Gesund durch Essen
Ernährungsberatung und NAET-Behandlung von Allergien und Unverträglichkeiten
Dr. med. Peter Marko, 
Heinestrasse 26, CH-9008 St.Gallen 
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Letzte redaktionelle Änderung 20.10.2009

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Basen in der Ernährung

(Mehr über Säure-Basen Haushalt hier.)

Wichtige Basen für den Körper sind: Natrium, Kalium, Kalzium und Magnesium. Natrium findet sich vor allem in der Flüssigkeit zwischen den Zellen und im Blut.  Das Kalium dagegen ist die Base des Zellinneren.

Mit unserer «raffinierten» Wohlstandsernährung haben wir zu wenig Kalium und Magnesium in der Ernährung. Wir konsumieren ausserdem zu grosse Mengen säurebildender Stoffe (siehe Schwefel in der Ernährung, Phosphor in der Ernährung), die in den Zellen bei Kalium-Mangel ungenügend ausgeglichen werden. Beim Kochen von Gemüse in viel Wasser und beim Raffinieren von Getreide und Reis gehen Kalium, Magnesium und auch andere wichtige Stoffe verloren. So entsteht eine dauernde, zur Säure hin verschobene Stoffwechsellage, die zahlreiche Krankheiten begünstigt.

Den Problemen des Natriums widmen wir eine spezielle Seite und diejenigen des Kaliums und Calciums beschreiben wir auf den Seiten über Säure-Basen-Haushalt, Knochen und Osteoporose. Magnesium ist mengenmässig nach Natrium, Kalium und Calcium das vierte Mineral. Nach der chemischen Reaktivität (Valenz) kommt es jedoch noch vor Calcium, vergleichbar mit ungefähr der Hälfte derjenigen des Kaliums oder Natriums. Die besten Quellen des Magnesiums sind pflanzliche Nahrungsmittel. In den grünen Teilen der Pflanzen dient es als Bestandteil des Chlorophylls zur Umwandlung der Sonnenenergie in chemische Substanzen (Photosynthese). Chlorophyll ist chemisch ähnlich dem Hämoglobin. Es enthält statt Eisen eben Magnesium.

                                                            Chlorophyll                                         Hämoglobin

Essen wir wenig Gemüse, Salat und Obst, bekommen wir ungenügend Magnesium. Man kann damit rechnen, dass ein Grossteil der Bevölkerung in Industrieländern den täglichen Bedarf an Magnesium (ca. 420 mg Männer, 320 mg Frauen) ungenügend deckt. Magnesium wird schnell und gut vom Dünndarm aufgenommen (20-40%), aber auch fast dieselbe Menge im Urin ausgeschieden. Die aufgenommene Menge ist bei Mangel grösser. Sie entspricht jedoch nicht linear der Zufuhr. Der Rest wird im Stuhl ausgeschieden. Je mehr Magnesium wir (zusätzlich) einnehmen, desto mehr bleibt im Darm und hat eine abführende Wirkung, weil es das Wasser bindet und den Stuhl verflüssigt. Der Haushalt von Magnesium ist weniger erforscht als derjenige des Calciums und so wissen wir noch nicht, wie er reguliert wird, welcher Anteil jeweils im Körper bleibt und welcher im Urin und im Stuhl ausgeschieden wird. Eins ist klar, dass kleinere Mengen über den Tag verteilt, wie bei der Nahrung, besser verwertet werden als eine grosse Menge auf einmal. Deswegen sollten eigentlich die Magnesiumzusätze in einer sog. retardierten Form eingenommen werden, die aber leider von der Industrie nicht angeboten werden.

Bei einer Nierenschwäche wird nebst Kalium auch weniger Magnesium im Urin ausgeschieden. Die Bedrohung ist aber nicht so stark wie mit Kalium, weil Magnesium dann vermehrt im Stuhl bleibt. Harntreibende Medikamente (Diuretika) und Alkohol führen zu vermehrtem Verlust von Magnesium.

Ungefähr 60% Magnesiums befindet sich in den Knochen, 30% in den Muskeln, nur 1% im Blut und in der Flüssigkeit zwischen den Zellen, der Rest in den Zellen der anderen Organe. Magnesium ist wichtig für die Aktivität von mehr als 300 Enzymen im Stoffwechsel und in der Energieproduktion. Magnesiummangel beteiligt sich an der Entstehung und verschlechtert den Verlauf vieler Krankheiten, wie hoher Blutdruck (Hypertonie), Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche, Gefässkrankheiten und ihre Folgen, Epilepsie, Schwangerschaftvergiftung (Eklampsie), Allergien, chronische Entzündung, Autoimmunkrankheiten, Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen, Nierenschwäche und Nierensteine, Knochenschwäche (Osteoporose), Muskelkrämpfe, usw.

Leider berücksichtigen Ärzte im Allgemeinen noch zu wenig den Mangel an Mineralien und Vitaminen als Mitverursacher verschiedener Krankheiten. Die sog. Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich jedoch intensiv damit.

Wie kann man feststellen, dass man Magnesium braucht, unter Magnesiummangel leidet?

Die einfache, übliche Bestimmung von Magnesium im Blut ist leider eine nicht sehr empfindliche Methode. Erst ein massiver Mangel verursacht verminderte Werte. Empfindlicher, zuverlässiger ist die Bestimmung der Urinausscheidung, am Besten im gesamten Urin eines durchschnittlichen Tages ohne Magnesiumzusätzen. Man muss aber dabei auch die Ausscheidung von Kalium, Natrium und Calcium berücksichtigen, was eine gewisse Erfahrung verlangt.

Nicht selten nimmt man Magnesium bei Beschwerden, vor allem Muskelkrämpfen, „blind", ohne vorherige Bestimmung. Bei normaler Nierenfunktion, wenn man es nicht monatelang praktiziert, gibt es kaum Gefahr der Überdosierung. Hilft es jedoch nach 1-2 Wochen nicht, gilt es, eine andere (Mit-) Ursache für die Beschwerden zu suchen, z.B. Kalium-, Calcium- und/oder Chloridmangel.

Es droht noch eine Gefahr, wenn man unkontrolliert langfristig Magnesiumpräparate einnimmt: Magnesium konkurriert bei der Aufnahme mit Calcium und Mangan, sodass diesbezüglich Mangel entstehen kann.

 

Was hilft gegen Magnesiummangel?

1. Eine magnesiumreiche Nahrung, d.h. mit viel Gemüse, Obst, Nüssen und Vollkorngetreide.
2. Schonendes Kochen des Gemüses möglichst über Dampf, damit nicht viel verloren geht.
3. Wenig salzen, weil mit Kochsalz nicht nur Calcium und Kalium, sondern auch Magnesium in der Niere vermehrt ausgeschieden wird.
4. Wenn das nicht ausreicht, organische Salze von Magnesium in einer nicht zu grossen Dosis einmal täglich* mit dem Essen zusätzlich  nehmen.

* Ausnahme bei akuten Beschwerden kann man Magnesium für kurze Zeit auch mehrmals pro Tag nehmen.

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