kapazität wird in den zahlreichen veröffentlichten Abhandlungen oft mit falschen Angaben der säure- und basenbildenden Nahrungsmittel angegeben. Man kann sie nicht in einfachen Zahlen ausdrücken. Es ist eine Sichtweise, die Überlegung verlangt. Sie ist eher möglich auf Grund der Daten in dieser Tabelle mit Beispielen von säure- und basenbildenden Nahrungsmitteln:   

Na=Natrium, K=Kalium, Ca=Kalzium, Mg=Magnesium, P=Phosphor, alle in mg/100g; SO4=Sulfat und  PRAL in Miliequivalenten mE/100g. PRAL (potential renal acid load = potenzielle Säurebelastung der Niere) sind nach Remer und Manz gerechnete Werte , in denen die Darmresorption der Säuren und Basen berücksichtigt wird. Sie drücken in Zahlen die Säure- und Basenbildung der Lebens- und Nahrungsmittel aus. Negative Zahlen bedeuten basenbildend, positive , säurebildend. Auch diese Art ist nicht perfekt, weil Natrium und Chlorid vermehrte Ausscheidung von Calcium verursachen, was vor allem bei der Osteoporose eine wichtige Rolle spielt. Sie ist aber das beste Mass, das wir gegenwärtig haben. Es existieren unzählige Tabellen mit teilweise falschen Angaben, manchmal sogar Ausdrücken wie „ ... es scheint mir oder nach meiner Erfahrung,  ist ..... säurebildend.“ Es gibt selbstverständlich (kleine) Unterschiede nach Sorten, Jahreszeit, Produktion.   

Nahrungsmittel

Kalorien

Eiweiss

Na

K

Ca

Mg

P

Cl

SO4

PRAL*

Bohnen grün 

24

1,9

0

230

36

17

38

9

0,9

-3,1

Broccoli

33

4,4

8

370

56

22

87

100

2,2

-1,2

Karotten

30

0,7

40

240

34

9

25

39

0,3

-4,9

Kartoffeln

7,5

2,1

7

360

5

17

37

66

1,0

-4,0

Spinat

25

2,8

140

500

170

54

45

98

1,4

-14,0

Tomaten

17

0,7

9

250

7

7

24

55

0,3

-2,8

Zwiebeln

36

1,2

3

160

25

4

30

25

0,6

-1,5

Äpfel

47

0,4

3

120

4

5

11

0

0,2

-2,2

Aprikosen

31

0,9

2

270

15

11

20

3

0,4

-4,8

Bananen

95

1,2

1

400

6

34

28

79

0,6

-5,5

Erdbeeren

27

0,8

6

160

16

10

24

18

0,4

-2,2

Kirschen

48

0,9

1

210

13

10

21

0

0,4

-3,6

Kiwi

49

1,1

4

290

25

15

32

39

0,5

-4,1

Orangen

37

1,1

5

150

47

10

21

3

0,5

-2,7

Trauben

272

2,1

60

1,020

46

35

76

9

1,0

-2,1

Zitronensaft

7

0,3

1

130

7

7

8

3

0,1

-2,5

Bier

37

0,3

23

45

8

8

17

48

0,1

-0,1

Kaffee

2

0,2

0

66

2

6

2

0

0,1

-1,4

Tee

0

0,1

0

17

0

1

1

0

0,0

-0,3

Rotwein

68

0,2

10

130

7

11

14

18

0,1

-2,4

Weisswein

66

0,1

4

61

9

8

6

10

0,0

-1,2

Erdnüsse

564

25,6

2

670

60

210

430

7

12,5

8,3

Haselnüsse

650

14,1

6

730

140

160

300

18

6,9

-2,8

Walnüsse

688

14,7

7

450

94

160

380

24

7,2

6,8

Weizenbrot

235

8,4

520

110

110

24

91

820

4,1

3,7

dtto vollkorn

198

7,0

380

270

63

92

196

585

3,4

1,8

Cornflakes

360

7,9

1100

100

15

14

50

1820

3,9

6,0

Reis braun

357

6,7

3

250

10

110

310

230

3,3

12,5

Spaghetti

342

12,0

3

250

25

56

190

25

5,9

6,5

Kuhmilch

66

3,2

55

140

115

11

92

100

1,6

0,7

Joghurt

79

5,7

80

280

200

19

170

170

2,8

1,5

Hartkäse

405

24,7

620

82

670

24

470

980

12,1

19,2

Parmesan

452

39,4

1090

110

1200

45

810

1820

19,3

34,2

Ei

147

12,5

140

130

57

12

200

160

6,1

8,2

Forelle

135

23,5

88

370

36

31

270

70

11,5

10,8

Hering

234

16,8

67

340

33

29

210

76

8,2

7,0

Hühnerfleisch

121

20,5

81

320

10

25

200

78

10,0

8,7

Rindfleisch

123

20,3

61

350

7

20

180

59

9,9

7,8

Schweinefleisch

147

20,7

76

370

8

22

200

71

10,1

7,9

Salami

491

19,3

1850

160

10

10

160

2849

9,4

11,6

Mineralwasser

s. entsprechende

Seite

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Früchte, Gemüse und Salate sind basenbildend (-PRAL-Werte).  Alle Getreide sind säurebildend (+PRAL-Werte), weil sie relativ viel Eiweiss enthalten, von Nüssen  Erd-, Cashew-, Para- und Wallnüsse. Essigessenz (reiner Essig) ist nicht nur sauer, aber auch säurebildend. Obstessig dagegen enthält alle die Basen von Obst, aus dem er gegärt wurde, nur der (Frucht-) Zucker wurde in Essigsäure umgewandelt, damit ist er wie das Obst basenbildend. Ähnlich ist es mit Wein – basenbildend, jedoch reiner Alkohol und Schnäpse sind säurebildend, da die Basen bei ihrer Verarbeitung verloren gehen.   

Eine ausgezeichnete Seite über Säure-Basen Problematik finden Sie hier, sogar mit einem Rechner des Säure- und Basenüberschusses einzelner Nahrungsmittel!

Wir essen keine einzelnen Nahrungsmittel, sondern Speisen, die aus deren Kombinationen bestehen. So ist es wichtig, was wir zusammen kochen und essen. Es ist ein grosser Unterschied, ob wir Käse mit Gschwelti (Pellkartoffeln) (je nach Verhältnis und Käsesorte sogar basenbildend oder nur leicht säurebildend) oder als Fondue mit Weissbrot (stark säurebildend) verspeisen. Wir ertragen sogar vor den Gschwelti als Vorspeise den basenbildenden Salat, der uns mit Fondue schwer auf dem Magen liegen würde. Beispiele s. unten.

   

 

Warum saure Speisen und nicht selten auch körperliche Anstrengung das Sodbrennen hervorrufen und/oder verschlimmern können, erklären wir auf der entsprechenden Seite

Was geschieht, wenn man zuviel säurebildende Nahrungsmittel zu sich nimmt? 

Es hängt vom Anteil der abbaubaren und nichabbaubaren Säuren ab. 

  1. Die metabolisierbaren organischen Säuren (H+-Ionen) werden 
    1.1. bei Bedarf an Energie (körperliche Tätigkeit) zu Kohlendioxid CO
    2 und Wasser H2O abgebaut,
    1.2. bei Energieüberfluss in Form von Zucker und vor allem Fetten (neutrale Fette, sog. Triglyzeride, Cholesterin, u.a.) gelagert – Grund für Übergewicht, Hypercholesterinämie, Zucker- und andere Stoffwechselkrankheiten mit allen bekannten Folgen. 
    1.3. Der Körper versucht, die überflüssige Säure (H+-Ionen) auszuscheiden, wo es nur geht – der Urin wird sauer, die Magensäure wird vermehrt produziert – Grund für Sodbrennen, Gicht, Nierensteine. Der Bedarf nach Säureausscheidung veranlasst die Niere und Nebenniere zu Produktion von Hormonen, die die Ausscheidung der Säuren steigern. Sie steigern jedoch auch den Blutdruck. 

  2. Die nicht abbaubaren Phosphor- und Schwefelsäure müssen durch die Nieren ausgeschieden werden. 

                         Urin                 Nierenzelle                    Blut

2.1. Dazu braucht man Basen. Falls nicht genug Kalium vorhanden ist, wird Calcium aus den Knochen zur Verfügung gestellt – Grund für Knochenschwäche, Osteoporose
2.2.Dabei werden schwächere organische Säuren z.B. Harnsäure, Oxalsäure und Zitronensäure in den Nierenzellen und dann im ganzen Körper vermehrt beibehalten – Grund für Gicht, Pseudogicht, Arthrose, Nierensteine, u.a.
2.3. Auch dadurch wird die u. 1.4. erwähnte Hormonproduktion stimuliert, der Blutdruck erhöht. 

Auch Mangel an Basen führt teilweise zu diesen Änderungen, bzw. er vertieft sie. Vermehrte Zufuhr von Basen wirkt dem entgegen. Oft versucht man mit sog. Basenpulvern den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen. 

Warum sind die Basenpulver kein (vollständiger) Ersatz für basisch betonte, gesunde Ernährung? 

1. Die Belastung des Stoffwechsels durch den Überfluss von organischen und anorganischen Säuren bleibt. Manche Folgen der Übersäuerung (s. u.) werden kaum beeinflusst.

Als Beispiel ist die Belastung der Nieren durch die Ausscheidung der überflüssigen Säuren (s.o.). Es trifft aber auch andere Organe, wie Leber und Muskel. Man kann es mit einer Waage vergleichen. Für ein Gleichgewicht von 1 g ist sie feiner als eine für 1 kg, die allgemeine Belastung  ist kleiner.

 

 

2. Die Salze von Kalium, Magnesium und Kalzium schmecken nicht gut und so benützt man Natriumsalze, Zucker und/oder künstliche Süssstoffe zur Verbesserung ihres Geschmackes. Teilweise enthalten die „Basenpulver“ mehr Natrium, von dem wir sowieso schon zu viel konsumieren, als die anderen Basen.

3. Die Basen Kalium und Magnesium als reine Salze eingenommen, werden schnell ausgeschieden. Der Urin wird zwar basischer, die Wirkung ist aber zeitlich begrenzt.  

4. Calcium und Magnesium behindern die Aufnahme von manchen Spurenelementen wie Eisen, Zink (s. folgende Grafik), sodass Mangel entstehen kann:

Basenpulver können bei empfindlichen Leuten schon in kleiner Menge Durchfall verursachen.

         Beispiele der bekannten Basenpulver:         

Basium: Jede Portion enthält (10g=1Messlöffel):
• 0g Eiweiss• 3g Kohlenhydrate• 0g Fett• 3000 mg Fructose• 2000 mg Inulin (präbiotischer Ballaststoff)• 500 mg Kalium • 300 mg Calcium • 200 mg Magnesium • 50 mg Kieselsäure• 5 mg Zink • 2 mg Mangan • 1 mg Eisen • 0,7 mg Vitamin B2 • 0,5 mg Kupfer • 60 mcg Jod • 50 mcg Molybden • 50 mcg Chrom • 30 mcg Selen - (10 g Pulver besteht aus 6 g Zucker (3000 mg Fruktose = 3 g Fruchtzucker, die 3 g Kohlenhydrate sind auch ein nicht genau angegebener Zucker.)  
Basenpulver Rentsch: Calciumcitrat, Zuckeraustauschstoff Isomalt, Magnesiumcitrat, Molkepulver, Natriumbicarbonat, naturidentisches Vanillearoma, Süssstoff Aspartam. – (da fehlen die Mengeangaben ganz! Wie viel Natrium? Isomalt ist Zucker!)  
Alkala N: 150 g powder contain: 2.67 g sodium citrate x H2O, 13.40 g potassium bicarbonate, 133.93 g sodium bicarbonate.  (10x mehr Natrium als Kalium! Was ist der Rest im Pulver?)    

Wenn wir schon zusätzliche Basen anwenden, wie sollen wir es tun? 

  1. Eher oft in einer kleineren, als selten in einer grösseren Menge und eher zusammen mit Nahrung als auf leeren Magen oder nach den Mahlzeiten einnehmen. Sonst neutralisieren die Basen die Magensäure und erschweren somit die Verdauung.

  2. Vorteilhaft sind organische Salze von Kalium und Magnesium (Ausnahme bei harntreibenden Medikamenten (Diuretika) und gewissen krankhaften Zuständen (Hypochlorämie = Mangel an Chlor)). Man bekommt sie (auch nicht ohne Geschmacksverbesserer) als reine Präparate in der Apotheke.

Die (richtige) Basensubstitution hilft in gewissen Situationen. Sie soll aber nicht nur „kosmetischen Zwecken“ dienen – den Urin basisch machen und das Gewissen beruhigen, um sich weiter falsch zu ernähren.
Wirksamer als alle Basenpulver ist die gesunde Ernährung, die in der Zusammensetzung ausgeglichen und abwechslungsreich ist, dem Energiebedarf entspricht und ausreichend Basen und Vitalstoffe enthält. Genug Bewegung hält dazu den Stoffwechsel aktiv und passt sich den Bedürfnissen an.  Bewegung übersäuert zwar kurzfristig den Körper, da bei der Muskelarbeit vorübergehend verschiedene organische Säuren (Brenztraubensäure, Milchsäure, Zitronensäure, u.a.) entstehen. Sie werden jedoch schlussendlich zu Kohledioxid und Wasser umgewandelt und so werden die säurebildenden Kohlenhydrate und Fette abgebaut, der „Säurestau“ vermindert. Die „Fabriken“ für diesen Abbau – die Mitochondrien – ausgestattet mit genug Arbeitern, den entsprechenden Enzymen, werden gebildet, die Kapazität für diese Stoffwechselvorgänge gesteigert. 
 

Wie weiss man, dass man übersäuert ist? 

Wenn wir übergewichtig und/oder zuckerkrank sind, unter hohem Blutdruck oder einer anderen (unten aufgeführten) Krankheit leiden, sind wir höchstwahrscheinlich übersäuert. Es gibt verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen, die es bestätigen. 

Die einfachste ist die Messung des pH im Urin. Es soll nicht weniger als 5,5 betragen (5,5 - 7,0), wobei der Urin am Morgen saurer ist als tagsüber, da über Nacht die Stoffwechselvorgänge vermehrt Säuren produzieren und wir sie schlafend nicht durch Bewegung abbauen. Ein basischer Urin ist mit der gegenwärtigen Ernährung nur den strengen Vegetariern (mit wenig Käse!), bzw. Veganern (keine tierische Produkte) vorbehalten. Sonst muss man an eine Urininfektion (die Bakterien brauchen für ihre Energievorgänge auch Säure, d.h. H+-Ionen) denken, oder Verdacht auf eine Nierenstörung (kaliumverlierende Niere) oder Konsum von Basenpulver und/oder harntreibender Medikamente schöpfen und entsprechende Untersuchungen veranlassen. (Vorsicht: auch Vegetarier und Veganer können, wenn auch seltener, unter Harnweginfekten und anderen Krankheiten leiden.)   

Zuverlässiger ist es, die Ausscheidung der Säuren und Basen im Urin zu bestimmen. Dadurch erfährt man auch, wie man das Ungleichgewicht verbessern kann. Auf der Seite der Säuren kann man Phosphat-, Chlorid-, Zitrat-, Oxalat- und Harnsäure-, auf der Seite der Basen Natrium-, Kalium-, Calcium- und Magnesiumausscheidung bestimmen. Die Vorteile einer solchen Bestimmung:

  1. Wir bekommen Informationen auch über den Zustand und die Bedürfnisse der Zellen, nicht nur des Blutes und der Flüssigkeit zwischen der Zellen (extrazelluläre Flüssigkeit).

  2. Wir sehen die Gründe für die Übersäuerung und können sie gezielt beheben und nicht mit einem "Schrottschuss" eines Basenpulvers, das sie u.U. noch den Zustand verschlechtern kann.

  3. Wir können seltene Ursachen der Säure-Basen-Störung entdecken.

  4. Die Bestimmung ist sehr kostengünstig. Die Kosten belaufen sich, je nach Ausmass zwischen ca. 35 - 140 Fr.

Wir führen für diese Bestimmung für Sie gerne durch und/oder beraten Sie, was (dann) zu tun ist.

Ein übersäuerter Körper ist wie ein Haus mit morschem Grund und/oder Wänden. Es fehlt ihm die Grundlage für die richtige Funktion, wie wenn er nicht genug Sauerstoff oder Nahrung hätte. Er ist anfällig für verschiedene Krankheiten. Hier einige davon, ohne Anspruch auf Vollständigkeit: 

  1. Übergewicht

  2. Hyperlipidämie – erhöhte Blutfette

  3. Zuckerkrankheit

  4. Hypertonie – hoher Blutdruck

  5. Refluxkrankheit - Sodbrennen

  6. Gicht – vermehrte Harnsäure

  7. Chondrokalzinose – Phosphoreinlagerung

  8. Arthrose - Abnützungsrheuma

  9. Arthritis – entzündliches Rheuma

  10. Osteoporose - Knochenschwund

  11. Schmerz

  12. Krämpfe

  13. Epilepsie - Anfallskrankheit

  14. Überaktivität - Kinder

  15. Demenz - Alzheimer

  16. Steinkrankheiten
    16.1. Nierensteine
    16.2. Gallensteine
    16.3. Ohrensteine

  17. Schwindel

  18. Ohrensausen

  19. Pankreatitis - Bauchspeicheldrüsenentzündung

  20. Immunsystem
    20.1. Infektionen
    20.2. Allergien und Unverträglichkeiten
    20.2. Krebskrankheitem

  21. Verminderte Leistungsfähigkeit

Die Massnahme gegen Übersäuerung ist einfach – die Nahrungsumstellung. Ihre Umsetzung schon schwieriger. Eine fachkundige Beratung hilft dabei. Man kann die Umstellung stufenweise, allmählich, oder plötzlich „auf einen Ruck“ ergreifen, je nach dem was einem besser passt, aber es ist für ein gesundes, zufriedenes Leben mit guter Leistungsfähigkeit unabdingbar, über längere Zeit nicht „sauer“ zu sein!

Nach oben

Falls Sie uns wieder besuchen möchten
(was uns unheimlich freuen würde)

 

Empfang | Über uns | Was bieten wir | Wo | Beratung | NAET | Antischnarch Schmerztherapie | Tipp der Woche | Ernährung | Gesprächsforum | Links| Geschichten